Die multimediale Mit-Mach-Zeitung für Mönchengladbach & Umland ... wirtschaftlich und politisch unabhängig ... aber nicht unpolitisch ...

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Mini-Europameisterschaft der Schulen im Kreis Viersen

fussball-em.jpg(pkrvie) Zur Einstimmung auf die Fußball-Europameisterschaft 2008 plant der Ausschuss für den Schulsport des Kreises Viersen eine Mini-Europameisterschaft im Kreis Viersen.

Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 1994 bis 1996 der Sekundarstufe I und der Jahrgänge 1997/1998 der Primarstufe. Jede Mannschaft spielt für ein Land.


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Fahrradtour mit dem Verein Niederrhein im Naturpark Maas-Schwalm-Nette

logo-verein-niederrhein.jpg(pkrvie) Der Verein Niederrhein veranstaltet jeweils donnerstags in der Zeit von 14 bis 18 Uhr eine Fahrradtour.

Beginn ist Donnerstag, 10. Januar 2008.

Die weiteren Termine sind 17. Januar, 24. Januar und 31. Januar.

Auskunft erteilt Karl Engbrocks unter der Telefonnummer 02152-3587.

——

Red: Wenn Sie mit dabei waren,­Ã‚ schreiben Sie über die Tour.


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Rechnet sich eine Photovoltaikanlage? Kreis Viersen gibt Studie in Auftrag

wappen-kreis-viersen-thb.jpg(pkrvie) Der Abfallbetrieb des Kreises Viersen und die Firma EGN, Viersen, wollen eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben.

Untersucht werden soll, ob eine Photovoltaikanlage auf der Deponie Viersen II technisch machbar und wirtschaftlich sinnvoll ist.


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Zweisprachige Wanderausstellung zum Naturpark Maas-Schwalm-Nette in Wildenrath

logo-schwalm-nette.jpg(pkrvie) Eine Wanderausstellung über den Deutsch-Niederländischen Naturpark macht ab sofort Station im Naturparkzentrum Wildenrath. Dabei werden grenzüberschreitende Projekte und Aktivitäten sowie Ziele und Formen der Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Naturpark Schwalm-Nette und den niederländischen Gemeinden im grenzüberschreitenden Naturpark vorgestellt.

Höhepunkt der Ausstellung ist eine überdimensionale topografische Karte des Naturparkgebietes als Bodenbelag.


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Berufskolleg Viersen: Filmschulung in der Toskana

viersen-filmschulung.jpg(pkrvie) Sieben Schülerinnen der Höheren Handelsschule des Berufskollegs Viersen reisten mit ihren Lehrerinnen Susanne Janzik und Danièle Hamdan nach Forte dei Marmi in die Toskana.

Von Urlaub konnte jedoch keine Rede sein, ein umfangreiches Arbeitsprogramm erwartete die Schülerinnen und ihre Partner aus Italien und Rumänien.


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Gutachten zum Freilichtmuseum Grefrath

wappen-grefrath-thb.jpg(pkrvie) Eine aktuelle Bedarfs- und Bestandsanalyse des Niederrheinischen Freilichtmuseums in Grefrath wurde jetzt in Auftrag gegeben.


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Besucherzentren im Naturpark Schwalm-Nette sollen attraktiver werden

logo-schwalm-nette.jpg(pkrvie) Der Naturpark Schwalm-Nette will seine Besucherzentren in Brüggen und Wachtendonk attraktiver machen. In diesem Jahr kamen bisher rund 14.000 Besucher in die Informationszentren des Naturparks.


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Pianist und Klavierschüler gesucht

wappen-kreis-viersen-thb.jpg(pkrvie) Die Kreismusikschule Viersen bietet ab Januar 2008 in der Stadt Viersen noch freie Plätze für Klavierunterricht an:

Nach den Weihnachtsferien können zukünftige Klavierschüler ohne Wartezeit mit dem Unterricht beginnen.

Die Bigband der Kreismusikschule sucht einen Jazz-Pianisten.


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Erstes Kinderrockkonzert in Vorst war ein voller Erfolg

vorst-kinderkonzert.jpg(pkrvie) Beim ersten Kinderrockkonzert im Jugendtreff in Tönisvorst – Vorst rockten rund 100 Kinder bei sattem Gitarrensound. Die Rockband “Schmerzfrei” aus Mönchengladbach machten aus ihren kleinen Fans echte Rockmusiker.


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Hochmoderne Technologien aus Willich

pro2-willich.jpgPro 2-Anlagentechnik GmbH, Willich:
“Erneuerbare Energien werden immer wichtiger, deshalb hat sich unser Unternehmen gezielt auf diese Märkte konzentriert”, berichtet Achim Wörsdörfer, Geschäftsführer der Pro2-Anlagentechnik GmbH in Willich beim Industriebesuch von Landrat Peter Ottmann, Rolf Adolphs, Geschäftsführer der Wirtschaftförderungsgesellschaft für den Kreis Viersen, und Josef Heyes, Bürgermeister der Stadt Willich.


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Kreismusikschule Viersen: Spende der Sparda-Bank unterstützt die Fördergemeinschaft

musikschule-sparda-02.jpg(pkrvie) Ãœber eine Spende der Sparda-Bank West eG in Höhe von 5.000 Euro freut sich die Fördergemeinschaft der Kreismusikschule Viersen: Der Leiter der Sparda-Bank Geschäftsstelle in Viersen, Frank Josten (links), überreichte dem Vorsitzenden der Fördergemeinschaft Karl-Heinz Erkens, die Spendenurkunde.


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Museum Abteiberg: Praktische Kurse für Kinder und Jugendliche

museum-abteiberg-01-thb.jpg(pmg) Das städtische Museum Abteiberg bietet ab Mitte Januar verschiedene praktische Kurse für Kinder und Jugendliche an. Verbindliche, telefonische Anmeldungen sind ab dem 7 Januar unter 02161/252636 möglich (Mindestteilnehmerzahl: 8). Veranstaltungsort ist die Malklasse im Museum Abteiberg.

Hier eine Ãœbersicht des Angebots:


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IHK Niederrhein: Konjunkturhoch weiter stabil

logo-ihk-kr-thb.jpg(openPR) Der konjunkturelle Aufschwung des Vorjahres hat sich nach Angaben der IHK Mittlerer Niederrhein auch in den ersten neun Monaten des Jahres 2007 weiter fortgesetzt. Alles in allem erzielte die Industrie in der Region ein Umsatzplus von 9,6 Prozent, womit sie leicht über dem nordrhein-westfälischen Landesdurchschnitt von 9 Prozent und deutlich über jenem von Gesamtdeutschland (7,5 Prozent) lag.


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Betriebskostenabrechnung: Diskussionspunkt Wasserkosten

wasser-thb.jpg“Der Versorger verlangt 1,57 EURO für einen Kubikmeter Wasser. In der Betriebs­kosten­abrechnung meines Vermieters stehen aber 2,17 EURO. Das kann nicht sein. Hier werde ich eindeutig übervorteilt!”


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Wieder einmal keine Mehrheit für “Mehrheitsfraktionen”

wappen-moenchengladbach-thb.jpgDie Diskussion über die Neueinteilung der derzeitigen zehn Stadtbezirke geht in die nächste Runde und wird den Rat in seiner nächsten Sitzung am 27. Februar erneut beschäftigen.


Bernhard Wilms [ - Uhr]


Der Tag danach!

imgp0018_resize.JPGSylvester hat es wieder einmal deutlich gemacht: Rück­sichtslosig­keit! Millionen EURO wurden quasi verbrannt. Die Auf­forde­rung: “Brot statt Böller“ hat wohl wieder einmal kaum jemanden erreicht. Nun, das ist zweifellos eine Frage der persönlichen Sichtweise. Wer glaubt, Geld zuviel zu haben, wird nicht davon abzuhalten sein, mit Raketen, Böller & Co. das neue Jahr zu begrüßen. Und was dann?


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HH-Rede 2017 – Schlegelmilch

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitstreiter,

 

 

bei der Vorbereitung dieser Haushaltsrede habe ich eine neue Lieblingslektüre entdeckt.

 

Es ist dieses Heft hier,  das Kommunalwahlprogramm der Mönchengladbacher CDU von 2014.

 

 

Hätte unser Oberbürgermeister uns im Hauptausschuss nicht den Befehl gegeben, die Haushaltsreden knapp zu halten – ich würde Ihnen das vorlesen.

