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Fracking in Mönchengladbach bald wieder ein Thema? – Wintershall schreibt Landtagsabgeordnete an

[1]In den letzten Tagen berichtete Radio 90.1, BASF wolle in Mönchengladbach Probebohrungen nach Gas im Schiefergestein durchführen, um zu prüfen, ob sich Fracking hier lohne.

Schon im November 2011 war darüber öffentlich diskutiert worden. [2]

Auf unsere Anfrage an die Stadt Mönchengladbach, erklärte Stadtsprecher Dirk Rütten u.a., dass in der Verwaltung nichts über „aktuell geplante Borungen“ der Firma Wintershall (Tochterunternehmen der BASF) bekannt sei.

Vermutlich basierten momentan verbreitete Informationen auf der Meldung der Deutschen Presseagentur (dpa), nach der das für die Sparte Oil & Gas zuständige BASF-Vorstandsmitglied Harald Schwager erklärt hatte, dass Europa „im Zugzwang“ sei und dass die BASF-Tochter Wintershall Anträge gestellt habe, um in zwei nordrhein-westfälischen Regionen (Felder Ruhr und Rheinland) nach Schiefergas suchen zu können und dass in den USA bereits in großen Mengen gefördert werde.

Das so genannte „Feld Rheinland“ (1.403 Quadratkilometer) umfasst die Kreise Viersen und Heinsberg, Mönchengladbach, sowie die nördlichen Teile der Kreise Düren und Aachen.

Zuständig für Genehmigungen ist die Bezirksregierung Arnsberg, die in der hiesigen Region bei den Gegnern des Braunkohletagebaues keine hohe Reputation genießt.

Entscheidend wird jedoch sein, wie die Bundesregierung, aber auch die NRW-Landesregierung sich diesem äußerst kritischen Thema nähern und welche Entscheidungen der nunmehr stabil rot-grün dominierten Landtag trifft.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass die Leitung der Wintershall Holding GmbH Lobbyarbeit betreibt und nach der Landtagswahl alle (teilweise auch neuen) Abgeordneten, die u.a. dem „Feld Rheinland“ zuzuordnen sind, angeschrieben und sich als „Dialogpartner“ angeboten hat.

In diesem unserer Redaktion vorliegenden Schreiben vom 16.06.2012 prognostiziert Johann Pünnel, Leiter der Wintershall Deutschland, dass die „heimischen“ Erdgasvorkommen nur noch für elf Jahre ausreichen würden und erklärt, dass für eine fundierte Forschung nach „Schiefergasvorkommen“ die Genehmigung so genannter „flacher Kernbohrungen“ zur Gesteinsprobenentnahme erforderlich sei.

Wintershall wolle die aktuelle Debatte ernst nehmen und „Politik, Behörden und Bürger offen und transparent“ in die Planungen mit einbeziehen und erklärt, man werde während der Forschungserlaubnis kein „Hydraulic Fracturing“ durchführen und plane „keine Tiefenbohrungen“.

Auch wenn man (momentan) keine Tiefenbohrungen „plant“, wird mit dieser Formulierung nicht ausgeschlossen, dass solche Bohrungen über Ausnahmegenehmigungen nicht doch durchgeführt werden.

Auch die übrigen Erklärungen im Schreiben an die Landtagsabgeordneten scheinen unverbindlich und eher der Kategorie „Allgemeinplätze“ zuzuordnen zu sein.

Interessant wird sein, wie die beiden Mönchengladbacher Landtagsabgeordneten Hans-Willi Körfges (SPD) und Norbert Post (CDU) darauf reagieren werden.

Am 18.11.2011 hatten wir beiden bezüglich „Fracking & Bergrecht“ diese Fragen gestellt:

  • Wie werden Sie sich in dieser Sache positionieren?
  • Was beabsichtigen Sie zum Schutz der Mönchengladbacher Bevölkerung zu unternehmen?
  • Wie beurteilen Sie die Informationspolitik der Bezirksregierung Arnsberg zum Thema Fracking und deren Vergabepolitik zur Aufsuchung von Erdgas in NRW?
  • Wie stehen Sie zu einem Bericht von DER WESTEN (ähnliches wird immer wieder berichtet), dass das Wirtschaftsministerium mittels eines Erlasses und sozusagen durch die Hintertür, mittelfristig den Weg frei machen will?
    Hierzu auch dieser Link:
    http://www.derwesten.de/unresolved/neuer-erlass-macht-gassuche-wieder-moeglich-id5152590.html [3]
  • Was werden Sie konkret unternehmen, damit das antiquierte Bundesberggesetz, das teils noch aus dem Jahre 1865 stammt, so geändert wird, dass die Rechte Betroffener gestärkt und die Bürger geschützt werden, indem beispielsweise zukünftig nicht mehr „Bergrecht vor Grundrecht“ gilt?
    Dies ist nicht nur für das Fracking sondern auch im Zusammenhang mit dem Braunkohletagebau von Interesse.

