Nachlese zum Parteitag der CDU zur Wahl ihres Oberbürgermeister­kandidaten • Teil II: Die „Bewerbungsrede“ [mit Video]

Bernhard Wilms [ - Uhr]

Wenn am 25.05.2014 neben den Mit­gliedern des Rates und der Bezirksver­tretungen auch der Hauptverwaltungs­beamte gewählt wird, müssen sich die Wähler zwischen relativ vielen Bewerbern für dieses lukrative Amt entscheiden.

Ein Ernst zu nehmender Mitbewerber des Amtsinhabers Norbert Bude (SDP) ist Hans-Wilhelm Reiners (CDU).

Er wurde am 18.01.2014 von den 230 anwesenden CDU-Mitgliedern mit einem fast sozialistisch anmutenden Ergebnis von 98 % nominiert.

Zuvor hatte Parteichef Dr. Günter Krings die Vorzüge von Reiners dargelegt und ihn als Kandidaten vorgeschlagen.

Seine „Bewerbungsrede“ fiel nüchtern bis pragmatisch aus, ohne langweilig zu wirken.

Während Norbert Bude in seiner „Bewerbungsrede“ auf dem in vielerlei Hinsicht bemerkenswerten Unterbezirksparteitag am 12.10.2013 eher politische Positionen zu Bildung und Infrastruktur in den Mittelpunkt stellte und die Aufgabenfelder des Hauptverwaltungsbeamten als Chef der Verwaltung nicht erwähnte, ging Reiners gerade darauf intensiver ein.

Rückblickend kritisierte er die Ampel und die Tatsache, dass OB Norbert Bude den Kooperationsvertrag mit unterschrieben und sich über eine „eigene Mehrheit“ gefreut hatte.

Reiners dazu wörtlich: „Ein Oberbürgermeister hat im Interesse der Stadt zu arbeiten und nicht für irgendwelche eigenen Mehrheiten“.

An diesem scheinbaren Nebensatz wird sich Reiners messen lassen müssen, so er denn von den Bürgern als Hauptverwaltungsbeamter gewählt werden sollte.

Thematisch will Reiners drei Schwerpunkte setzen: Stadtentwicklung, Wirtschaft und Arbeit, sowie Motivation und Qualität in der Verwaltung..

Beim Thema „Stadtentwicklung“ hebt er den Masterplan hervor, „an dem man sich orientieren kann und muss“ (Zitat Reiners)

Den Bereich Wirtschaft und Arbeit verbindet Reiners mit der Förderung der heimischen Wirtschaft und bezeichnet sich in diesem Kontext als „unternehmerfreundlich“.

In der Verwaltung glaubt Reiners Defizite nicht in fachlicher Hinsicht festgestellt zu haben, sondern vornehmlich bei der Motivation der städtischen Mitarbeiter, was sich negativ auf das Verhältnis der Verwaltung zu den Bürgern auswirke.

Hier wolle er als Oberbürgermeister den Hebel ansetzen, wie er auch im kurzen BZMG-Interview nach seiner Nominierung betonte.

 

Ein Kommentar zu “Nachlese zum Parteitag der CDU zur Wahl ihres Oberbürgermeister­kandidaten • Teil II: Die „Bewerbungsrede“ [mit Video]”
  1. Vielem, was Herr Reiners ausführte, kann man nur zustimmen.

    Aufgabenkritik – ja, die ist schon lange überfällig!

    OB Bude weiß vermutlich gar nicht, um was es dabei geht, denn sonst müsste er schon vor Jahren bei sich selbst damit angefangen haben. So etwas geschieht idealerweise als Top-Down-Prozess.

    Aber das erfordert eine Führungskraft und vor allem Führungsstärke. Letzteres war bei Bude bisher nie zu erkennen. Außer beim karnevalistischen Sturm aufs Rathaus – na ja, und wie der regelmäßig ausging ist auch bekannt …

    Sicher helfen ihm die Bürger nun anlässlich der OB-Wahl bei der Aufgabenkritik. Dann hat er anschließend hoffentlich genügend Muße, Kritik an seinen (vielen nicht erledigten) Aufgaben für und an sich selbst zu üben.

    Zeit genug wird er dann sicher dazu haben. Man lernt ja angeblich nie aus.

    Auch bei einer Verwaltung stimmt der Satz: Der Fisch stinkt vom Kopf.

    Dort gab es 10 Jahre Stillstand und Verharren in ewig Gestrigem oder was auch immer. Es wird Zeit, dass die Verwaltung (wenn auch nicht alle) mal von ihrem hohen Ross herunter kommt und endlich begreift, dass sie Dienstleister ist. Nämlich für die Bürger, von deren Geld sie bezahlt werden.

    Das von Herrn Reiners zitierte Schreiben (vergessene Ummeldung eines Fahrzeuges) steht in seinem (Miss-)Ton und (schlechtem, arroganten) Stil für viele ähnliche aus der Verwaltung. Es wird Zeit, dass die Verwaltung modernisiert wird.

    Sollte Herr Reiners als neuer Hauptverwaltungsbeamter es wirklich schaffen der Verwaltung klar zu machen, dass sie Dienstleister sind, wäre das schon ein großes Verdienst.

    Wenn er sich dann auch noch mehr der Verwaltung als Hauptverwaltungsbeamter, deren Arbeit und geordneten Abläufen, der Schaffung eines dafür optimalen Klimas, mehr verbunden fühlt als seiner politischen Herkunft, dann hat Mönchengladbach gute Aussichten auf positive Veränderungen.

    Herr Reiners möge den Ausspruch verzeihen: Schlechter kann es ja nach diesen vergeudeten Jahren fast nicht mehr werden.

    OB Bude hat einfach fortgesetzt bzw. es weiter laufen lassen, wie es vor zehn Jahren bereits war. Angetreten war er mit anderen Aussagen

    Hoffen wir auf den von Herrn Reiners zitierten Neustart!

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