 

 

Das würde eine halbe Stunde dauern, und in dieser halben Stunde würden Sie sehen, dass ganz ganz vieles, das hier – als auch im gemeinsamen Kooperationspapier mit unserem Kooperationspartner niedergelegt ist, erledigt oder wenigstens in Arbeit ist.

 

 

Der Rat der Stadt Mönchengladbach ist dabei, die großen Linien dieses Programms umzusetzen.

 

 

Er tut das mit breiter Mehrheit und ohne, dass sich unsere Kooperationspartner verbiegen müssten.

 

 

Und das, meine Damen und Herren – tut unserer Stadt gut!

Auch, wenn ich Ihnen die gemeinsame Lektüre erspare, will ich Ihren Blick doch auf das Titelblatt lenken:

 

 

Mönchengladbach kann mehr.

 

 

Ausrufezeichen.

 

 

Im Frühjahr 2014 mag das manchem als Spinnerei erschienen sein, heute sieht die Welt anders aus:

 

 

Erstmals seit August 2001 ist die Arbeitslosenquote in unserer Stadt wieder einstellig.

 

 

Bei den sozialversicherungspflichtigen Stellen ist ein Allzeithoch erreicht.

 

 

„So gut wie jetzt“, schreibt unsere allergrößte Lokalzeitung, „stand Mönchengladbach seit Mitte der 1990er Jahre nicht mehr da.“

 

 

In Sachen Zuwachsrate beim Gesamtumsatz der Wirtschaft liegt Mönchengladbach vor Düsseldorf, Krefeld, Essen und vor dem Rhein-Kreis Neuss.

 

 

Wir holen mächtig auf!

 

 

Der Immobilienbericht der Wirtschaftswoche gibt in diesem Jahr die Kaufempfehlung „Mönchengladbach“!

 

 

Er prognostiziert eine Wertsteigerung von bis zu 8% innerhalb der nächsten drei Jahre.

 

 

und eingedenk der gestrengen Blicke unseres Oberbürgermeisters nur noch ein letztes Zitat:

 

 

„Wirtschaft in NRW“ schreibt: „Adieu, Tristesse. Mönchengladbach ist wieder da. Durch die Wiederentdeckung alter Stärken und die Offenheit für Neues hat die 260.000 Einwohnerstadt ein erstaunliches Come-back hingelegt.“

 

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, in den letzten Jahren hat Mönchengladbach in der Tat mehr gekonnt!

 

 

Deshalb prägt der Titel der Kooperationsvereinbarung zwischen CDU und SPD die neue Wirklichkeit: Gemeinsam mehr für Mönchengladbach bewegen!

 

 

Es ist nicht mehr nur noch das Pfeifen im Walde, es ist nicht mehr nur noch ein langsam wachsendes gutes Gefühl, inzwischen sprechen auch die Zahlen.

 

 

Unser Mönchengladbach ist dabei, sich neu zu erfinden, und die Menschen, die hier leben, beginnen die Dividende einzustreichen.

 

 

Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem auch die ewig schlecht Gelaunten und die berufsmäßigen Nörgler und Zweifler die Mundwinkel nach oben nehmen sollten.

 

 

Ich schaue auf den einen oder anderen von Ihnen, meine sehr verehrten Damen und Herren der Grünen, der Linken und der FDP.

 

 

Ja, Sie haben die selbst gewählte Aufgabe, darauf hinzuweisen, wo die Dinge nicht rund laufen.

 

 

Das ist in Ordnung.

 

 

Aber auch Sie sollten die Realität nicht aus den Augen verlieren: Es geht aufwärts! Das dürfen Sie ruhig einmal sagen.

 

 

Seien Sie mit dabei, wenn die Mönchengladbacher Stadtgesellschaft aufhört, sich selbst zu verzwergen: „… und wir wollen gar nicht größer sein!“ ist nicht länger das Motto von Mönchengladbach.

 

 

Es gehört dahin, wo es herkommt: nach Schlumpfhausen.

 

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, diese positive Entwicklung ist ganz ausdrücklich nicht nur auf unserem Mist gewachsen und schon gar nicht allein auf dem der CDU.

 

 

Wir in diesem Rat haben anfangs wichtige Impulse gesetzt und auch manches beigetragen, aber ganz am Ende hat sich hier die Bürgerschaft einer Stadt gemeinsam auf den Weg gemacht.

 

 

Bürgerschaftliche Initiativen, die Organisatoren des Masterplanprozesses, Investoren, die die Zeichen der Zeit erkannt haben, kreative Köpfe der freien Szene, der Initiativkreis Mönchengladbach, die Veranstalter spektakulärer Kultur- und Sportevents – die Liste ließe sich fortsetzen.

 

 

Es sind die Menschen, die Mitarbeiter der Firmen und deren Unternehmer, die in den letzten Monaten diese Erfolgsmeldungen ermöglicht haben.

 

 

Ich finde, genau das, meine Damen und Herren, hat an dieser Stelle mindestens einen Applaus verdient.

 

 

Sie alle sind Teil jenes Prozesses, in dem wir unsere Vergangenheit als Schlumpfhausen hinter uns lassen und in dem wir zu neuen Ufern aufbrechen.

 

 

Was da aus vielen Quellen sprudelt und sich zu einem Fluss vereint, hat mittlerweile auch einen Namen: „MG+ Wachsende Stadt“.

 

 

Diese Begriffe sind Beschreibung und Auftrag zugleich.

 

 

Dabei besteht der Auftrag darin, das „mehr Mönchengladbach“ auch als ein Mehr an Qualität zu organisieren.

 

 

Denn Wachstum allein ist nichts.

 

 

Ich komme an dieser Stelle gerne wieder auf das Kommunalwahlprogramm der CDU zurück: Wachstum muss immer nachhaltig sein, und es muss auch zu mehr Qualität führen.

 

 

Denn nur, wenn wir das sicherstellen, werden wir die Menschen an unsere Stadt binden können, die wir brauchen.

 

 

Nur mit klugen und kreativen Köpfen, nur mit Wachstum an Qualität in der Stadtentwicklung, mit einem differenzierten aber durchlässigen Bildungsangebot und mit einer differenzierten Wirtschaftsstruktur werden wir Mönchengladbach auf der Überholspur halten können.

 

 

Und nur dann können wir auch den Schwachen in unserer Gesellschaft helfen.

 

 

Denn um den Schwachen zu helfen, muss man selber stark sein.

 

 

Geld, das ich ausgeben will, muss erst einmal verdient werden.

 

 

Und damit, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, damit kommen wir zu jenem Problem, das es Städten wie Mönchengladbach so unendlich schwer macht, lebenswert zu bleiben:

 

 

Zum Zustand unseres Haushaltes. Jahrzehntelang waren wir, wie viele nordrhein-westfälische Städte, von einem negativen Strukturwandel überfordert.

 

 

Die da oben haben uns alleingelassen und uns im Gegenteil immer neue Aufgaben zugewiesen, ohne uns finanziell seriös auszustatten.

 

 

Das hat zu einer Auszehrung geführt.

 

 

Die nordrheinwestfälischen Städte haben ihre Infrastruktur verkommen lassen müssen, haben viel zu wenig Geld für Investitionen, und sie müssen mit einer Personalstruktur leben, die nicht ausreichend ist, um die ihnen übertragenen Aufgaben vernünftig zu erfüllen.

 

 

Im Ergebnis haben sich die NRW-Kommunen in den vergangenen Jahrzehnten eine Rosskur nach der anderen selbst verordnen müssen, und am Ende hat uns – ich bleibe bei dem Bild aus meiner letzten Haushaltsrede – die Landesregierung auch noch auf das Streckbett des sogenannten Haushaltssanierungsplanes geschnallt.

 

 

Es ist ein Wunder, dass diese Stadt überhaupt noch funktioniert, und ein noch viel größeres Wunder ist es, dass sie in der Lage ist, den eingangs beschriebenen

 

 

positiven Prozess konstruktiv zu begleiten. Dafür, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, lieber Hawi Reiners, dafür meine sehr verehrten Damen und Herren der Verwaltung gebührt Ihnen der Respekt dieses Rates.

 

 

Wir wissen, unter welch schwierigen Bedingungen Sie arbeiten.

 

 

Und wir wissen auch, dass wir Ihnen unter den vorgenannten Umständen oft genug nicht die Unterstützung geben können, die Sie eigentlich haben müssten.