Norbert Post (seinerzeit noch stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender im Düsseldorfer Landtag) ließ die Fragen durch den damaligen wirtschafts-, mittelstands- und energiepolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Hendrik Wüst, beantworten.

Dieser ging nicht auf die konkreten Fragen ein, so beispielsweise auch nicht auf den Problembereich „Bergrecht“, der eine wesentliche Rolle auch beim „Fracking“ spielt. [4] Die diesbezügliche Nachfrage blieb bislang unbeantwortet.

Hans-Willi Körfges ließ wegen der seinerzeitigen Plenardebatten u.a. zum Stärkungspakt Stadtfinanzen und zum Haushalt 2012 um Geduld bitten; eine Antwort steht bislang noch aus.

pfeil-rechts1Weitere Informationen zum Thema:
http://www.bz-mg.de/category/themenreihen/reihe-fracking [5]  und  http://www.gegen-gasbohren.de/ [6]

11 Kommentare (Öffnen | Schließen)

11 Kommentare Empfänger "Fracking in Mönchengladbach bald wieder ein Thema? – Wintershall schreibt Landtagsabgeordnete an"

#1 Kommentar von nihil-est am 8. Juli 2012 @ 15:15

In Zeiten wo es nur noch eine „Gegen alles“-Mentalität gibt muss doch auch ein Umdenken stattfinden.

Egal ob Solarzellen, Windräder, sog. Biogasanlagen oder was auch immer in Planung gehen haben sich auch ruckzuck Gegnergemeinschaften gegründet.

Diese Mentalität führt zum Stillstand – und natürlich ist so auch keinerlei Abwägung mehr möglich.

„Fracking“ ist natürlich zigtausendmal gefährlicher als ein Windradpark oder eine sog. Biogasanlage, doch stehen wir vor Zeiten wo weltweit die Ressourcen knapp werden. Leider auch vor Zeiten wo sich bald schon immer weniger Energie wirklich leisten können.

Wer also (berechtigt) seine Bedenken gegen “ Fracking “ anmeldet, der möge also auch in gleichem Atemzuge darlegen wie für die Allgemeinheit die Energie bezahlbar im Bezug gesichert wird.

Sinnfreie ideologische Antworten wie „Null-Energie-Haus“ möge man mir übrigens ersparen!!!

Ich – wie die absolute Mehrheit hierzulande – haben leider keine 500.000€ Kleingeld in der Portokasse dafür übrig.

Energiepolitisch hatten wir (den Älteren bekannt) schonmal fast über Nacht eine Energiekrise. Bei ähnlichen Konstellationen heutig würde es nur schlimmer kommen.

Wo sind also die Alternativen zum (mehr als bedenklichen) Fracking???

Nur so am Rande, nebenbei

#2 Kommentar von Hannelore Huber am 12. Juli 2012 @ 10:22

Was wäre geschehen, wenn man diesen Personen (und auch anderen) mehr Beachtung geschenkt hätte?

Hätte unsere Energie-Geschichte eine andere Wendung genommen? Pech war, dass das seinerzeit gerade entdeckte Erdöl, so wie auch heute noch, einigen wenigen sehr viel Geld und Macht einbrachte.

Thomas Alva Edison, 1931:

„Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.“

Und aus: [7]

Zitat: Frank Shuman war überzeugt: „Entweder die Menschheit macht sich die Sonnenenergie zunutze, oder sie fällt zurück in die Barbarei.“

Aus diesem Grund konstruiert der US-Amerikaner mit deutschen Wurzeln 1908 einen gewölbten Spiegel, der die Sonnenstrahlung bündelt, um Wasser zu erhitzen – und dann mit dem entstandenen Wasserdampf über eine Turbine einen Stromgenerator anzutreiben.“ Zitat Ende.

In Deutschland trug die Kohle (sowohl Stein- als auch Braunkohle) nach den beiden Weltkriegen zwar zum Wirtschaftswachstum bei, verhinderte aber ebenfalls den Blick, bzw. trübte ihn dank bester Gewinne, auf die Endlichkeit dieser Ressource. Auch bei uns blieben Gedanken an die Verantwortung gegenüber nachfolgenden Generationen außen vor.

