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Rheydter Hauptbahnhof: Frank Boss lehnt Kreisbau-Engagement ab – Unterstützung für Jessen?

30-boss1Spürbare finanzielle Belastungen für die Mieter der Kreisbau AG befürchtet Ratsherr Frank Boss, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Giesenkirchen-Schelsen-Meerkamp, wenn die städtische Kreisbau AG den Rheydter Hauptbahnhof erwerben sollte.

So ist es einer Pressemitteilung zu entnehmen. Für Boss gilt: „Finger weg vom Rheydter Hauptbahnhof.“

Der konstruierte Zusammenhang zwischen den Mietpreisen der Kreisbau und einer Investition in eine Liegenschaft zeigt (erneut) die Grenzen seiner stadtplanerischen Sensibilität auf (siehe Giesenkirchen 2015 [1]).

001-TOP-2_2611.VIII_oeffentlich__Anlage1 [2]Dass er die Befürchtungen der Grünen und hier insbesonder Karl Sasseraths erwähnt, der Verkauf des Gebäudes und des angrenzenden Geländes könne zu Fehlentwicklungen der verkehrlichen Funktion des Bahnhofs an dieser Stelle führen, ist bemerkenswert.

Die Gefahr von Fehlentwicklungen sieht Boss scheinbar aber nur, wenn sich die Kreisbau der Sache annimmt.

Er findet den Verkauf an einen privaten Interessenten „nicht zwingend negativ“, nein, er sieht darin „sogar eine große Chance…“„…eine gute Lösung für diesen Bereich zu entwickeln.“

Berücksichtigt man nun, daß mit der Firma Jessen ein privater Interessent ein Kaufangebot eingereicht hat und das dieses Unternehmen von den  CDU-Mitgliedern Bücker geführt wird, kann man nur schwerlich an einen reinen Zufall glauben.

Eines wird durch die „Initiative“ von Frank Boss aber auch noch deutlich: Es rechnet sich, das Projekt Hbf Rheydt anzupacken!

Nur, die Kreisbau AG  soll das nicht können? Warum eigentlich nicht?

Jessen kann das. Und wie das dann geht, hat die Firma mit zahlreichen Beispielen bewiesen und damit  liegen negative Entwicklungen durchaus im Bereich des Möglichen.

Ist doch die Firma Jessen (Geschäftsführer = Bücker) nicht gerade dafür bekannt, dass sie sich für „Bauen im Bestand“, also den Erhalt vorhandener Bauwerke und den kreativen Umgang damit einsetzt.

An vielen Stellen in Mönchengladbach haben sie ihr Prinzip verwirklicht: „Abreißen und ggf. neu Bauen“. Sehr zum Nachteil einer homogenen und urbanen Stadtentwicklung.

Befürchtungen, dass dies auch mit dem Rheydter Hauptbahnhof und dem dazugehörigen Gelände der Fall sein könnte sind daher sehr naheliegend.

Wenn Boss in seiner Presseerklärung Sorge um die Mietpreise der Kreisbauwohnungen artikuliert, kann das nur als ein ungeeigneter Versuch eingestuft werden, davon abzulenken, wessen Interessen in Wirklichkeit vertreten werden sollen.

In einer Sondersitzung der BV Süd am morgigen Montag (22.10.2012) werden sich die Bezirksvertreter ab 17:00 Uhr mit dem Bebauungsplan „Hauptbahnhof Rheydt“ und einem städtischen Vorkaufsrecht für das betreffende Gelände befassen und am Dienstag, den 23.10.2012 am 15:00 Uhr der Planungs- und Bauausschuss ebenfalls.

4 Kommentare (Öffnen | Schließen)

4 Kommentare Empfänger "Rheydter Hauptbahnhof: Frank Boss lehnt Kreisbau-Engagement ab – Unterstützung für Jessen?"

#1 Kommentar von Rettisch am 21. Oktober 2012 @ 22:32

Was für ein Gesülze, das Herr Boss da von sich gibt!

Wird schon wieder der Weg für eine erneute Einkaufstour der Bücker-Brüder zum Schnäppchenpreis geebnet?

Ist ja nichts wirklich Neues in dieser Stadt.

Vielleicht sollten wir die endlich mal in Jessen-Town oder Bücker-City umbenennen.

Bleibt noch die Frage, wer, außer den Bücker-Brothers, an solchen Kungeleien (auch den Unmengen aus der Vergangenheit) verdient.

Wann wird dieser Sumpf mal endlich trocken gelegt?