 

 

So gesehen sind wir alle in jenem bösen Spinnennetz gefangen, das die nordrhein-westfälischen Kommunen zu hilflosen Opfern macht.

 

 

Ich kann nur hoffen, dass wir ab Mai nächsten Jahres eine Landesregierung haben werden, die die Nöte der Kommunen wirklich ernst nimmt.

 

 

Alles, was in dieser Hinsicht in den letzten Jahrzehnten aus Düsseldorf gekommen ist, war immer Stückwerk.

 

 

Mit der einen Hand wurde gegeben, mit der anderen genommen. Gleiche Augenhöhe war eigentlich nie. Zeit dass sich das ändert!

 

 

Vor diesem Hintergrund frage ich mich, ob es wirklich eine gute Nachricht ist, dass wir dem Haushaltsausgleich, den man uns qua Gesetz abpresst, so nahe sind wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr.

 

 

Denn wir zahlen einen hohen Preis.

 

 

Im Jahr 2018 sind wir zum Erfolg verdammt, aber wenn wir ehrlich sind, und das hat auch die IHK Mittlerer Niederrhein in ihrer Stellungnahme zum Haushalt richtig beschrieben, dann müssen wir uns eingestehen, dass jede auch noch so kleine Verschlechterung, jeder hustende Floh bei Land oder Bund, jede auch noch so kleine Delle in der Wirtschaft uns enorme Schwierigkeiten machen kann.

 

 

Und wenn da dann etwas passiert, dann werden wir nach all den Sparrunden, nach all den Opfern, die wir den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt abverlangt haben, dann werden wir u.U. keine befriedigende Lösung haben.

 

 

Und wenn wir Pech haben, dann wird uns das Land wieder Maßnahmen aufzwingen, die wir nicht wollen.

 

 

Aber – meine sehr verehrten Damen und Herren- unsere Rolle als CDU und als Koalition an dieser Stelle ist nicht die zu klagen.

 

 

Ich habe es eben schon gesagt: die Leistungsbereitschaft und die Motivation der Bürgerschaft in Mönchengladbach ist erst recht vor diesem Hintergrund sensationell.

 

 

Der Beitrag, den wir hier zusammen mit vielen anderen in den vergangenen 2 Jahren geleistet haben, besteht darin, dass wir den Menschen ein Selbstvertrauen in sich und ihr Lebensumfeld zurückgegeben haben.

 

 

Dass wir Ihnen auch mit der Leitstrategie MG+ etwas geben, mit dem sie sich identifizieren können und an das sie glauben können.

 

 

Voller Stolz können Sie Freunden und Verwandten, die hierhin kommen, um sie zu besuchen, sagen:

 

 

„Ja, wir leben in Mönchengladbach!“.

 

 

Wir verstecken uns nicht, wie viele vor uns hinter HSK und HSP und sagen:

 

 

„Mamümama – man müsste mal machen, aber Sie wissen ja, geht nicht weil sich die Stadt im HSK (Haushaltssanierungskonzept) oder HSP (Haushaltssanierungsplan) befindet.“

 

 

Das Vermitteln dieses Selbstbewusstseins, meine Damen und Herren, das ist die eigentliche Leistung der CDU-Fraktion zusammen mit unserem Kooperationspartner.

 

 

Hierfür möchte ich – wir erreichen im kommenden Jahr die Hälfte dieser Ratsperiode – zu allererst meinen Freunden in der CDU-Ratsfraktion danken, verbunden aber direkt auch mit einem Dank an

 

 

Dich, Felix, und Sie, meine Damen und Herren und Mitstreiter in der SPD-Fraktion.

 

 

Die Menschen in dieser Stadt honorieren die Art und Weise, wie wir bisher in dieser Ratsperiode zusammengearbeitet haben und spüren die Vorteile daraus.

 

 

Das macht Spaß und spornt uns an, so weiter zu machen.

 

 

Eine im Vorwärtsgang befindliche Stadt auf der einen Seite und praktisch nicht vorhandene finanzielle Spielräume im kommunalen Haushalt auf der anderen – wie kann das zusammengehen?

 

 

Eigentlich gar nicht.

 

 

Aber: „Geht nicht“ gibt´s nicht!

 

 

Deshalb ist es uns als CDU-Fraktion gemeinsam mit unserem Kooperationspartner gelungen, eine Reihe von Schwerpunkten im Haushalt neu zu setzen.

 

 

Ich darf auf den Ihnen vorliegenden Antrag verweisen.

 

 

Unsere Schwerpunkte liegen im Bereich von Kindergärten und Schulen, denn – egal wie platt das klingen mag – die Kinder sind die Zukunft dieser Stadt.

 

 

An dieser Stelle hilft das Förderprogramm der NRW Bank.

 

 

Ich bitte allerdings um Verzeihung, wenn ich mir den Seitenhieb nicht verkneifen kann, dass heute noch niemand weiß, wie das Land das in seinen Haushalten der nächsten Jahre gegenfinanzieren will.

 

 

Ich bin in großer Sorge, dass auf Umwegen die Kommunen dann doch wieder die Zeche bezahlen werden.

 

 

Und eine weitere Anmerkung ist hier nötig:

 

 

Liebe Damen und Herren der FDP!

 

 

Gerne hören wir auf Ihre guten Ratschläge, aber Ihr jüngst erwachtes Interesse für die Bildungspolitik in unserer Stadt kommt recht spät.

 

 

Da wo Sie heute sind, da waren wir vor Monaten!

 

 

Ein zweiter Schwerpunkt, den wir im Haushalt 2017 setzen, liegt im Bereich Verkehr, nämlich im ÖPNV und in einer Verbesserung der Fahrradfreundlichkeit.

 

 

Wir sehen das als einen Beitrag zu „MG+ Wachsende Stadt“; Rubrik: Lebensqualität.

 

 

Gleiches gilt für die bescheidenen, aber dringend notwendigen und längst überfälligen Aufwüchse im Kulturhaushalt.

 

 

Denn wir wissen:

 

 

Eine wachsende Stadt mit zufriedenen Menschen kann es nur geben, wenn wir unsere Kultureinrichtungen wenigstens auf dem Niveau erhalten, auf dem sie heute sind.

 

 

Das werden wir auch in den nächsten Jahren nicht vergessen!

 

 

Ein letzter Schwerpunkt, der insbesondere meiner Fraktion besonders wichtig ist, liegt im Bereich „Sicherheit und Sauberkeit“.

 

 

Auch hier verweise ich wieder gerne auf unser Wahlprogramm aus dem Jahr 2014.

 

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, unser Beharren auf Sicherheit und Sauberkeit wird manchmal bespöttelt.

 

 

Aber die ach so fortschrittlichen Kritiker dieses vermeintlich reaktionären Ansatzes mögen doch bitte zwei Dinge zur Kenntnis nehmen:

 

 

Erstens: Den Menschen sind Sicherheit und Sauberkeit wichtig.

 

 

Zweitens: Wenn wir uns nicht darum kümmern, was den Menschen wichtig ist, dann brauchen wir den ganzen anderen Rest auch nicht zu tun.

 

 

Die große Mehrheit der Menschen in unserer Stadt will ganz einfach, dass ein Minimum an Regeln existiert und dass es auch befolgt wird.

 

 

Gegen diese Regeln verstoßen nicht nur Kriminelle wie die Antänzer in den Innenstädten oder die Drogenhändler in Parks und dunklen Gassen, gegen sie verstoßen angetrunkene Randalierer und Wildpinkler, aber auch PS-Idioten, die nachts die Motoren schreien lassen, Mitbürger, die ihren Hausmüll im öffentlichen Raum entsorgen, und all jene, die ihre Aggressionen oder ihren vermeintlichen Humor gegen das Eigentum anderer Leute richten.

 

 

Ganz egal, ob das Hauswände, Stromkästen oder Eselsschwänze sind.

 

 

Hier brauchen wir einen Schulterschluss aller in dieser Stadt.

 

 

Der wird aber nur gelingen, wenn die Stadt selber, wenn das Land durch die Polizei und wenn jede einzelne Bürgerin, jeder einzelne Bürger sein Teil dazu beiträgt.

 

 

Der vielleicht wichtigste Einzelbeitrag, den wir als Stadt leisten, besteht in der Schaffung unseres neuen Stadtbetriebes MAGS.

 

 

Hier haben wir alle kommunalen Ressourcen gebündelt, die zur Pflege und Verbesserung des Erscheinungsbildes unserer Stadt vorhanden sind.