Selbstverständlich sehen das RWE, Vattenfall & Co. vollkommen anders.

Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit kommt im Vokabular dieser Konzerne nur in Greenwashing-Hochglanzbroschüren vor. Auch Umweltschutz, selbst wenn man die CO2-Diskussion außen vor lässt, wird dort vollkommen anders interpretiert.

Die Energiewende wurde bewusst „verschlafen“, weil nicht sein konnte, was nicht sein durfte.

Infos für Alternativen zu Gas und Öl: Wind- oder Solargas (speicherfähig):

[8]

Infos von Greenpeace (mit kurzem Video):

[9]

Mehr zum Thema, u.a. Bezahlbarkeit von Energie, hier:

[10]

und hier:

[11]

weitere Infos z.B. auch hier:

[12]

Bundesministerin Aigner: „Erneuerbare Energien schaffen Arbeit und Einkommen vor Ort“:

[13]

Solarboom drängt Kohlekraft ins Abseits:

[14]

Zitat: „RWE, Eon, Vattenfall, EnBW stecken Milliarden in neue Steinkohlekraftwerke in Deutschland. Doch angesichts steigender Mengen Ökostrom im Netz ist fraglich, ob sich die Anlagen je rechnen werden. Händeringend sucht die Branche nach Auswegen.“ Zitat Ende.

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, diverse Studien/Pressemitteilungen:

[15]

Beispiel:

„340.000 Arbeitsplätze durch erneuerbare Energien
Beschäftigungswirkungen der erneuerbaren Energien in Deutschland höher als bislang angenommen“:

[16]

Es gibt selbstverständlich noch eine Vielzahl weiterer Seiten.

#3 Kommentar von Ypsilon am 12. Juli 2012 @ 18:59

@ nihil-est

Sie schreiben: „Wer also (berechtigt) seine Bedenken gegen „Fracking ” anmeldet, der möge also auch in gleichem Atemzuge darlegen wie für die Allgemeinheit die Energie bezahlbar im Bezug gesichert wird.“

Fracking als „Lösung“ des Energieproblems?

Schlimmer geht es kaum. Schauen Sie mal auf die Seite von „Gegen Gasbohren“

[6]

Wenn das nicht reicht wäre der Film „Gasland“ etwas für Sie.

Josh Fox, der den Film drehte, wird auf Spiegel-online so zitiert:

„Doch wie gefährlich ist der Boom? Dokumentarfilmer Fox hält unkonventionelle Gasförderung für eine „ökologische Katastrophe“, die Atemluft und Grundwasser bedroht – und bei der Menschen immer wieder giftigen Chemikalien ausgesetzt werden. „Wir erleben einen Umweltskandal, den die US-Regierung erst jetzt ernsthaft zu untersuchen beginnt – Jahre, nachdem der Förder-Boom begonnen hat“, sagt er SPIEGEL ONLINE. Die Umweltprobleme in den USA „sollten Europas Regierungen eine Warnung sein“.“

Sie schreiben: „In Zeiten wo es nur noch eine „Gegen alles”-Mentalität gibt muss doch auch ein Umdenken stattfinden.“

NUR noch GEGEN ALLES? Nur weil Bürger es WAGEN sich zu Wort zu melden und sich nicht mehr ALLES gefallen lassen wollen? Was ist daran verwerflich? Müssen Bürger immer schön angepasst sein und alles schlucken was ihnen von wem auch immer, der davon profitiert oder sich für klüger als diese hält, bieten lassen? Nicht alles muss vermeintlich guten Geschäften geopfert werden ohne Alternativen überhaupt zu prüfen oder gar zu wollen.

Eine Demonstration ihres Könnens liefert z.B. die Politik aktuell am laufenden Band. Die Abstimmung im Mikro-Rest-Bundestag zur Fortentwicklung des Meldewesens und vor allem ESM & Fiskalpakt (alle machen mit, kaum einer weiß Bescheid)

[17] – Euro-Rettungsschirm – Ahnungslose

Abgeordnete – Panorama (Schlusssatz: Abstimmen nach bestem Wissen und Gewissen – nur das Wissen könnte man noch ausbauen. Peinlicher geht es nicht mehr!)

kann man als echte Highlights bezeichnen. Dieselben evtl. gerade mal im Landtag (auch dort oft gähnende Leere) oder Bundestag anwesenden Politiker wollen sich anmaßen, dem Bürger zu erklären, was er hinzunehmen und auszuhalten hat oder gar gut für ihn ist?

