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Politischer Aschermittwoch der SPD 2015 • Teil IV: Heinrichs & Dr. Günter Krings [mit Video]

Felix Heinrichs: “Die Arbeit läuft im Rat – muss ich leider sagen – ziemlich gut“.

Er möchte daher die (CDU-)Kollegen nicht durch den Kakao ziehen.

Mit dieser Aussage überraschte der SPD-Fraktionsvorsitzender seine Zuhörer beim Politischen Aschemittwoch der SPD, zumal er vorweg geschickt hatte, bei Aussagen zur CDU hinsichtlich der Wortwahl „etwas aufpassen zu müssen“.

Was sich daran anschloss, war dann die nächste Überraschung.

Heinrichs glaubte im Kreisvorsitzenden der CDU Mönchengladbach, Dr. Günter Krings, einen Vorlagengeber entdeckt zu haben, der es „manchmal auf die Spitze“ treibe.

Als „letztes“ Beispiel („von vielen“) nannte Heinrichs das Thema „Windkraft“.

Zu diesem Thema hatte Dr. Krings vor der Kommunalwahl und auch danach die Position vertreten, dass in Mönchengladbach genügend Windräder stehen würden, und er daher weitere nicht für erforderlich halte.

Außerdem hatte Krings sich generell für einen Abstand von Windkraftanlagen von 1.500 Metern zur nächsten Bebauung ausgesprochen.

Ähnlich hatte sich Hans Wilhelm Reiners geäußert und erklärt, dass er auch dieser klaren Positionierung seine Wahl zum Oberbürgermeister zu verdanken habe.

Krings, Reiners und weite Teile der CDU und der CDU-Fraktion sehen diese Positionierungen als fix und als Einhaltung von Versprechen, die sie vor der Kommunalwahl gegeben haben:

BI „Windkraft mit Abstand“ lässt nicht locker • Beim Kappesfest etwa 700 weitere Unterstützerunterschriften gesammelt • HaWi Reiners für Abstand von 1.500 Metern [1]

Auf die Diskussion um Abstände bezogen, meinte Heinrichs, es dürfe dazu keinen „Überbietungswettbewerb“ geben und erklärte: „Das ist ein Spiel mit den Ängsten der Menschen, das machen wir nicht mit.“

 

Link [6]

 

3 Kommentare (Öffnen | Schließen)

3 Kommentare Empfänger "Politischer Aschermittwoch der SPD 2015 • Teil IV: Heinrichs & Dr. Günter Krings [mit Video]"

#1 Kommentar von M. Angenendt am 2. März 2015 @ 23:56

Wer es „auf die Spitze treibt“ ist der junge Fraktionsvorsitzende Heinrichs.

Sein verbales Auskeilen ist selbst für einen Aschermittwoch nur neben der Spur und substanzlos.

Weniger wäre mehr und besser gewesen als all das dumme Zeug, das er, krampfhaft witzig wirken wollend, von sich gegeben hat.

#2 Kommentar von Günter Heymanns am 4. März 2015 @ 17:03

Bei der Aschermittwoch-Rede von Fraktionsvorsitzender der SPD Felix Heinrich drängt sich mir der Eindruck auf, dass er von dem Thema Windkraft absolut keine Ahnung hat.

Daher wäre es vermutlich auch besser gewesen sich dazu besser überhaupt nicht zu äußern.

Im Gegensatz zu Heinrichs hat sich CDU Parteivorsitzende Dr. Günter Krings ausführlich mit dem Thema Gesundheitsgefahren durch Windkraft mit zu geringem Abstand zum Anwohner auseinandergesetzt.

Entgegen der Annahme von Felix Heinrichs gibt es kein Spiel mit der Angst bei dem Thema, Tatsache ist, die Gesundheit kann durch Infraschall extrem beeinträchtigt werden. Experten fordern seit langem dringenden Forschungsbedarf zu dem Thema, denn das von Windkraftanlagen Infraschall ausgeht wird selbst von den Herstellern nicht bestritte und ist gerichtlich festgehalten worden.

Hier die von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Studie von Prof. Krahe, Machbarkeitsstudie zu Wirkungen von Infraschall Entwicklung von Untersuchungsdesigns für die Ermittlung der Auswirkungen von Infraschall auf den Menschen durch unterschiedliche Quellen.