 

 

Schon heute sieht man, dass dieses Instrument erfolgreich funktioniert. An dieser Stelle will ich dann gerne auch ein drittes Mal danken:

 

 

die Schaffung von MAGS war ein komplizierter Prozess, der dennoch zügig gelungen ist. Viele haben mitgeholfen.

 

 

Danke!

 

 

Mit der Gründung von MAGS ist unsere Aufgabe natürlich noch nicht erfüllt.

 

 

Wir müssen jetzt sicherstellen, dass die Dinge auch in Bewegung bleiben. Und wir müssen nachlegen.

 

 

Eine wichtige Aufgabe der nächsten Monate wird daher die Neuordnung des städtischen Immobilienwesens.

 

 

Hier geht es um Wirtschaftlichkeit, aber wieder auch um Sauberkeit.

 

 

Nichts verschandelt eine Stadt mehr als schlecht gepflegte Gebäude.

 

 

Umso schlimmer, wenn sie der Stadt gehören!

 

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, in diesen Tagen hört man mit Blick auf die Weltlage und auch auf unser Land oft den Satz „Die Welt ist aus den Fugen“.

 

 

Das ist ein Zitat aus Hamlet. Hamlet selber sagt das, und stellt man es in den Zusammenhang und übersetzt es mit etwas Humor sehr frei, so lautet es:

 

 

„Die Welt ist aus den Fugen – welch’ ein Mist – dass sie zu reparieren – mir aufgegeben ist!“

 

 

Das ist Hamlets Aufgabe, und an ihr scheitert er.

 

 

Deshalb ist das kein schönes Zitat.

 

 

Die Zeiten mögen in der Tat so schwierig sein, wie sie seit Jahrzehnten nicht mehr gewesen sind, aber von diesen Problemen sollten wir uns nicht unterkriegen lassen.

 

 

Wir sind in Mönchengladbach trotz aller Haushaltsnöte so aufgestellt, dass wir die Herausforderungen, die uns die Welt stellen mag, besser bewältigen können als viele andere Kommunen.

 

 

Bedürfte es eines Beweises, so könnten wir ihn beispielsweise in unserem Umgang mit der Flüchtlingskrise des letzten Jahres finden.

 

 

Vor diesem Hintergrund erscheint mir ein anderes Zitat von Shakespeare sehr viel angemessener. Es stammt aus Julius Caesar und lautet – diesmal nicht ganz so frei übersetzt –

 

 

„Es gibt Gezeiten auch für unser Tun – nimmt man die Flut wahr – führt sie zum Glück.“

 

 

Im Moment trägt uns Mönchengladbacher die Flut nach oben.

 

 

Diese Chance werden wir nicht verschenken!

 

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, auf dem Streckbett des Haushaltsausgleichs leiden auch die Damen und Herren der Kämmerei.

 

 

Ich weiß sehr wohl, wie arbeitsintensiv und in der Sache oft unerfreulich die Aufstellung eines Haushaltes für die Stadt Mönchengladbach ist.

 

 

Umso größer fällt der Dank an die Damen und Herren im Finanzdezernat aus. Sie versuchen, das Beste aus dem maximal Unerfreulichen heraus zu holen, für das Unerfreuliche können Sie nichts.

 

 

In diesem Zusammenhang eine herzliche Bitte:

 

 

Vielleicht kriegen wir es im nächsten Jahr gemeinsam hin, den Haushalt so rechtzeitig in einer beratungsfähigen Form vorliegen zu haben, dass wir als Politik ihn auch im Zusammenhang beraten können.

 

 

Dieses Jahr waren die Abläufe wirklich schwierig.

 

 

Ich danke Ihnen!


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fluglärm

„Auch nach mehr als 60 Stunden Beratungszeit ist es dem Flughafen nicht gelungen, die starken Bedenken der Anwohner gegen seine Ausbau-Pläne auszuräumen.

Die Aussprache zu den mehr als 40.000 Einwendungen hat vielmehr die Kritik der Erweiterungsgegner verstärkt, dass mit der Genehmigung des Antrags eine erhebliche Ausweitung des Flugverkehrs in den Tagesstunden, aber auch in den Nachtstunden einhergehen würde.

Bereits heute ist die Situation der Anwohner durch die rücksichtslose Ausnutzung der bestehenden Betriebsgenehmigung unerträglich.

Dies gilt insbesondere für die Nachtstunden.

Durch eine extreme Zunahme der Verspätungen und die Sonderrechte der Home-Base-Carrier wird die Nachtruhe in den vergangenen Jahren immer stärker beeinträchtigt.

Der Flughafen konnte auch in den vergangenen Tagen den Nachweis nicht führen, dass es für die beantragte Kapazitätserweiterung einen verkehrswirtschaftlichen Bedarf gibt.

Im Ergebnis halten die Bürgerinitiativen der betroffenen Anwohner die Planrechtfertigung für nicht gegeben.

Tatsächlich hat sich der Verdacht verstärkt, dass es der Antragstellerin ausschließlich um Profitinteressen geht.

Die behaupteten ökonomischen Vorteile wurden widerlegt.

Ein öffentliches Interesse an einer Genehmigung der Kapazitätserweiterung besteht nicht. Vielmehr würde eine Genehmigung zu einer massiven zusätzlichen Belastung für die Anwohner und die Umwelt führen.

Eine Genehmigung ist mit dem Angerland-Vertrag nicht vereinbar.

Die Ersatzbahn ist eben gerade nicht mehr – wie auch vom OVG 2007 bestätigt – im Antrag des Flughafens dafür vorgesehen, in Spitzenzeiten über Tag den Verkehr durch die Freigabe der Ersatzbahn zu regulieren und Verspätungen zu verhindern.

Die beantragte Flexibilisierung soll vielmehr gerade verkehrs-steigernd genutzt werden und verlässt den vom OVG 2007 gesteckten Rahmen für die Nutzung in Spitzenzeiten von maximal 50% der Betriebswochenstunden.

1.        Der Antrag ist nicht begründet:

Die Antragstellerin hat keine belastbare Prognose vorgelegt, die die behauptete tatsächliche Nachfrage nach zusätzlichen Flugbewegungen im behauptetem Umfang belegen kann.

Eine Verkehrsprognose, die den Bedarf nachvollziehbar darstellt, hat der Flughafen nicht vorgelegt.

Insofern sind auch die Auswirkungen auf die Lärmentwicklung und die Umwelt nicht bewertbar.

Dies ist ein gravierender Verfahrensfehler, der zur Ablehnung des Antrags führen muss!

 

2.        Der Antrag ist nicht klar und eindeutig.

Die Antragstellerin weist darauf hin, dass sie keine Gesamtanzahl von Flugbewegungen beantragt habe, sondern Stunden-Eckwerte.

Zugleich hat der Flughafen beantragt, die heutige Obergrenze von 131.000 Flug-Bewegungen in den sechs verkehrsreichsten Monaten zu streichen.

Damit stünde dem Flughafen im Falle einer Genehmigung des Antrags eine Kapazität von 178.000 Slots für diesen Zeitraum und insgesamt 318.000 (heute: 256.000) für das Jahr zur Verfügung.

Es ist insofern irreführend für die Berechnung der künftigen Auswirkungen im Falle einer Genehmigung in den Fachgutachten den beliebig angenommenen Wert von 138.200 Flugbewegungen zugrunde zu legen.

Der Flughafen musste in den Erörterungen einräumen, dass er in Spitzenzeiten von einem Anstieg der Flugbewegungen von bis zu 30% ausgeht.

Insgesamt hat die Erörterung ergeben, dass aufgrund der fehlenden Verkehrsprognose eine realistische Abschätzung der Auswirkungen auf die Anwohner nicht möglich ist.

Die zusätzliche Belastung, insbesondere durch Lärm ist von den Gutachtern des Flughafens als zu gering angegeben.

Die Behauptung, die Genehmigung würde nicht zu mehr Nachtflugbewegungen führen, konnte nicht plausibel dargelegt werden.

Aufgrund der angestrebten Ausweitung der Flugbewegungen und der Begrenztheit der technischen Infrastruktur des Flughafens wird insbesondere das Verkehrsaufkommen in den abendlichen Spitzenstunden zu weiteren Verspätungen in den Nachtstunden führen.

