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Ein Traum von Hochzeit • Umjubelte Premiere in der Komödie-Steinstr. zu Düsseldorf

Herbert Rommerskirchen [ - Uhr]

Mit einem fast nackten Mann geht es in der Komödie  los. Zur Wonne des ausverkauften Hauses kann er es sich durchaus leisten, zumal ein hinreißend aufgemachtes Bett ihn umschmeichelt. Ein Bombenrahmen für ein gut gebautes Stück Mann.

Aber, nicht nur ein Bett umschmeichelt ihn, sondern als Beigabe noch eine sehr hübsche junge Frau.

Man kennt sich nicht. Wie es zu dieser Situation kommen konnte, löst ein Problem nach dem andern aus.

Der Mann, Bill,hat am Vorabend seinen Junggesellenabschied gefeiert und kräftig getrunken.

Wie er in das Hochzeitsbett gekommen ist, wer ihn ausgezogen und in das Bett verfrachtet hat, weiß er nicht, totaler Filmriss.

Die im Bett befindliche Dame, die ihm total fremd ist, wird und kann ihn aufklären.

Seine Braut ist es jedenfalls nicht.

 

So ging in der Komödie ein schwungvoller, hinreißender Abend los, bei dem an Witz, amüsanten Verwicklungen, netten Wortspielen nicht gespart wurde.

Nach dem Kennenlernen der Bettgenossin trifft sein Freund Tom bei ihm ein.

Er ist auch noch der Trauzeuge.

Es gibt unzählige Missverständnisse  und Beinahe-Katastrophen. Die Bettgenossin Judy ist die Braut des Tom, die er im Hause seiner Mutter wähnt.

DurchTom, der Not gehorchend, ohne klare Vorstellungen, wie seinem Freund Bill und ihm geholfen werden kann, geht es erst recht los.

Das Zimmermädchen July setzt mit sehr viel Freude noch mehr  Unfug in die Szene. Die echte Braut Bills, Rachel,  taucht dann als hysterische, herrschsüchtige Ziege auf.

Wenn dann auch noch die Brautmutter erscheint und Judy das Brautkleid anprobieren muss, geht einfach nichts mehr.

Ein einfach gestricktes Stück, bei  dem jeder weiß, was kommen wird, alle nur möglichen Komplikationen sind vorhersehbar .

Trotzdem  hat alles Schwung, Leben. Auf der Bühne toben entfesselte Darsteller sich aus.

Eine reine Freude, die das Publikum zu lebhaftem Mitgehen bringt.

 

Die Darsteller sind perfekt in ihre Bühnenhaut geschlüpft und absolut identisch mit ihren Bühnenfiguren.

 

Verena Wüstkamp, Rachel, legt eine äußerst selbstbewusste, sehr auf sich bezogene Frau hin.

Da sie eine sehr schöne Frau ist, passte die Darstellung perfekt.

Ein zukünftiger Ehemann hat bei  ihr wohl nicht das Sagen!

 

Raphaela Kiczka  gibt das Zimmermädchen Julie, ein  bisschen als Intrigantin aufgedreht in Bestform.

So wie sie es macht, könnte sie eine Schwester der Despina in <Cosi fan tutte> von Mozart sein.

Hervorragend!

 

Judy, Kerstin Bruhn, bringt den Gewissenskonflikt, zwischen zwei Männern zu stehen, richtig gut und sehr glaubhaft.

Eine wunderschöne Charakterstudie.

 

Das Tüpfelchen auf dem „ i “ Christiane Hecker als Brautmutter Daphne.

Die komische Alte, wie sie in guten Inszenierungen sehr oft großen Stars die Show stahl.

 

Aber, was wären diese wunderbaren Darstellerinnen ohne die beiden exzellenten Männerdarsteller ?

 

Da krachte es vom ersten Moment an aufs Beste.

 

Stefan Bockelmann, Bill, der auf der Bühne wesentlich jünger und straffer wirkte als auf seinen Fotografien, schmiss sich mit wahrer Wonne in die Figur des eigentlich Lächerlichen, immer an sich selbst Scheiternden, immer wieder Hereinfallenden, in sich selbst Verliebten.

 

Etwas dümmlich, er merkt in dieser Darstellung nicht, dass er nicht durchkommen kann.

Eine prachtvolle Leistung.

 

Armin Riahi, der Freund, Trauzeuge, letztendlich Gehörnte, gibt seiner Rolle eine glaubhafte Menschlichkeit, die viel besser wirkt als die manchmal clownhafte Darstellung  solcher Rollen.

Da er ein sehr gut aussehender Mann mit eminenter Bühnenausstrahlung ist, in wie viel verschiedenen Rollen  war er doch glaubhaft auf der Bühne, wäre ein Rollentausch mit Bockelmann sehr interessant.

Tolle Darstellung.

 

Zur  Regie: Rolf Berg.

 

Wieder einmal spielten Türen eine Hauptrolle, mussten die Darsteller durch sie hetzen, verstecken  sich hinter Türen und Sofa, wiederholen immer wieder Worte des/der Anderen.

Ständig der Marsch ins Badezimmer.

Trotz dieser Boulevard-Klischees ist es eine wirklich spritzige Sache dank der Darsteller.

 

Ein Abend, der vom Publikum genossen wurde, ständiger Szenenbeifall, Zwischenrufe die absolut zum Charme des Abends beitrugen. Mitgehen des Publikums, Lachsalven ohne Ende.

Zum Schluss Standing Ovations.

 

Sehr zu empfehlen für Jeden, der einmal richtig lachen möchte.

 

Ein wunderbarer Abend.

 

Herbert  Rommerskirchen

 

 


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