Hört mal, wer da spricht und den Zeigefinger hebt!

Aber wehe, es geht darum im Wohnumfeld von Politikern etwas (vielleicht) Unangenehmes zu installieren, Lärm nimmt zu, irgendetwas stört, dann hört der Spaß aber auf, und man lässt Beziehungen spielen. Dann ist ganz schnell Schluss mit Lustig.

Unterschied zu den angeblichen „Wutbürgern“? Leute mit Beziehungen, ob aus Politik, Verwaltung oder Wirtschaft, brauchen nicht auf die Straße zu gehen. Da läuft das vollkommen geräuschlos hinter den Kulissen.

Probleme des Frackings: Trink- und Grundwasserproblematik, enormer Flächenverbrauch bei der Erschließung von Bohrfeldern, schier unendlicher Wasserverbrauch (in die Millionen Liter gehend) beim Aufbrechen des Gesteins, problematische/riskante, weil gesetzlich nicht geregelte Entsorgung des Frack- und Lagerstättenwassers, Lärmemissionen bei Bau und Betrieb der Anlagen.

Das in einer Stadt wie MG? Wären Sie gerne Nachbar eines solchen Bohrfeldes?

Das Grundwasser, das uns RWE Power noch lässt, setzen wir dann der Gefahr von Vergiftung aus? Vielleicht ist so ein brennender Wasserstrahl ja mal interessant zu sehen – aber immer und dabei noch krank werden? Muss ich nicht haben! Dann bin ich gerne auch ein Gegen-alles-Bürger.

Außerdem: Auch diese Vorkommen sind ENDLICH wie alle fossilen Energien. Es wird uns also letztendlich gar nichts anderes bleiben als uns mehr mit Erneuerbaren Energien auseinanderzusetzen und diese zu fördern. Da ist mehr drin als uns immer vor allem von den Energiekonzernen erzählt wird.

Öl oder Gas kann man ersetzen – Wasser niemals.

Dass es anders geht zeigen die Länder mit Fracking-Verbot: Schweiz, Bulgarien, Großbritannien, Niederlande, Frankreich.

Warum nicht auch Deutschland?

#4 Kommentar von nihil-est am 13. Juli 2012 @ 06:11

@Ypsilon.

nett garniert und ellenlang einen marginalen Teil beantwortet. Am Kern vorbei geschrieben.

Zu Alternativen haben Sie eher nix geschrieben und weichen auf das Thema Grundwasser aus.

Da ich hier Grundwasser bei 4 Meter habe, es auch nutze, verstehe ich Ihre Argumente eher weniger.

Übrigens, mein PKW fährt auch wunderbar praktisch ohne fossile Energie, klappt wunderbar.

Das wohl ist der Unterschied zwischen “ Gegen alles Bürger “ Ihrer Ausprägung und “ Ich mache zumindest was ich kann Bürgern “ wie ich es eben bin 😉

Was also machen Sie?

Wo sehen Sie Lösungen als Alternative?

Gruss

#5 Kommentar von Pincopallino am 13. Juli 2012 @ 13:51

@nihil-est

Der Hinweis an Ypsilon bzgl. der angeblich fehlenden Alternativen ist wohl überflüssig, hat doch Frau Huber in dem vorherigen Posting derer gleich eine ganze Reihe angeführt. Warum hätten diese jetzt nochmal wiederholt werden sollen?

Ich bin ebenfalls gegen Fracking und jeder, der sich auch nur ein wenig mit der Materie befasst, der versteht, warum diese „wunderbare“ Technologie in den USA zu solch verheerenden Folgen für Umwelt, Mensch und Tier geführt hat und warum zahlreiche europäische Länder sie verbieten, kann kaum ein Argument finden, das für deren Einsatz in Deutschland spräche.

Wir als Menschen „können“ vielleicht so Manches, aber nicht alles MÜSSEN wir auch umsetzen, schon gar nicht ohne Not!

Dass es Alternativen zur Energiegewinnung gibt, ist wohl unbestritten. Dass die aktuellen Energieversorger daran keinen Spaß haben wohl ebenso.

Wer glauben kann, dass dieser massive Einsatz von teils hochgiftigen Chemikalien keinerlei negative Folgen für uns (Umwelt inklusive) haben soll, kann nicht ganz bei Trost sein … !

Bei einem objektiven Abwägen von Vor- und Nachteilen überwiegen eindeutig Letztere. Wenn man dies zum Ausdruck bringt und dann als „Gegen-Alles-“ oder „Wut-Bürger“ bezeichnet wird, bitte schön, dann bin ich auch ein solcher.