 

3.        Die Belastungen durch die Erweiterung sind fehlerhaft ermittelt

Da eine Verkehrsprognose fehlt, sind auch die Auswirkungen auf die Lärmentwicklung und die Umwelt nicht realistisch bewertbar.

Die lärmmedizinische Stellungnahme ist insofern unbrauchbar, weil sie die Zahl der Flugbewegungen zu gering ansetzt.

Tatsächlich würde es die Genehmigung des Antrags erlauben, die Zahl der Flugbewegungen von heute ca. 115.000 in den sechs verkehrsreichsten Monaten auf künftig 178.000 auszudehnen.

Die den Gutachten zugrunde gelegte Schwelle von 138.200 ist aufgrund der Angaben des Flughafens nicht nachvollziehbar.

Auf diese Weise sollen die Auswirkungen kleingerechnet werden.

Eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und eine Gesamtlärmbetrachtung lehnt der Flughafen ab.

Insofern ist die tatsächliche Belastung der Anwohner nicht ermittelbar.

Eine zusätzliche Belastung von Menschen in schutzwürdigen Einrichtungen, wie z.B. in Kindergärten, Schulen und Altenheime wird vom Flughafen bestritten.

Gleiches gilt für die Zunahme der Schadstoffbelastung durch die beantragte Erweiterung.

Die gesundheitlichen Auswirkungen erhöhter Immissionen werden nicht bewertet.

Dies gilt insbesondere auch für Feinstäube und Ultra-Feinstäube.

Eine solche Missachtung der Interessen der betroffenen Bürger ist nicht hinnehmbar!

 

4.        Der Antrag ist nicht gerechtfertigt

Eine luftverkehrsrechtliche Planfeststellung ist dann gerechtfertigt, wenn sie im Einklang steht mit den öffentlichen Belangen und wenn sie zur Verfolgung dieser Ziele objektiv erforderlich ist.

Das öffentliche Interesse ist nicht dargelegt; die wiederholten Hinweise auf „die Gesetze des Marktes“ und die Interessen der Airlines, aus deren Interessenslage eine Erweiterung der Kapazitäten alternativlos sei, stellen betriebswirtschaftliche Interessen der Antragstellerin und von Fluggesellschaften dar, die aber nicht identisch sind mit dem öffentlichen Wohl und den Interessen der Bürger.

Es hat sich insofern der Eindruck bestätigt, dass der Antrag allein den Profitinteressen der Eigentümer des Flughafens Düsseldorf dient.

Ein angeblicher wirtschaftlicher Nutzen der Erweiterung wurde empirisch nicht nachgewiesen. Insgesamt hat der Flughafen nur positive Effekte berücksichtigt, die aber im Einzelnen nicht nachvollziehbar sind.

Die negativen Auswirkungen, insbesondere die steigenden Kosten durch Gesundheitsbelastung und Umweltschädigungen sowie die Beeinträchtigung der Existenz der Regionalflughäfen werden nicht berücksichtigt.

Eine gutachterliche Beurteilung der tatsächlichen Wohlstandseffekte wäre z.B. durch eine umfassende U-V-P möglich gewesen, die die Antragstellerin ebenso ablehnt, wie eine Gesamtlärmbetrachtung, die auch andere Emittenten einbezieht und die Gesamtbelastung auf die Anwohner ermittelt.

 

5.        Eine Erweiterung ist aus verkehrswirtschaftlichen Gründen nicht erforderlich

Die Potenzial-Analyse des Flughafens besagt, dass auch am Ende des Prognose-Zeitraums 2030 in NRW ausreichende Kapazitäten für die von den Gutachtern des Flughafens angenommene wachsende Nachfrage vorhanden sind.

Für eine Ausweitung des mit 16% nur geringfügigen Geschäftsreiseverkehrs und der ca. 130 Interkontinentalflügen pro Woche existieren auch in den nächsten Jahren für den Flughafen Düsseldorf keine Restriktionen.

Das Gegenteil konnte der Flughafen nicht nachweisen.

Bezüglich der möglicherweise wachsenden Nachfrage nach Urlaubsflugverkehr in den nächsten Jahren bietet NRW mit seiner polyzentrischen Flughafenstruktur eine gute Voraussetzung, die allerdings im Falle einer Genehmigung des Antrags des Flughafens Düsseldorf gefährdet würde.

Großteil des heutigen und künftigen Bedarfes ist nicht an den Standort Düsseldorf gebunden.

Dies gilt insbesondere für Point-to-Point-Verkehre zu Urlaubs-Destinationen im Mittelmeerraum von außerhalb der Raumordnungsregion Düsseldorf.

Eine Kapazitätserweiterung des Flughafens Düsseldorf würde die ökonomische Existenz der NRW-Regionalflughäfen gefährden.

Es ist nicht sinnvoll, wie vom Flughafen Düsseldorf angestrebt, von Regionalflughäfen immer mehr dieser Urlaubsreisenden abzuwerben.

Es ist vielmehr vernünftig, die Nachfrage nach Urlaubsflügen auch künftig auf den bestehenden Regionalflughäfen wohnortnah befriedigen zu können.

Dem wirkt der Antrag im Ergebnis entgegen.

Insofern ist er verkehrswirtschaftlich und verkehrspolitisch schädlich.

 

Die Umlandstädte und die Bürgerinitiativen fordern deshalb die Genehmigungsbehörde, das Verkehrsministerium des Landes NRW, auf, den Antrag des Flughafens Düsseldorf abzulehnen.

Ersatzweise hat die Genehmigungsbehörde die Antragstellerin aufzufordern, einen neuen Antrag vorzulegen, in dem auf der Grundlage einer gerechtfertigten Verkehrsprognose eine seriöse Bewertung der Auswirkungen auf Mensch und Umwelt möglich ist.

In diesem Falle ist ein neues Auslegungs- und Beteiligungsverfahren erforderlich.“ (Zitat Ende)


Hauptredaktion [ - Uhr]

laudatio

Meine Damen und Herren,

 

Sie werden es möglicherweise als ungewöhnlich empfinden, dass ich bei meiner Laudatio sitze.

 

Das hat nichts damit zu tun, dass mich irgendwelche Gebrechen dazu zwingen würden, sondern schlicht und ergreifend damit, dass wir uns alle immer schon auf Augenhöhe begegnen.

 

Warum sollte das heute bei einer Laudatio anders sein?

 

Wenn man sich manche Preisverleihungen anschaut, dann geht es nicht selten um Personen, die für sich etwas besonderes geleistet haben, bis hin zu Auszeichnungen „für ihr Lebenswerk“.

 

Das bedeutet natürlich nicht, dass wir uns heute nicht auf die Person beziehen, sondern nur unter einem anderen Blickwinkel.

 

Denn die Besonderheit unseres Inklusionspreises, den wir heute zum 4. Mal verleihen, ist, dass wir Menschen ehren, die sich in besonderer Weise um die Belange von Menschen mit Behinderungen in Mönchengladbach verdient gemacht haben.

 

Alle bisherigen Preisträger, die Schulleiter der Hauptschule Kirschhecke, Jack Onkelbach und Werner Blug in 2013 als Vorreiter von schulischer Inklusion, das Unternehmerpaar Klix und die Eheleute Schnettler im Jahr 2014, die sich dafür eingesetzt haben, den heute 17-Jährigen Hendrik mit Daun-Syndrom statt in eine Förderschule zu schicken und statt in einer Behindertenwerkstatt unterzubringen, dafür erfolgreich alles unternommen haben, ihn in Regelschulen beschulen zu lassen und ihn im 1. Arbeitsmakt zu beschäftigen.

 

 

Und im letzten Jahr Renate Peters und das Geschwisterpaar Möller, die sich ebenfalls für andere eingesetzt haben, nämlich für Hörgeschädigte und Gehörlose.

 

Sie alle haben mit dem heutigen Preisträger Albert Sturm eines gemeinsam:

 

Sie alle sind auf Grund ihrer Lebenseinstellung und ihres Engagements Vorbilder, die möglichst vielen anderen Mut machen sollen, Nachahmer zu werden.

 

„Eine Laudatio sollte jemand halten, der die Menschen, deren Leistungen es zu würdigen gilt, kennt und der aus erster Hand miterlebt hat, was sie alles geleistet haben.“

 

Dieser Satz ist nicht von mir, sondern von Dr. Thomas Wacker, der ihn bei der Laudatio auf Claudia und Norbert Möller bei der Vergabe des Inklusionspreises 2015 sagte.

