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AUS für „Rock im HQ“? • „Rock am Ring“ demnächst am Flughafen Mendig? • Alternative nur „Druckmittel“?

[1]Auf der Homepage der Verbandsgemeinde Mendig heißt es: „Erleben zwischen Vulkanen und Seen.“ Dieses Erleben könnte ab 2015 um ein Event erweitert werden.

Wie die Rhein Zeitung online [2] und die Infopage von EifelVista [3]zum Festival RaR (Rock am Ring) berichten, haben die Bürgermeister der Verbandsgemeinde und der Stadt Mendig dem Veranstalter Marek Lieberberg den Flugplatz, auf dem bis 2007 die Bundeswehr stationiert war, für das Musikfestival angeboten.

Bei Lieberberg soll das Angebot auf großes Interesse gestoßen sein. Schon einen Tag später waren Mitarbeiter seines Planungsstabes in Mendig, um das Areal zu besichtigen. Am Tag darauf traf sich Lieberberg mit den Bürgermeistern Lempertz und Ammel während des letzten „Rock am Ring“ am Nürburgring.

Lieberberg soll den Eindruck hinterlassen haben, dass er ernsthaftes Interesse an dem Flughafengelände hege.

Die Bürgermeister sehen Vorteile für das Gelände, das genügend Platz für Bühnen, Verpflegungsstände und 80.000 Besucher bietet.

Auch was den Aspekt der Sicherheit anbelangt, kann der Flughafen punkten, genauso wie mit der Verkehrsanbindung der Autobahnen 48, 61 und der Bundesstraße 256 sowie der Erreichbarkeit über die Eisenbahn.

Mendig hat bereits Festivalerfahrung. 2013 tanzten dort rd. 9.000 Fans der EDM (Electronic Dans Music) 36 Stunden auf dem weitläufigen Areal anlässlich des „Holi in Colors“-Festivals.

Lieberberg soll die Rahmenbedingungen für optimal halten. Er wird mit dem Satz zitiert:

„Wir könnten dort sofort ein Festival in vergleichbarer Größe wie Rock am Ring machen. Der Standort passt einfach.“

Foto: (c) „Rock am Ring“

5 Kommentare (Öffnen | Schließen)

5 Kommentare Empfänger "AUS für „Rock im HQ“? • „Rock am Ring“ demnächst am Flughafen Mendig? • Alternative nur „Druckmittel“?"

#1 Kommentar von M. Angenendt am 26. Juni 2014 @ 10:23

Die immer gut informierte Gladbacher RP erzählt heute was anderes. Die schreiben sich schon auf das JHQ ein.

Klar müssen Hilgers und Schückhaus unterstützen, damit das Event den Markennamen unserer Stadt fördern soll, der uns Bürgern bis heute nicht einen Cent brachte und bringt.

Gibt vielleicht auch Anzeigen, die richtig Geld bringen.

Wie schreibt Deutschlands größte „Zeitung“ immer: Bild Dir Deine Meinung. Heißt aber: Ich bilde Deine Meinung.

#2 Kommentar von kallibue am 27. Juni 2014 @ 10:54

Veranstalter Lieberberg treibt ein professionelles Spielchen: Er zockt gekonnt alle Interessenten gegeneinander aus. Hauptsache für ihn: Die Kohle stimmt.

Aspekte wie Krachtourismus, Umweltzerstörung, Schutz der Bevölkerung vor Lärm und Dreck sind ihm und den verantwortlichen Mönchengladbacher Politikern offenbar ziemlich zweitrangig.

Man schaue sich mal zur persönlichen Erbauung im Internet Bilder über Camping zu „Rock am Ring“ an:

„www.flickr.com”

Die Stadt MG und die umgebenden Gemeinden des IHQ sind gut beraten, wenn sie Lieberbergs Angebot mit größter Vorsicht behandeln und vor allem von unüberlegten Schnellschüssen absehen.

Sonst haben wir hier in MG ein weiteres Loveparade-Desaster wie seinerzeit in Duisburg.