Aber, was ist in einer Stadt zu erwarten, in der der OB auch noch ausgerechnet bei diesen „Ehrenwerten“ eine Bude angemietet hat.

#2 Kommentar von Provinz-Posse am 22. Oktober 2012 @ 09:23

Es kann ja keiner so naiv sein und meinen dass sich in Mönchengladbach etwas ändern wird. Das Theater ist das gleiche, die Bühne erweitert, die Schauspieler werden aus altersgründen ausgewechselt, das Ensemble noch vergrössert, die Preise steigen und die Zuschauer ( Bürger) zahlen!

#3 Kommentar von Ypsilon am 22. Oktober 2012 @ 12:53

@Provinz-posse und Rettisch

Absolute Zustimmung!

Diesem „Unternehmen“, um nicht ein viel unschöneres Wort zu benutzen, gehört gefühlt mindestens halb Gladbach.

In der Rheydter Innenstadt kaufen die doch schon seit langem jeden freien Zentimeter billig auf. Wie ist das wohl möglich?

Dank tatkräftiger Unterstützung aus der Politik (und vermutlich auch der Verwaltung, die in Teilen ebenfalls, milde ausgedrückt, „Bücker-Jessen-infiziert“ ist bzw. mit den „richtigen“ Politikern kooperiert– sonst wäre mit Sicherheit vieles niemals möglich gewesen!) wird das Gladbacher Tafelsilber regelrecht verhökert.

Wenn ich nur an die Mayersche-Posse denke. Da ließ sich die SPD (auch die Jusos?) instrumentalisieren oder es wurde die alte Linie (aus „Oppositionszeiten“?) weiter verfolgt.

Was auch immer.

[3]

leider auch die Jusos

[4]

und selbstverständlich musste sich die CDU zu Wort melden

[5]

Wer hätte so viele Scheußlichkeiten in Billigbauweise und immer nach demselben „Schnittmuster“ in die Stadt setzen dürfen? Mit Sicherheit niemand außer Jessen.

Dass jetzt Begehrlichkeiten für das Bahnhofsgebäude bestehen ist nur logisch. Nachdem Jessen/Bücker bereits das Real-Gelände bis zu dem Grundstück auf dem die hässlichen Plattenbau-Häuser an der Limitenstraße stehen und das Post-Areal (bei dem „unser“ OB den „Mediator“ gegeben hat) im Real-Monopoly ergattert hat, wäre der Bahnhof nur eine logische „Arrondierung“.

Dieser Teil Rheydts könnte dann direkt in Jessen-Quartier umbenannt werden.

Es ist einfach unerträglich, was hinter den Kulissen alles ausgekungelt wird. Von der CDU (Opposition??) hört und sieht man nichts, aber die alten Strippenzieher scheinen immer noch am Werke und die Seilschaften prächtig zu funktionieren.

SPD? Nichts. Auch das kein Wunder, wenn (nicht nur) der SPD-Oberbürgermeister sich offensichtlich gerne im Dunstkreis (gerne auch näher) dieser Leute tummelt und dann auch noch bei diesen Herrschaften eine Wohnung anmietet.

Ne Bücker-Bude für Bude? Unfassbar!

Spricht nicht für Stil und Fingerspitzengefühl unseres ersten Bürgers. Aber, was soll’s lange muss er dieses Amt ja nicht mehr ertragen und wird die paar Jahre auch noch in Ruhe und Gelassenheit aussitzen. Dann spielen solche Petitessen sowieso keine Rolle mehr.

Es ist unerträglich wie hier immer und immer wieder gelogen und letztendlich die Bürger betrogen werden. Denen wird das als alternativlos verkauft, als würde sich unsere Stadt nur dank der aufopfernden Initiative dieses Unternehmens, das „Geld in die Hand nimmt“, das unsere Pleitegeier-Stadt nicht (mehr) hat, weiter entwickeln, prosperieren und dank Grundstücksverkauf Geld in die leere Stadtkasse fließen.

Da wären wir wieder bei dem vielzitierten Linsengericht oder für’n Appel und ‘n Ei, für das hier parzellenweise UNSERE Stadt verramscht wird.

#4 Kommentar von Kerstin Königs am 22. Oktober 2012 @ 17:51

In Abwandlung des Trapattoni-Ausspruches: Boss? Was sagen Boss!

Wann ist endlich mal Schluss mit diesem unerträglichen Klüngel?

Herrn Sasserath wünsche ich umso mehr Erfolg für sein Engagement!