#6 Kommentar von Ypsilon am 13. Juli 2012 @ 21:02

@ nihil-est

Alternativen?

Wie Pincopallino bereits zutreffend schlussfolgert, war es nicht nötig, die Ausführungen von Hannelore Huber noch einmal zu wiederholen.

Wenn es für Sie aber von Bedeutung ist, kann ich noch einmal ergänzen: Was die Alternativen anbelangt, schließe ich mich den Ausführungen von Hannelore Huber an.

Wenn für Sie die Erläuterung der Tatsache, dass Sie das Grundwasser bei 4 Meter haben, es auch nutzen, und meine Argumente hinsichtlich der Trink- und Grundwasserproblematik eher weniger verstehen, ist das eben Ihre Sicht der Dinge.

Wieso weiche ich auf das Grundwasser aus? Beim Fracking ist genau das einer der Hauptkritikpunkte. Wie wollen Sie verseuchtes Grundwasser ersetzen?

Ob Sie eine Bohrstelle als direkten Nachbarn akzeptieren würden, haben Sie leider nicht verraten.

Das wäre interessanter zu erfahren als die Tatsache, dass Sie uns mitteilen „mein PKW fährt auch wunderbar praktisch ohne fossile Energie, klappt wunderbar“? Das kenne/n ich/wir bereits, da Sie es nicht erstmalig erwähnen.

Was wollen Sie damit zum Ausdruck bringen? Was hat das mit Fracking zu tun?

Vermutlich verwenden Sie Biodiesel oder Pflanzenöl. Meinen Sie deshalb ein ”Ich mache zumindest was ich kann Bürger „wie ich es eben bin“ zu sein?

Eine Alternative, die uns nicht wirklich weiter bringt, wenn wir es alle täten. Woher sollen die Anbauflächen (Flächenkonkurrenz) kommen? Das Thema „Tank oder Teller“ dürfte inzwischen hinlänglich bekannt sein.

Was ich mache? Soll das jetzt ein Wettbewerb werden? Seien Sie versichert, dass ich einiges tue.

Ansonsten besten Dank für Ihre Belehrungen. Immer wieder nett selbige von Ihnen zu erhalten.

#7 Kommentar von Hauptredaktion am 25. Juli 2012 @ 09:24

Zur diesem Thema erklärt Klaus Heimbucher von den Mönchengladbacher Piraten in einer Pressemitteilung:

„Die PIRATEN in NRW lehnen Fracking als Fördermethode ab, da sie unkalkulierbare Risiken für unsere Umwelt und unser Trinkwasser bedeutet.

Die PIRATEN in Mönchengladbach fordern die umgehende Offenlegung aller relevanten Daten durch Behörden und Betreiber und eine frühzeitige Beteiligung der Bürger.

Die Lage in unserer Region

Die Bezirksregierung Arnsberg hat der Firma BASF Wintershall 2010 die Aufsuchungserlaubnis für unkonventionelle Kohlenwasserstofffelder, u.a. für das sog. „Feld Rheinland“ (1.403 Quadratkilometer), erteilt.

Das „Feld Rheinland“ umfasst die Kreise Mönchengladbach, Viersen, Heinsberg sowie die nördlichen Teile der Kreise Düren und Aachen. Zuständig für Genehmigungen ist die Bezirksregierung Arnsberg.

Gasabbau in den USA lässt Wasser brennen

Stellen Sie sich vor: Aus einem ganz normalen Wasserhahn läuft Wasser in ein Küchenspülbecken.
Dann hält jemand ein Feuerzeug an den Wasserstrahl und plötzlich brennt das ganze Becken. Was völlig unmöglich erscheint, ist in diversen Gemeinden an der amerikanischen Ostküste Realität:

Ihr Trinkwasser enthält neuerdings Erdgas, Brunnen werden unbrauchbar, erboste Anwohner stellen Videos wie das von brennendem Wasser zu Hunderten ins Internet.

Die Ursache: Gasabbau mit der relativ neuen Methode des hydraulischen Brechens, kurz Fracking.

In Europa sind erste Verbote von Fracking erlassen worden Das französische Parlament beschloss 2011, die umstrittene Erdgasförderung per Fracking offiziell zu verbieten. Auch in Bulgarien und in den Niederlanden (Provinz Brabant) sind Verbote erlassen worden.