#3 Kommentar von Ypsilon am 27. Juni 2014 @ 23:14

@ kallibue

Was Lärm und Belästigung der direkt um das JHQ-Gelände wohnenden Bevölkerung anbelangt, stimme ich Ihnen absolut zu.

Die allermeisten davon haben noch gar nicht mitbekommen was auf sie zu gerockt kommt.

Denn im Gegensatz zu dem Gelände am Nürburgring, gibt es in Mönchengladbach rundherum Wohnbebauung. Und das nicht zu knapp.

Von direkt nebenan bis 3 bis 6 km Luftlinie ist alles dabei. Diese armen Socken dürfen sich dann 3 Tage dauerbeschallen und begrölen lassen plus vieler anderer unangenehmer Begleiterscheinungen von wildem Zelten bis wildem …, na ja, Sie wissen schon.

Was sind 1.600 oder 1.800 Dixiklos für 80.000 Menschen!

Ansonsten kann man zu Lieberberg stehen wie man will. Der Mann ist Profi und Geschäftsmann durch und durch und weiß sehr genau, was er macht oder nicht. Seine Agentur steht in der Weltrangliste ganz vorne (Platz 3 2010) mit 2,7 Millionen verkauften Konzerttickets.

Dass Lieberberg nur sein Geschäft sieht ist klar und aus seiner Sicht legitim. Da gibt es andere, die mit auf seiner Erfolgswelle schwimmen wollen.

Dass die Gladbacher Politiker regelrecht hyperventilieren, wenn sie nur dran denken, dass RaR hier stattfinden könnte, ist wieder eine andere Sache. Die müssen die Belästigungen ja nicht tagelang aushalten!

Die, genauso wie Hilgers und Schückhaus, wollen sich nur im (vermeintlichen) Glanz dieses Namens sonnen und sehen schon wieder den „Markennamen“ Mönchengladbach im Wert (welchem und wie viel auch immer!) steigen, was totaler Blödsinn ist und nur Marketingleute erfreut.

Wer weiß z.B. in welcher Stadt/Gemeinde der RaR stattfindet? Deutschlandweit wissen die meisten nur, dass der am Nürburgring stattfindet und der ist bekanntlich groß.

Was das Sicherheitskonzept anbelangt wird Lieberberg mit Sicherheit kein Risiko eingehen und ist auch in der Hinsicht absoluter Profi mit jahrzehntelanger Erfahrung. Das tragische Unglück bei der Loveparade wäre mit ihm sicher nicht passiert.

Er hat einen Preis, den man ihm für sein Sicherheitskonzept verleihen wollte, abgelehnt.

[4]

Was in Mönchengladbach eine Frechheit ist, ist die Tatsache, wie man die Betroffenen, die teils noch gar nicht ahnen, was auf sie zukommt, einfach ignoriert und zumutet ca. 3 Wochen (oder länger) mit Lärm, enormem Verkehr und anderen Belästigungen leben zu müssen.

Für viele Anwohner gibt es kein Entrinnen.

Die leiden erst durch LKW-Verkehr für die Aufbauten, dann durch 3 Tage Dauer-Megabeschallung und dann wiederum Abbau, Müllentsorgung etc. Denn in MG wird es mit Sicherheit nicht weniger Müll sein als am Nürburgring, wo es zuletzt 600 Tonnen waren.

Das ist der eigentliche Skandal.

In Mönchengladbach gibt es sehr viel mehr direkt Betroffene als am Nürburgring: Herdt, Koch, Leloh, Rickelrath, Gerkerath, Hehn, Dorthausen, sind nur einige davon, wo der Lärm, den 80.000 und immense Lautsprecher verursachen, ankommt.

Von der Natur ganz zu schweigen. Die hat halt Pech.

Mal sehen, vermutlich alles kein Problem. Ich weiß nur eines ganz sicher: Ich bin sehr froh, nicht im Umkreis von 5 bis 7 Kilometern Entfernung zu diesem tollen Ereignis zu wohnen!