 

In diesem Sinne bin ich stolz darauf, heute die Laudatio auf Albert Sturm halten zu dürfen, der in geradezu bewundernswerter Weise sein Schicksal bewältigt und darüber hinaus Wertvolles für die Gesellschaft leistet, für die Gesellschaft hier in Mönchengladbach und hier besonders für die Menschen mit Behinderungen und hoffentlich noch lange leisten wird.

 

Das, was Dr. Wacker meinte, begann bei mir im Jahr 2008.

 

Damals flatterte mir ein Kündigungsschreiben der ganz besonderen Art auf den Tisch, in dem es als Begründung u.a. hieß: „ … ich fühle mich für den VdK zu jung …“

 

Damals war Albert 54.

 

Wenn Sie als neu gewählter Vorsitzender ein solches Schreiben erhalten, kommen Sie zunächst  ins Grübeln, zumal es außergewöhnlich ist, dass Mitglieder, die einen Verband oder Verein verlassen wollen, Gründe dafür nennen.

 

Das geschieht in den seltensten Fälle.

 

Die meisten kündigen sang- und klanglos, so dass kaum die Chance besteht, etwas zu verbessern.

 

Albert war seit 2003 auf den Rollstuhl angewiesen.

 

Ich vermeide die Vokabel „gefesselt“ ganz bewusst, denn die traf schon damals allenfalls körperlich auf Albert zu.

 

Damals wie heute zolle ich seiner Einstellung einen hohen Respekt.

 

Seine Maxime war und ist schließlich: „Ich bin ein gesunder Geist in einem kranken Körper“.

 

Diese bemerkenswerte Aussage zog sich dann auch durch das mehrstündige Gespräch, bei dem ich beide erstmals kennlernte und bei dem es sehr spät wurde.

 

Dabei erfuhr ich nicht nur, was ursächlich für Albert Sturms Situation war, in der er sich befindet, sondern konnte auch feststellen dass er bei Leibe nicht in Selbstmitleid zerfließt und nicht mit seinem jetzigen Schicksal hadert.

 

Besonders weil er und seine Frau Karin – wie Karl Boland es eben sagte – „aus dem prallen Leben“ gerissen worden waren.

 

Die seinerzeitige Kündigung seiner VdK-Mitgliedschaft, die, wie Sie sehen, nicht wirksam wurde, war auch das Ergebnis seiner Erfahrungen, dass der VdK als Sozialverband mehr tun müsse, als sich regelmäßig in geselliger Runde zu treffen.

 

Er wollte etwas bewegen im Sinne der Menschen, die mit einer ähnlichen Situation fertig werden müssen wie er.

 

An diesem Nachmittag im Jahr 2008 wurde am Wohnzimmertisch Alberts Idee konkretisiert, dass es dringend an der Zeit war, die Barrieren, denen sich Mönchengladbacher mit Behinderungen tagtäglich gegenüber sahen, aufzuzeigen und hier für Abhilfe zu schaffen.

 

Das Projekt „Null Barrieren in Mönchengladbach“ nahm seinen Anfang.

 

 

 

Beim Kreisverbandstag 2009 wurden dann auch erstmals komprimiert Barrieren visualisiert und vereinzelt dargestellt, wie deren Abbau möglich sein könnte.

 

 

Lieferanten vieler Bilder waren einmal mehr Karin und Albert, wobei dieses Bild zu den eindrucksvollsten gehörte.

 

 

 

Schon damals monierten sie, dass für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen beispielsweise das Rathaus Rheydt „tabu“ war.

 

 

Der damalige Oberbürgermeister Bude ließ auf unserem Kreisverbandstag 2009 mit seiner Aussage „Lassen sie mich Ihr Partner beim Abbau von Barrieren sein“ so etwas wie Hoffnung aufkeimen, dass sich zumindest im Öffentlichen Raum und in öffentlichen Gebäuden einiges zum Besseren wenden könnte.

 

Hinsichtlich der Behindertentoilette auf dem Rheydter Markt, die dem Umbau weichen musste, erklärte Herr Bude, dass hierfür ein adäquater Ersatz gefunden würde.

 

Doch es bewahrheiteten sich die Erfahrungen, die auch die Sturms machen mussten, nämlich, dass Reden nicht gleichzusetzen ist mit entsprechendem Handeln, besonders vor bzw. nach Wahlen, wie der Kommunalwahl 2009.

 

Nun muss man sagen, dass dies nicht eine Besonderheit des ehemaligen Oberbürgermeisters war.

 

Es war und ist ein Phänomen, das auch auf viele andere politisch Tätigen zutrifft.

 

Und es erfordert Ausdauer und ein gewisses Maß an „positiver Impertinenz“ , für vermeintlich schwache Minderheiten etwas zu erreichen.

 

So liegen zwischen diesen beiden Bildern sage und schreibe vier Jahre.

 

Und es bedurfte der politischen Unterstützung des Integrationsrates und der damaligen Bezirksvertretung Süd und vieler „Erinnerungsgespräche“, bis die barrierefreie Erreichbarkeit von Teilen der Verwaltung und des Ratssaals in Rheydt geschafft war.

 

Weil (natürlich) für die Behindertentoilette auf dem Rheydter Marktplatz immer noch kein adäquater Ersatz gefunden wurde, eine solche also – wie sie wissen – bis heute immer noch fehlt, hatten Karin und Albert die Idee, Gastronomen am Marktplatz anzusprechen und fanden in „La Piazza“ und „Cellino“ zwei, die bereit waren, im Zuge der Neugestaltung ihrer Räume Behindertentoiletten einzurichten.

 

Mit Erfolg, wie man weiß, wobei die Sturms ihre Erfahrungen und ihren praktischen Sachverstand einbrachten.

 

Wer sollte ihn sonst haben, als die Betroffenen selbst.

 

Ebenso aus der Ideen-Schatzkiste von Albert entsprang die Überlegung in der Rheydter Innenstadt einen offenen Treffpunkt für Menschen mit Behinderungen zu schaffen und machte sich gemeinsam mit Karin auf die Suche.

 

2010 fanden sie ein kleines, leer stehendes barrierefreies Geschäftslokal in der Rheydter City-Passage, organsierten alles notwendige und gestalteten das von ihnen „VdK CityTreff“ genannte Ladenlokal mit Hilfe weiterer VdK-Ehrenamtler nach ihren Vorstellungen.

 

Wenn nichts dazwischen kommt, sind sie zuverlässig jeden Mittwoch und Samstag von 10 bis 13 Uhr dort anzutreffen, beraten ihre Besucher zum Thema Barrierefreiheit, nehmen Hinweise und Anregungen und natürlich auch Beitrittserklärungen entgegen.

 

Dort können sich übrigens tageweise auch Vereine präsentieren, die ihre Anliegen öffentlich machen möchten.

 

Soweit der Werbeblock zum CityTreff.

 

Etwas zu bewegen und kreativ zu sein, war auch Alberts Ansinnen bis zu seinem ersten Schlaganfall im Jahr 1999.

 

Der gelernte  Industriekaufmann betrieb eine Werbeagentur.

 

Sein Hobby schon in jungen Jahren war der Tanz und die Liebe zur Musik, insbesondere zu Jazz, Soul und Gospel.

 

Sei sehnlichster Wunsch war es, einmal mit einem professionellen Gospelchor singen zu können.

 

Hier war es dann Karin, die – ohne sein Wissen – diesen Wunsch an die Redaktion der SAT1-Sendung „Gottschalk‘s Hausparty“ herantrug und es dauerte nicht lange, bis Thomas Gottschalk und ein Kamerateam bei den Sturms in Giesenkirchen auftauchte.

 

Und nach dem Auftritt in Gottschalk‘s Sendung wurde Alberts Wunsch Wirklichkeit.

 

„Eine schöne Zeit war, als ich über mehrere Jahre in den U-S.A Gospel, von New York bis New Orleans in vielen Baptisten Kirchen sang“, beschreibt Albert auf seiner Internetseite „Gospel am Niederrhein“, was danach geschah.

 

1995 schon hatte er im Niersradio mit der Radio-Sendung „Gospeltaim“ begonnen.

 

Bis heute konnte er viele internationale und nationale Künstler aus der Szene für Interviews vor sein Mikro holen.

 

Warum gehe ich so ausführlich auf diese Zeit ein?

 

Aus zweierlei Gründen.

 

Zum einen, um deutlich zu machen, wie schnell es jeden von uns treffen kann, aus einem „prallen Leben“ gerissen zu werden.