Die Reaktion der NRW Landesregierung

In NRW gibt es im Moment ein Fracking Moratorium und die Landesregierung hat ein umfassendes Gutachten zu den Risiken von Fracking in Auftrag gegeben.

Dieses Gutachten soll Ende August vorliegen. Die Zusammenarbeit mit einem projektbegleitenden Arbeitskreis, dem auch Bürgerinitiativen und Umweltverbände angehören, wurde am 15.06.2012 aufgekündigt. Ein Zwischenbericht soll entfallen.
Wie wird die Entscheidung der Landesregierung ausfallen?

Wie stehen die Landtagsabgeordneten Körfges (SPD) und Post(CDU) aus Mönchengladbach zu diesem Thema?“

#8 Kommentar von nihil-est am 25. Juli 2012 @ 13:28

@Hauptredaktion

Äpfel mit Birnen zu vergleichen ist nie eine gute Art journalistische Artikel zu verfassen.

1.) Wir reden hier aktuell “ nur “ über Probebohrungen. Nix anderes macht man bei Geothermieprojekten oder unser gelologischer Dienst. Fakt.

2.) Hysterie ( angesteckte Mitkommentatoren haben wir ja ) und Panikmache sind wenig hilfreich.
Da wir hier ganz andere Lagerstätten haben als in den USA WÜRDE im Falle der Förderung auch ganz andere Technik verwendet – muss es gar nicht zu den Erdgasaustritten kommen!!!!
Wie wir HIER auch wohlmöglich sogar ohne “ Chemiecalien “ wie in den USA auskommen können.

Beleg: Erwartet wird ( so es zur Förderung überhaupt kommt ) das sogenannte Kohleflötzgas.
Beleg: Stellvertretender Vorsitzende des Bundestags-Umweltausschusses, 01.07.2012, „In zwei Jahren könnte dies ohne den Einsatz von Chemikalien möglich sein, solange sollten wir noch warten“. FDP-Umweltpolitiker Horst Meierhofer

Zur Dimension: Unter uns in Deutschland lagern auf einer Fläche ges. von der Grösse etwa Österreichs in etwa laut Deutsche Rohstoffagentur Reserven von 827 Milliarden Kubikmeter, davon 80 Prozent in unkonventionellen Lagerstätten.

Es wäre daher sträflich diese zu vernachlässigen so diese EINES TAGES ( sei der Tag fern oder nah ) UNGEFÄHRLICH gefördert werden können. Um genau dieses ungefährlich geht es.

Nur so am Rande, nebenbei

#9 Kommentar von nihil-est am 25. Juli 2012 @ 14:19

Nachtrag

@Hauptredaktion

Zitat: Das französische Parlament beschloss 2011, die umstrittene Erdgasförderung per Fracking offiziell zu verbieten.

Sicherlich, das ist ein Argument!

Betrachten wir doch bitte dies “ Argument “ näher.

Im Umkehrschluss lautet dies nicht mehr oder weniger als….Die Franzosen halten “ Fracking “ für DEUTLICH GEFÄHRLICHER als die Atomkraft!!!!

Nö, so geht es nun wirklich nicht. Das Atomkraftwerke ein bisserl gefährlicher als “ Fracking “ sind dürfte allgemein Zuspruch erfahren.

“ Fracking “ ist nix weiter als Bergbau, nur eben etwas moderner als zu Zeiten der Steinzeitmenschen oder dem Zeitalter der Industrialisierung.

Heute kann man aber Bergschäden besser abschätzen….wozu es eben auch Probebohrungen bedarf.

Daher also erneut: Statt den Teufel an die Wand zu malen und mit Horrorszenarien aufzuwarten wäre eine sachliche Betrachung vom Blickwinkel her eine Auszeichnung über die Güte der Berichterstattung.

Ein Folgeartikel mit Titel “ Fracking ohne Chemiecocktail “ durchaus angebracht weil ( wohlmöglich ) Stand der Technik

Gruss

#10 Kommentar von Der vom Morken am 26. Juli 2012 @ 07:15

@ nihil-est

Träumen Sie weiter. Logo, in Deutschland ist alles viel besser, sicherer, Chemikalien sind ungefährlicher, vermutlich sogar noch gesund, die Technik eine viel bessere und vor allem noch viiiiel besser wird, weil wir sowieso die besseren Ingenieure haben und die Franzosen, diese Angsthasen, sind, was AKWs anbelangt, vollkommen unbedarft (warum regt sich auch dort der Widerstand?). Alles klar.

Klar ist für Sie offensichtlich auch: wir müssen aus diesem Planeten alles nur Mögliche und irgendwie machbare herausholen, damit nachfolgende Generationen dank der Folgen wenigsten an uns denken werden.