Wie schrieb ein Kommentator auf ringrocker.com Anfang Juni 2014:

„Lärm wird nur für die 25 Spießer in den Pissdörfern direkt neben dem JHQ ein problem sein.“

[5]

Diese „25 Spießer“ werden sicher hoch erfreut sein ob des Events!

#4 Kommentar von Brummbär am 29. Juni 2014 @ 20:44

@ Stadtfilzer

Sicherheitskonzept. Einspruch!

Sie schreiben:

„Was das Sicherheitskonzept anbelangt wird Lieberberg mit Sicherheit kein Risiko eingehen und ist auch in der Hinsicht absoluter Profi mit jahrzehntelanger Erfahrung.“

Das kann ja sein. Erfahrung bei Veranstaltungen in und auf freiem Gelände. Mal auf Google anschauen, wie das JHQ aussieht! Das ist eine Stadt. Dort stehen Unmengen Häuser.

@ kallibue

Sie haben vollkommen Recht, das hat Loveparade-Potenzial!

Wie blind müssen die sein, das zu ignorieren! Machen das die Dollarzeichen in den Augen? Wer verdient daran? Kriegen Leute wie Hilgers und Schückhaus Provisionen? Hilgers kriegt zumindest nen Job bei Lieberberg, sozusagen als sein Handlanger in MG.

Wie wollen die verhindern, dass alkoholisierte und/oder bekiffte Rocker und solche, die sich dafür halten, sich nicht in den Häusern lauschig einrichten, statt auf einem öden Campingplatz, zu dem die sich durch zig Straßen durchkämpfen müssen, auszuharren.

Ob bei Regen oder Hitze: so ein Haus hat viele Vorteile. Wie die das verhindern wollen, da bin ich echt gespannt. Zäune sind schließlich nur dazu da, dass man drüber klettert oder die umkippt.

Wie wollen die die Sicherheit in diesem Häuser-Wirrwarr gewährleisten? Was wenn einem Fan einfällt, mal in so nem Häuschen für heimelige Atmosphäre zu sorgen und ein kleines, gemütliches Feuerchen macht oder grillen will?

Wie wollen die auf dem Gelände die Massen kontrollieren? Von der Müllentsorgung ganz zu schweigen. Von wegen mit Maschinen. Da wird zwischen all den Häusern Handarbeit nötig.

Das dürfte auch für die Leute von Lieberberg mal eine richtige Herausforderung werden.

Hier gibt es ein Video von der letzten Patrouille des Sicherheitsdienstes im JHQ:

JHQ (the last patrol):

[6]

1 Stunde und mehr als 40 Minuten nur Straßen, Häuser, Gebäude, Schulen. Wer das sieht muss sich fragen, was sich die Verantwortlichen und euphorisierten Politiker aller Parteien dabei vorstellen, auch nur in Erwägung zu ziehen, dass dieses Spektakel dort stattfinden könnte.

Dass die dort auch das letzte Stückchen Natur platt machen, steht ja wohl absolut fest!

Wie viele Menschen haben dort mal gelebt? 6.000 in rd. 2.000 Gebäuden.

Jetzt soll das Areal von 80.000 oder 85.000 regelrecht überrannt werden! Wo sind die riesigen Freiflächen für Camping und Konzerte? Allein die Bühnen sollen 10.000 qm groß sein.

[7]

Von wegen Naturschutzgebiete. Die können die dann knicken!

Aber, was soll man mit Natur! Dieser ganze grüne Quatsch ist doch nur nervig! Wie sagte Werner? Hau wech die Scheiße!

Das sagen sich offenbar auch die total verblendeten Politiker dieser Stadt.

Größenwahn und unbedingt dabei sein. Koste es, was es wolle.

#5 Kommentar von Brummbär am 30. Juni 2014 @ 15:54

Ups! Da ist mir ein Fehler unterlaufen!

Ich wollte nicht Stadtfilzer zu dem Sicherheitskonzept antworten, sondern Ypsilon.

Sorry!