 

Andererseits aber, dass man sich nicht aufgeben sollte.

 

Und dass man versuchen sollte, das herüberzuretten, was man noch bewältigen kann – was natürlich nicht einfach ist..

 

… und vielleicht sogar Neues anzugehen.

 

Dann kam 1999 – wie schon gesagt -  der 1. Schlaganfall. Dieser ereilte ihn nach einer Paris-Tour zuhause.

 

Nach einem Krankenhausaufenthalt, während dem er sich mit Trepp-auf Trepp-ab wieder fit machte, erholte er sich nach und nach.

 

Die halbseitige Lähmung bildete sich zurück.

 

2003 folgte der 2., ein doppelseitiger Schlaganfall und es sah sehr düster aus.

 

Albert war halsabwärts gelähmt, konnte nicht mehr sprechen und musste alles wieder neu lernen.

 

Zwei Jahre hat es gedauert, bis er wieder etwas reden konnte.

 

 

Mehrere Wochen lang lag er im Koma und sein bis dahin stabiles Umfeld im Stadtteil Giesenkirchen, wo er fast 50 Jahre lang gelebt hatte, geriet ins Wanken.

 

Der Bekanntenkreis veränderte sich enorm.

 

Nicht jedoch die Gospel-Kontakte.

 

So unterbrachen die Jackson Singers aus den U-S-A  2003 ihre Europa-Tournee, um ihn am Krankenbett zu besuchen.

 

Typisch für Albert das Victory-Zeichen sogar im Krankenbett.

 

 

Falsche Mutmaßungen oder Gerüchte machten in Giesenkirchen die Runde bis hin zur Behauptung, er sei einem schweren Herzinfarkt erlegen.

 

Anlass für Aktionen seiner Hausbank, die dazu führten, dass er seine beiden elterlichen Mietshäuser und damit eine wesentliche finanzielle Grundlage verlor.

 

Alle Annehmlichkeiten schienen Vergangenheit und verschwunden im vorigen Jahrhundert.

 

Funktional in der Gesellschaft mitmischen zu wollen, aber nicht mehr zu können, dieser Umstand begleitet Albert Sturm von nun an.

 

 

Das veranlasste ihn 2005 dem VdK beizutreten.

 

Seitdem gehört er zu den wenigen Mitgliedern, die nicht wegen eines sozialrechtlichen Problems in unseren Sozialverband kamen, sondern, weil er etwas ändern, etwas bewegen wollte für Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, wie er selbst.

 

Klares Indiz dafür ist, dass er bis heute den VdK noch nicht für seine persönlichen Belange in Anspruch genommen hat.

 

Dann 2011 ein erneuter Rückschlag.

 

Der 3. Schlaganfall, der uns alle schockte und bei uns schlimmste Befürchtungen wach werden ließ.

 

Aber auch diesmal ergab er sich nicht seinem Schicksal, kämpfte, berappelte sich und verstärkte sein Bewusstsein für das Leben ringsum.

 

 

Barrieren erkennen, sie benennen und in Zusammenarbeit mit anderen nach Abhilfemöglichkeiten suchen, ist stets seine Motivation.

 

Albert und Karin sind dafür ständig und schier unermüdlich unterwegs.

 

Dass Reden anlässlich von Preisverleihungen nicht immer ungehört verhallen, und sogar politische Nachwirkungen haben können, erfuhren wir, als die Mönchengladbacher Bündnisgrünen initiativ wurden.

 

 

 

In seinem Statement anlässlich der Verleihung des Inklusionspreises 2015, hatte Werner Knor u.a. erwähnt, dass das Rathaus Abtei nicht barrierefrei und somit für Menschen mit Behinderung quasi tabu ist.

 

 

Sitzungen und Veranstaltungen im Ratssaal sind im wahrsten Sinn des Wortes unerreichbar.

 

Bündnis 90/Die Grünen stellten daher einen Antrag, dass u.a. das Rathaus Abtei so hergerichtet werden solle, dass auch Rollstuhlfahrer an den Sitzungen und Veranstaltungen im Ratssaal auf der 1. Etage teilnehmen können.

 

Das lehnte die Ratsmehrheit ab.

 

Mehr noch, ein junger Politiker meinte dazu erklären zu müssen, dass man ja nicht wisse, was irgendwann einmal mit dem Ratssaal Abtei geschehen werde und im Übrigen solle man Inklusion ruhig etwas hint anstellen.

 

Der „Hit“ in dieser Diskussion war, dass die Mehrheit im Finanzausschuss der Meinung war, dass es doch ein Leichtes wäre, ein paar „kräftige“ Männer zu finden, die einen Rollstuhlfahrer hochtragen könnten.

 

Weil der Antrag der Grünen, der im Finanzausschuss abgelehnt wurde, eine Woche später im Hauptausschuss erneut behandelt werden würde, wollte Albert Sturm diese Argumentationen aus erster Hand erfahren.

 

Gleichzeitig war er neugierig zu erfahren, wie die Wortführer gegen die Herstellung von Barrierefreiheit im Ratssaal Abtei ihm erklären wollten, an dieser Hauptausschusssitzung teilzunehmen.

 

Was dann geschah ist kurz erzählt.

 

Einer der Wortführer organisierte einen „Tragedienst“.

 

Zuerst wurde Albert in einen Bürostuhl gesetzt, der E-Rollstuhl hochgetragen, Albert auf dem Bürostuhl folgte und im Ratssaal wurde er wieder in seinen Rollstuhl verfrachtet.

 

Keiner dieser „Akteure“, die spontan das unter Beweis stellen wollten, was unter „kräftigen Männern, die genügen würden“, zu verstehen sei, wusste auch nur im Ansatz, wie mit einem gelähmten Menschen umzugehen ist.

 

Nicht auszudenken, was hätte passieren können.

 

Doch damit nicht genug.

 

Der Antrag der Grünen stand am Ende der 30 Punkte umfassenden Tagesordnung zur Hauptausschusssitzung.

 

Es wäre ein Leichtes gewesen, wie schon häufig bei anderen Gelegenheiten geschehen, diesen Tagesordnungspunkt vorzuziehen.

 

Das lehnte die Mehrheit ab.

 

Etwa zweieinhalb Stunden mussten Albert und Karin aushalten.

 

In der Sonderausgabe des VdK-Kuriers, der auf Ihren Tischen ausliegt, können Sie den weiteren Verlauf dieser denkwürdigen Aktion nachlesen.

 

Was Sie darin nicht finden werden, sind die Kommentare aus sozialen Netzwerken, in denen davon die Rede war, wir hätten Albert benutzt.

 

Es sei unwürdig, einen Behinderten für eine solche Aktion zu missbrauchen, waren noch die sachlichsten.

 

 

Wer Albert auch nur im Ansatz kennt, wird wissen, dass er sich für nichts „missbrauchen“ oder benutzen lässt.

 

An dieser Stelle sei noch einmal an Alberts Grundeinstellung erinnert: „ich bin ein gesunder Geist in einem kranken Körper“.

 

Von den Ausschüssen, die regelmäßig im Ratssaal Abtei tagen, wurde bislang lediglich der Finanzausschuss auf Initiative der Vorsitzenden Ulla Brombeis (Grüne) in den barrierefreie erreichbaren Ratssaal im Rathaus Rheydt verlegt.

 

 

Doch lassen Sie mich nun wieder zu etwas Erfreulichem kommen:

 

„Schmoren im eigenen Saft“ und Selbstmitleid sind nicht Alberts Ding.

 

Er sucht den Erfahrungsaustausch auch mit anderen Betroffenen, um zu lernen und Dinge voranzutreiben.

 

„Die Stadt soll kein REHA-Center werden,“ sagte Albert Sturm, „aber ein Mindestmaß an Normalität sollte es in unserer Stadt schon geben. Es darf doch keine Rolle mehr spielen, ob Menschen behindert sind oder nicht.“

 

Barrieren, die für Menschen mit Behinderungen abgebaut werden, bedeuten für Nicht-Behinderte heute Komfort … und irgendwann kann aus diesem Komfort für heute Noch-Nicht-Behinderte dringende Notwendigkeit werden.

 

Dass Albert Sturm Behindertenvertreter im Kreisvorstand ist, dass er 2008 eine Selbsthilfegruppe „Rolli Treff“ ins Leben gerufen hat, und seit 2013 eine Radiosendung „Der soziale Treff“ ausstrahlt, in dem er soziale Themen „hörbar“ macht, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

 

 

Auch, dass er in einer ganzen Reihe von Fernsehsendungen zum Thema „Barrierefreiheit“ sowohl eingeladen als auch vor Ort in Mönchengladbach interviewt wurde.