Hier ein bisschen Atommüll, da ein wenig (oder auch mehr) CO2-Lagerung/Verpressung, großflächig dafür dank Fracking verseuchtes Grundwasser.

Da die SPD ohnehin 7 weitere Braunkohlekraftwerke in NRW will, öffnen wir direkt das nächste Fass und baggern mit Garzweiler III weiter, machen Landschaft und Grundwasser ebenfalls kaputt, kriegen dafür aber schwachsinnige, riesige „Restseen“ die Jahrzehnte lang volllaufen und danach noch Jahrzehnte gespeist werden müssen. Von denen dank der enormen Ausmaße keiner wirklich weiß ob die nicht für immer sauer sein werden (für den Kalk der schon jetzt ständig eingesetzt wird, werden Berge am Rhein platt gemacht).

Eben mit allen Nebenwirkungen. RWE darf von toller, erfolgreicher Rekultivierung schwadronieren. Der Rhein wird’s schon richten. Wird er mit Sicherheit nicht – aber ist ja auch egal – nach uns die Sintflut, so das Wasser dafür noch reicht! Uns gibt es dann nicht mehr. Hauptsache wir hatten genug Energie.

Leider aber offensichtlich nur die Energie, diesen Planeten systematisch kaputt zu machen obwohl es anders gehen würde.

Werter (wie Sie immer zu schreiben pflegen) nihil-est ziehen Sie doch nach Niedersachsen, wo es schon erhebliche Probleme mit dem Grundwasser gab und gibt. Dann können Sie sich das ganz entspannt aus der Nähe ansehen und denen erzählen, dass sie erbärmliche Bangbüchsen und wie die hysterischen Kommentatoren hier, einzuordnen sind. Man wird mit Sicherheit begeistert sein ihre frohen Botschaften und Loblieder auf das Fracking zu hören.

Denen können Sie dann auch erzählen, dass es sich überwiegend doch „nur“ um Probebohrungen handelt, die KÖNNEN doch gar keine Nebenwirkungen haben, die sind harmlos! Sicher werden Sie diese Ignoranten aufklären können.

Ein Vertreter von Exxon erklärte einem staunenden Publikum anlässlich einer Info-Veranstaltung zu dem seiner Meinung nach harmlosen Fracking, dass die Bevölkerung schon bereit sein müsse „ein gewisses Restrisiko“ (???) zu tragen.

Wäre ja wirklich jammerschade um das ganze schöne Gas, das da unten im Gestein unnütz vor sich hin dümpelt! Damit wären wir dann schlappe 68 Jahre weiter. Für uns reicht es also noch dicke und nach uns auch noch für so 30 – 40 Jahre. Meine Güte bis dahin wird denen dann schon was anderes einfallen. Die werden sicher auch Verfahren entwickeln (müssen) die Drecksbrühe, die man dann Grundwasser nennt zu filtern/reinigen. Die müssen ja auch ne Aufgabe haben!

Warum also sollten ausgerechnet WIR mit dem Umdenken anfangen! Weiter wie bisher, ein bisschen Verschnitt (z.B. Grundwasser) ist immer, das stehen wir schon irgendwie durch. Wasser kann man doch reichlich in Flaschen im Supermarkt kaufen!

Sollen die doch später zusehen, wie die mit dem hinterlassenen Scherbenhaufen klar kommen! Ist das UNSER Problem? Wir wollen „nur“ Energie.

Was meinen Sie mit „Ein Folgeartikel mit Titel ” Fracking ohne Chemiecocktail ” durchaus angebracht weil ( wohlmöglich ) Stand der Technik“? Soll den jemand schreiben? Wenn Sie das damit ausdrücken wollen, dann nichts wie ran. Dies ist eine Mitmach-Zeitung. Wir freuen uns mit Sicherheit alle auf Ihren fundierten Artikel „pro Fracking“. Gespannt sind wir sicher auch alle, wie man das Gas bittet einfach so, mal eben, ohne nachhelfen zu müssen, aus dem Gestein herauszutreten. Ihren Optimismus teile ich in keiner Weise.

Da ich zu den Hysterikern gehöre:

Danke an die Piraten/Herrn Heimbucher, dass sich ENDLICH mal jemand aus der Politik dieses Themas annimmt.

Die Grünen, die auf dem Gebiet eine konkrete Meinung und auch Experten haben, schweigen. Leider! Schlechte bis gar keine PR. Auf diesem Gebiet könnten sie punkten. So erfährt die Öffentlichkeit leider nur wenig bis nichts davon.