Zitat, S. 14:
“ Betrachtet man einige exemplarische Untersuchungsergebnisse, wird deutlich, dass Infraschall ab gewissen Pegelhöhen vielfältige negative Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben kann. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass viele der negativen Auswirkungen von Infraschalleinwirkungen die Bereiche Herz-Kreislaufsystem, Konzentration und Reaktionszeit, Gleichgewichtsorgane, das Nervensystem und die auditiven Sinnesorgane betreffen. Probanden klagten häufig über Schwindel- und Unbehaglichkeitsempfindungen bei Infraschallexposition.“
Hier Link zur 135-seitigen Studie:
[8]

Das Recht auf körperliche Unversehrtheit gehört zu den Grundrechten eines Menschen im Geltungsbereich des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland.

Es wird zusammen mit dem Recht auf Leben und dem Recht auf Freiheit der Person in Art. 2 Abs. 2 GG garantiert:

Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Das Grundrecht schützt sowohl die physische als auch die psychische Gesundheit eines Menschen, nicht jedoch das soziale Wohlbefinden.

Noch ein Beitrag aus der Welt, aus Angst vor Infraschall werden in Dänemark kaum noch Windkraftanlagen gebaut:

[9]

Meine Empfehlung an Felix Heinrichs, wenn es hier auch nur die politische Aschermittwoch Rede betraf, man sollte bei der Wahrheit bleiben.

Lesen, verstehen und selber schlau machen!

Mal abgesehen davon, dass MG, als Großstadt schon mit die meisten realisierten MW an Windkraft hat, die benötigen auch kein Repower, das ist den Anwohnern auch nicht zumutbar und weitere Anlagen passen nicht in das städtebauliche Bild unserer Stadt, für die Energiewende hat dieser Zufallsstrom ohne große Speicherkapazität eh keinen Wert.

[10]

Günter Heymanns
BI „Windkraft mit Abstand“

#3 Kommentar von Karsten Simon am 5. März 2015 @ 18:23

Sehr geehrter Herr Heinrichs,

es gibt keinen Überbietungswettbewerb um Abstände. Es gibt auch kein Spiel mit den Ängsten von Menschen bei der Aufstellung von Windrädern.

Es gibt aber endlich auch in Deutschland eine zunehmende Zahl verantwortungsvoller Politiker, die den krank machenden Einfluss der zu nah bei den Menschen aufgestellten Windradriesen nicht mehr länger leugnen, Stichworte z.B. 10H Regelung in Bayern und Sachsen.

Dr. Krings hat das erkannt und diese Verantwortung durch sein Plädoyer für Offshore Windkraft ausgedrückt.

Auch Sie werden erfolgreiche und anerkannte Politik nur mit und für die Menschen in Ihrem Verantwortungsbereich machen können und nicht gegen sie.

Und noch etwas:

Strom kann man nicht speichern. In jeder Sekunde muss also stets gerade so viel erzeugt werden, wie auch verbraucht werden kann.

Auch nachts, bei bedecktem Himmel und bei Flaute.

Für diese Aufgabe sind also weder Solaranlagen noch Windräder geeignet, die beide nur Strom nach Wetterlaune liefern können.

Geeignet ist dagegen jedes herkömmliche thermische Kraftwerk, egal, ob mit Kohle, Braunkohle, Gas oder Kernenergie befeuert. Nur solche Kraftwerke können unseren Strom bedarfsgerecht und wetterunabhängig erzeugen. Sie bleiben damit unverzichtbar.

Nun möchte die Politik das gerne ändern und damit dem Zeitgeist folgen. Dazu müsste sie aber die Physik in diesem Bereich außer Kraft setzen können.

Dass das nicht geht, hat sich immer noch nicht überall herumgesprochen, anscheinend auch noch nicht bis zu Ihnen.

Wie sonst könnten Sie die Energiewende als Abkehr von der Braunkohle hin zu Windenergie beschreiben?

Dass Sie das auch noch in völliger Verkennung der Größenordnungen tun, darf Ihnen trotz Ihrer technikfernen Ausbildung als herausgehobener Kommunalpolitiker mit Führungsanspruch in unserer energielastigen Region nicht nachgesehen werden:

Schon ein einziger der drei welt-modernsten Braunkohleblöcke (BoA) von RWE Power erzeugt pro Jahr so viel Strom wie zweitausendzweihundert 180 Meter hohe Windradriesen der aktuellen 3-Megawatt-Klasse.

Ein einziger Block anstelle von 2.200 Windrädern! In Bayern würden es sogar noch sehr viel mehr sein müssen, weil dort noch weniger Wind weht als bei uns.

Was aber bei diesen gerne benutzten Vergleichen auf Jahresbasis stets unterschlagen wird: sie vermitteln prinzipiell ein falsches Bild, weil eben oft kein oder nur wenig Wind weht.

Daran ändert auch eine noch so große Zahl immer neuer Windräder nichts.

Mit freundlichen Grüßen
Karsten Simon