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Augenmaß beim Böllerspaß

Red. Odenkirchen [ - Uhr]

Die Silvesterparty ist organisiert, Freunde sind eingeladen und die Vorfreude ist groß. Doch leider ist diese Jahresendfeier oft diejenige mit den meisten Unfällen und Schäden.

Spätestens dann stellt sich die Frage, wie gut man versichert ist. Die meisten angerichteten Schäden bezahlen die Versicherungen. Doch wenn das Missgeschick aus einer „gefährlichen oder gar vorsätzlichen Betätigung” stammt, kann der Übeltäter selber zur Kasse gebeten werden.

„Je nach Größe und Umfang des Schadens, ist es notwendig Anzeige bei der Polizei zu erstatten und dem Versicherungskaufmann das Silvestermalheur innerhalb einer Woche zu melden, damit die Versicherung den Schaden schnell ersetzen kann.””, empfiehlt Horst Pawlik, Sprecher des Bezirks Mittlerer Niederrhein im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK).

„Denn aus eigenen Verträgen kommt meist schneller und mehr Geld – nämlich der Wiederbeschaffungswert – als von der Haftpflichtversicherung eines Übeltäters. Diese braucht nur den Zeitwert einer ruinierten Sache zu zahlen.

Dass Silvesterschäden keine finanziellen Bagatellen sind, zeigen Zahlen der Versicherungen: Schätzungsweise kommen sie für Beschädigungen im Wert von 32 Millionen Euro verursacht durch Silvesterfeuerwerke auf.

Sind Autos in Brand geraten, zahlt die Kaskoversicherung, es gibt dafür keine Rabattrückstufung. Für Schäden in der Wohnung ist die Hausratversicherung zuständig. Die für das Haus bestehende Feuerversicherung übernimmt die Reparaturen am Gebäude.

Wer sich beim Hantieren mit Feuerwerkskörpern verletzt, erhält die anfallenden Heilbehandlungskosten von der Krankenversicherung ersetzt. Für selbstverschuldete Silvesterunfälle, die zur Invalidität führen, kommt die private Unfallversicherung auf.

Anders als bei Sachschäden, wird es bei Verletzungen und bleibenden körperlichen Schäden sehr teuer. Kranken-, Unfall- und Rentenversicherungen können dann versuchen, Behandlungskosten und Rentenzahlungen von den Verursachern zurückzuholen.

Auch Feuerversicherungen wollen oft Zahlungen zurück haben, wenn ein Täter ermittelt wurde. Wird diesem sogar eine Schädigungsabsicht oder Umgang mit nicht silvesterüblichen Explosivstoffen nachgewiesen, darf seine Haftpflichtversicherung die Zahlung verweigern – und der Täter muss selber zahlen.

Horst Pawlik betont: „Wer jedoch vorsichtig ist und es umsichtig mit handelsüblichen Silvesterböllern krachen lässt, dem hält die Haftpflichtversicherung den Rücken von Ansprüchen anderer frei”.

Foto: Tim Reckmann/pixelio.de

2 Kommentare zu “Augenmaß beim Böllerspaß”
  1. Diese Knallerei finde ich auch abartig. Nur weil einige sowas toll finden, müssen das alle ertragen. Es ist unerträglich laut, es stinkt widerlich und der Müll liegt Tage herum, weil sich keiner zuständig fühlt. Super! Frohes neues Jahr!

    Angeblich ist das Tradition. Da kann man angeblich nichts machen. Ich wünsche mir auch, dass dieser Unsinn verboten wird. So manches Haustier und die Tiere draußen bestimmt auch.

    Auch die Knallerei nach Sylvester und Neujahr ist eine Zumutung. Kann ja niemand was dagegen tun. Die ziehen bei Dunkelheit und nicht nur dann, durch die Gegend und finden sich auch noch großartig dabei, weil denen ja nicht so leicht beizukommen ist.

    Polizei? Ordnungsamt? Die rücken deswegen gar nicht erst aus. Ist eben so. Kann ich zwar nachvollziehen, weigere mich aber das zu akzeptieren.

    Bei mir drückt auch keiner Augen und Ohren zu, wenn ich falsch parke, weil es nur „mal eben“ ist oder nach 22.00 Lärm veranstalte. Nachbarn werden da überhaupt kein Verständnis haben und eventuell steht dann die Polizei vor der Tür.

    Aber diese „Knallköppe“ haben Narrenfreiheit.

    Was auf jeden Fall mal überdacht werden müsste ist die Lautstärke dieser „Knaller“, die immer heftiger werden. Das ist iwrklich wie Krieg. Muss sowas sein? Was ist da dran toll?

  2. Statt Augenmaß würde ich mir vor allem Ohrenmaß wünschen.

    Diese Knallerei zu Sylvester wird von Jahr zu Jahr unerträglicher! Das hat nichts mit Feuerwerk und Freude zu tun, das klingt wie Krieg.

    Für viele scheint es nur wichtig zu sein, dass der Knall der größtmöglich lauteste ist. Warum ist diese Steigerung von Jahr zu Jahr erlaubt? Reichen „normale“ Böller (wenn sowas überhaupt sein muss!) nicht vollkommen aus?

    London, Paris, Mailand, Venedig, Brindisi und noch viele weitere Städte haben diesen absoluten Unsinn schon seit Jahren verboten.

    Kann man seiner „Freude“ nur noch mit jährlich steigendem Lärmpegel Ausdruck verleihen?

    Eine Belästigung nicht nur für Menschen, sondern vor allem auch für die Tierwelt. Damit meine ich nicht nur Hunde und Katzen (die oft panisch reagieren und wegen ihres sensibleren Gehörs leiden), sondern die gesamte Vogelwelt und andere Tiere, die nun mal draußen leben und in der Dunkelheit aufgescheucht werden.

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