 

 

So unter anderem von der Russland-Redaktion der Deutschen Welle, die einen Tag lang mit ihm und seiner Frau Karin eine „Barriere-Tour“ durch die Rheydter Innenstadt unternahm.

 

Dass ihm sein Engagement viel Freude und Spaß macht, wissen wir alle.

 

Genauso dass Albert eine Frohnatur geblieben und immer für einen Schabernack gut ist.

 

Da fährt er auch schon mal in ein „Drive-In“ oder er bestellt sich listig einen „Coffee to Go“

 

Ich kann mich nicht erinnern, ihn mal schlecht gelaunt oder missmutig erlebt zu haben oder dass er mal nicht lächelte.

 

Wenn auch manchmal durchaus hintergründig oder selbstironisch, aber immer mit der ihm eigenen Ernsthaftigkeit.

 

Irgendwie scheint ihm das wohl in die Wiege gelegt worden zu sein, wie diese Bilder erahnen lassen.

 

Dafür und für Deinen Einsatz schätzen wir Dich sehr, lieber Albert … und hoffen, dass wir Dich noch lange so erleben dürfen!

 

 

Jetzt müsste als nächstes die Preisverleihung folgen.

 

Doch die muss noch ein klein wenig warten. Aber nicht lange.

 

Denn wir haben noch eine Preisträgerin, die bis jetzt noch gar nichts davon weiß.

 

Wenn das Versprechen: … in guten, wie in schlechten Zeiten …“ auf einen Menschen besonders zutrifft, dann auf Karin Sturm.

 

Wenn wir auch sie heute ehren, dann nicht dafür, dass sie 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr für Albert da ist, sondern dafür, dass sie ihn darüber hinaus hochmotiviert und voller kreativer Ideen und Tatkraft seine Ziele unterstützt.

 

Und dennoch ist sie nicht „ die Frau von”

 

Man kann sagen, dass hier ein Topf seinen Deckel gefunden hat … oder umgekehrt …  und das schon 34 Ehejahre lang.

 

Dass es dann auch mal brodelt, besonders bei so viel Temperament auf beiden Seiten, ist normal, aber es kommt nie zum Überkochen.

 

Im Gegensatz zu Albert war Tanzen nicht ihr Ding, wie sie mir mal sagte, und Singen … na ja …

 

Das hinderte sie – für die Judo einmal der Sport ihrer Wahl war – nicht daran, sich für Jazz, Gospel und Blues zu interessieren, mit ihrem Mann zu reisen und auch später seine Gospelsendungen und den „sozialen Treff“ aktiv mit zu gestalten.

 

Vieles von dem, was ich gerade zu Albert sagte, trifft auch auf sie zu.

 

Daher fällt meine Laudatio auf Karin Sturm kürzer aber nicht minder herzlich aus.

 

Auch sie wollte aus dem VdK austreten und tat es glücklicherweise nicht.

 

Auch sie ist voll dabei, wenn es darum geht, Barrieren und andere Hindernisse für Menschen mit Behinderungen in unserer Stadt zu identifizieren, aufzuzeigen und abzubauen.

 

Dass sie dabei absolut fit ist, wenn es um fotografisches Dokumentieren geht, hilft beiden, aber auch den Menschen mit Behinderungen in Mönchengladbach, die dieses Talent nicht haben.

 

Wie überhaupt Kreativität – auch gestalterische – ihr im Blut zu liegen scheint.

 

Wer hat schon die Fähigkeit, eigene aussagekräftige Smilies zu zeichnen, die sich sehen lassen können.

 

Philosophisch betrachtet, könnte man diese Auswahl von Karins Smilies als „aus dem Leben der beiden“ bezeichnen.

 

So entstammt auch das Mikro-Männlein zur Radiosendung „Der Soziale Treff“ ihrer Feder, das übrigens immer noch nach einem Namen sucht.

 

Manchmal ist Kreativität auch im täglichen Leben der Beiden unbedingt nötig.

 

Dazu kurz zwei Beispiele:

 

Beide wollten einmal im Wald um Schloss Diek die abendliche Lichtinstallation „Illumina“ erleben.

 

Der unebene Waldboden mit diversen Wurzeln stellt für Rollstuhlfahrer und Begleitpersonen eine kaum beherrschbare Barriere dar.

 

Da muss schon ein E-Rolli mit, und der kann nur mit einem entsprechenden Fahrzeug oder Anhänger transportiert werden.

 

Nachdem mit großen Mühen und erheblichem Kraftaufwand die Anhängerlösung umgesetzt wurde, kam Karin die Idee einer leichteren Lösung, die dann auch von anderen E-Rollstuhlfahrern genutzt werden könne.

 

Heraus kam ein kleiner Transportanhänger für E-Rollies, den Betroffene über den CityTreff kos­tenfrei ausleihen können.

 

Sowohl für Tagesausflüge als auch für einen Urlaub.

 

Ein Fahrzeug, dass sie vielleicht schon vor dem Theater gesehen haben.

 

Ein weniger angenehmer Anlass war es dann, die Karin Sturm erneut kreativ werden ließ.

 

Albert war in der Wohnung gefallen und Karin wollte ihn wieder aufrichten.

 

Bei dieser Aktion verstauchte sie sich – neben ihrer sowieso schon lädierten Kniegelenke – einen Knöchel und war für viele Wochen „außer Betrieb“.

 

Und sie machte sich Gedanken für das „danach“, denn wie sollte es mit zwei Krücken – aber auch ohne – einmal weitergehen?

 

Wie sollte Karin zukünftig Alberts E-Rollstuhl folgen können?

 

Schon vor dem Malöör war das wegen ihrer Knieprobleme oft nicht ganz einfach gewesen.

 

Karin nutzte die „Zwangsruhe“, um im Internet nach einer Lösung zu suchen.

 

Und sie fand gemeinsam mit Albert auch zu diesem Problem eine „Anhängerlösung“.

 

Diesmal nicht für den Transport des E-Rollis, sondern als Mitfahrgelegenheit für sich als Begleitperson.

 

Sie wurde zur „Trittbrettfahrerin“ im wahrsten Sinn des Wortes.

 

So hat sie bei Bedarf einen sicheren Stehplatz hinter ihrem Albert.

 

Der meinte dazu spontan und schmunzelnd: „Dann kann ich Karin endlich mal wieder abschleppen!“

 

Dass Karin und Albert mit diesem Gespann Aufsehen erregen, ist logisch … aber auch gewollt.

 

Denn oft kann ein gutes Hilfsmittel nur durch praktische Anwendung Betroffenen nahegebracht werden.

 

Auch so etwas zählt zum Engagement für Menschen mit Behinderungen.

 

Meine Damen und Herren, Sie werden erkannt haben, dass unsere beiden heutigen Preisträger in vielerlei Hinsicht ein geradezu kongeniales Paar sind und ein ebenso kongeniales Team bilden, wenn es um die Belange von Menschen mit Behinderungen in Mönchengladbach geht.

 

 

Und sei es nur, weil sie mit ihrem sicherlich außergewöhnlichen Engagement Menschen mit Behinderungen Mut machen, sich nicht zu verstecken.

 

Die Beiden geben auch ihre ganz persönlichen Erfahrungen an andere Betroffene weiter und zeigen immer wieder auf, dass es auch in schwierigen Situationen eine Lösung gibt.

 

Ein „unmöglich“ ist für das Power-Paar der besonderen Art fast unmöglich.

 

Abschließend will ich dann doch noch eine Gemeinsamkeit preisgeben.

 

Beide sind Borussen-Fans.

 

Das ist hier in Mönchengladbach wahrlich nichts Besonderes … sollte man meinen, aber auch hier tritt dieses Paar aus der Masse hervor:

 

Albert ist nämlich Anhänger von Borussia Mönchengladbach und Karin von Borussia Dortmund.

 

 

Liebe Karin, lieber Albert: Ihr seid auf Eure ganz besondere Art unsere     Alltagshelden.

 

Ihr seid Motoren und Vorbilder und geradezu prädestiniert für unseren Inklusionspreis.

 

 

Wir alle sind froh und stolz, Euch in unseren Reihen zu haben.

 

Danke dafür!