Die Linke hat dazu eine klare, ablehnende Haltung.

Die SPD? Die macht gerade ihre energiepolitische Rückwärtsrolle zurück in die fossile Steinzeit. Zu Fracking schweigt man lieber vornehm und lehnt sich nicht zu weit aus dem Fenster. Bloß keinen Ärger mit den entsprechenden Konzernen. Werden da evtl. Spendeneinbußen befürchtet? Die SPD ist bekanntlich Kohlefan und verkauft Kohle gerne als Brückentechnologie, was sie in sehr begrenztem Rahmen ist. Aber auch kein bisschen mehr.

Statt zu kapieren, dass es um die Endlichkeit von Ressourcen und deshalb Umstieg auf Erneuerbare gehen MUSS, hält man sich nicht nur die Braunkohle, sondern vermutlich auch das Hintertürchen Fracking (da ist doch noch Energie rauszuholen!) offen und geht auf Schmusekurs mit den entsprechenden Konzernen. Ein Blick nach Niedersachen wäre sinnvoll und hilfreich.

Fracking-Initiativen ausladen? Aber klar! Ausgerechnet die SPD, die schon längst mehr eine CDU-Light-Version ohne erkennbares eigenes Profil geworden ist, die uns in den letzten Jahren immer wieder erzählt, dass sie die Bürger „mitnehmen“ (wohin?) und „beteiligen“ will. Ja, wie denn? Nur bei Wahlen zwecks Stimmabgabe (in des Wortes wahrster Bedeutung)? Das ist definitiv zu wenig!

Die CDU? Kann man direkt knicken. Die schwärmen auch noch von CCS. Ähnlich wie SPD nur schlimmer. Irgendwie muss doch alles kaputt zu kriegen sein.

Die finden alles prima, was Konzerne reich und glücklich macht.

FDP? Keinen Deut besser.

CDU/CSU und FDP haben am 11. Mai 2012 im Bundestag dafür gesorgt, dass der Antrag der Grünen für ein Moratorium für die Förderung von Unkonventionellem Erdgas, bis wissenschaftliche Erkenntnisse zum Fracking (der Technologie) vorliegen, abgeschmettert wurde.

Statt endlich auf Erneuerbare zu setzen, müssen noch die letzten Ressourcen, die wir aktuell meinen fördern zu können bzw. zu müssen um offensichtlich JEDEN Preis, auch den des verdorbenen, verseuchten Grundwassers, ausgebeutet werden. Hauptsache die Energiekonzerne machen Kasse.

Und die Bürger lassen sich von „ihren“ Politikern und deren sogenannten beratenden „Fachleuten“, die überwiegend aus Lobbyisten bestehen, vorführen.

Haben wir es dann nicht sogar verdient?

#11 Kommentar von nihil-est am 18. August 2012 @ 05:29

Aktualisierung.

In NRW ist die Bezirksregierung Arnsberg, Genehmigungsbehörde für alle Bohrungen in NRW, natürlich am Thema. Wie es auch Land und Bund sind.

“ Fracking “
Die Bezirksregierung Arnsberg stellt nun auch ein Projekt O*H*N*E Chemiecocktail in Frage. Allerdings nicht etwa wegen der Storys aus USA oder anderen hier oft aufgeführten Horrorszenarien.
Es ist viel simpler. Es ist die Geologie, also der Boden unter uns. Das ist auch wenig verwunderlich. Die Geologie hier ist nun mal anders als in den USA.

In Ermangelung eines sachlichen Artikels zum Thema “ Fracking ohne Chemiecocktail “ – hier haben leider die Technikleugner Oberwasser – empfehle ich das Umland von MG. Genauer KR.

Dortig, übrigens eine erneuerbare Energie ( nix mit Erdgashorror ), steht ein Projekt vor dem Aus. Ich erwähnte es zuvor, Geothermie.

“ Fracking „, moderne Form des Bergbau, ist eine Technik welche beherrschbar ist solange die Geologie mitspielt. Es ist einzig die Geologie welche Grenzen setzt.

Die hier oft aufgeführte Mähr mit US-Argumenten dürfte somit als nicht zutreffend eindrucksvoll widerlegt sein.

Wie wir auch gespannt sein dürften was der Bundestags-Umweltausschuss uns baldig verkünden wird. Bekanntlich beruft sich dieser ja AUCH auf “ Fracking OHNE Chemiecocktail „.

Nur so am Rande, nebenbei