Die multimediale Mit-Mach-Zeitung für Mönchengladbach & Umland ... wirtschaftlich und politisch unabhängig ... aber nicht unpolitisch ...


Kleine Tonnen passé? • Teil XXXIII: Verbesserte Arbeitsbedingungen für Müllwerker nur die halbe Wahrheit • Durch Rolltonnen werden ca. 70 ihrer Arbeitsplätze eingespart

Bernhard Wilms [ - Uhr]

Über mehrere Monate hatten der GEM-Betriebsratsvorsitzende René Pluntke und Betriebsratskollegen der GEM in öffentlichen Promotion-Tours durch das Mönchengladbacher Stadtgebiet versucht, den Bürgern die ungeliebten Rolltonnen schmackhaft zu machen.

Mit allenfalls äußerst mäßigem Erfolg, wie sich zeigen sollte.

Insbesondere bei Mieter und Hauseigentümer in den Innenstädten stieg die Aversion gegen die Zwangstonnen nicht zuletzt wegen der teilweise erheblichen Abstell- und Handhabungsprobleme in Mehrfamilienhäusern.

Die Mönchengladbacher Gruppen im facebook-Netzwerk sind voll von Beschwerden über die Art und Weise, wie mags, CDU und SPD die Bürger bevormundet, gezwungen und entmündigt hätten, weil ihnen keine Wahl gelassen werde, welche Tonnengrößen für die jeweiligen Haushalte und Häuser die richtige seien.

Dabei weisen viele Posts auf andere Kommunen hin, die mit der Entsorgung des Abfalls bürgernah und transparent umgehen.

Das ficht Pluntke gar nicht an, als er nunmehr in der Beilage der Stadt im Anzeigenblatt Extra-Tipp mit einer 120-Liter-Restmülltonne vor einem GEM-Müllfahrzeug posierend zitiert wird: „Die Arbeitsbedingungen sind schon lange nicht mehr zeitgemäß“.

Wenn die Arbeitsbedingungen „schon lange nicht mehr zeitgemäß“ waren, muss sich Pluntke die Frage gefallen lassen, warum er sich nicht schon vor langer Zeit um die Arbeitsbedingungen der Müllwerker gekümmert hat.

Ließ er sich von GEM-Geschäftsführerin Gabriele Teufel „schon lange“ am Nasenring durch die GEM-Manege führen?

Gab es Absprachen, solange zu warten, bis es eine „sichere“ Ratsmehrheit gab, die Rolltonnen durchsetzen zu können?

Mit welchen „Mitteln“ konnte erreicht werden, dass die Berufsgenossenschaft (BG) nicht „schon lange“ etwas gegen die vermeintlich schlechten Arbeitsbedingungen für die Müllwerker unternommen hat?

Wie wurde erreicht, dass die BG ausgerechnet zu dem Zeitpunkt „auf den Plan“ trat, als die Ratsmehrheit „gesichert“ war?

Diese und viele weitere Fragen sind nicht geklärt, weil das Trio Teufel, Schlegelmilch und Heinrichs und auch OB Hans Wilhelm Reiners sie nicht beantworten wollen und sich mittlerweile so in ihrem „Abfallwahn“ verfangen haben, dass sie die Folgen für die Bürger dieser Stadt nicht nur ignorieren, sondern in weiten Teilen zu negieren und zu verdrängen versuchen.

Dass die Rolltonnen-Entscheidung auch negative Auswirkungen für die Müllwerker haben werden, wissen Teufel, Schlegelmilch und Heinrichs, ja sogar der GEM-Betriebsratsvorsitzende René Pluntke ganz genau.

Denn jeder, der des Lesens und Rechnens mächtig ist, wird erkannt haben dürfen, was im so genannten „Alternativen Abfallkonzept“ der mags AöR steht:

In einem personalintensiven Dienstleitungsunternehmen, wie der GEM mbH schlagen Kostenersparnisse unmittelbar auf die Arbeitsplätze durch.

Die ganze Perversion der Promotion des GEM-Betriebsrates für die Umstellung auf Rolltonnen drückt sich darin aus, dass bei angenommenen Kosten für einen Arbeitsplatz von 50.000 EURO pro Jahr über 70 Arbeitsplätze wegfallen würden … ja müssten.

Das macht bei ca. 275 Mitarbeitern im operativen Bereich der GEM ein Wegfall von 27% der Arbeitsplätze.

Dass dies ohne betriebsbedingte Kündigungen und/oder Nicht-Verlängerung von befristeten Arbeitsverträgen und/oder Auflösung von Verträgen mit Zeitarbeitsfirmen von statten gehen kann, ist wenig wahrscheinlich.

Hochwahrscheinlich hingegen ist, dass das von der mags AöR in ihrem so genannten „Alternativen Abfallkonzept“ errechneten Einsparpotenzial von annähernd 3,7 Mio. EURO pro Jahr nicht dem Gebührenzahler durch Reduzierung der Abfallentsorgungsgebühren zugutekommt, sondern dazu verwendet wird, den jährlichen Zuschussbedarf der mags aus dem städtischen Haushalt zu reduzieren, faktisch also gesetzeswidrig den Eigenmitteln der Stadt Mönchengladbach zufließen.

 

5 Kommentare zu “
Kleine Tonnen passé? • Teil XXXIII: Verbesserte Arbeitsbedingungen für Müllwerker nur die halbe Wahrheit • Durch Rolltonnen werden ca. 70 ihrer Arbeitsplätze eingespart”
  1. @ Altane

    Diktatur trifft es genau. Unverschämte Diktatur!

    Obendrauf weiß noch immer niemand was für diesen ganzen Wahnsinn auch noch bezahlt werden muss.

    Die 240-l-Tonnen kriegt keiner eine Kellertreppe rauf- oder runter geschleppt. Auch die 120 l sind viel zu schwer.

    Problem ist nicht nur das Gewicht der Tonnen, die die Mehrfamilienhäusern aufzwingen. Interessiert dann nur noch wenige, wieviel und was die da reinstopfen. Sind die Tonnen voll, kann man zusehen, wo man seinen Müll unterbringt! Fühlt sich doch keiner mehr zuständig. 🙁

    Unverschämt den Leuten diese Tonnen aufzuzwingen!

    Wo ist das Probelm, dass wie bisher jeder Haushalt die von ihm gewünschte EIGENE passendeTonne bekommt????? Geht in anderen Städten doch auch!

  2. Ein großes Problem ist auch die diktatorische Einteilung der Müllgefäße für Mehrfamilienhäuser.

    Ich selbst wohne in einem Mehrfamilienhaus mit insgesamt 6 Wohnungseigentümer.

    Bisher ging ich davon aus, dass ich, wenn ich eine Biotonne bestelle, für unseren 2 Personenhaushalt ein 60L-Gefäß erhalte.

    Nun erfahre ich aber, dass für unser Haus 1 x 240L- und 1 x 120L Gefäß bereit gestellt wird.

    Ich frage mich allen ernstes, wer die 240L Tonne nach 14 Tagen aus dem Keller an die Straße stellen soll, zumal in unserem Haus vorwiegend ältere Menschen wohnen.

    Die MAGS und die Stadt argumentierten, hinsichtlich des Wechsels der Tonnen damit, dass es den Müllwerkern nicht weiter zugemutet werden kann, die schweren Rundtonnen zu heben.

    Dabei wurde aber völlig außer Acht gelassen, dass die Müllwerker teilweise mit 4 Tonnen gleichzeitig, also in jeder Hand 2, zum Beladen des Müllwagens laufen (nicht gehen).

    Also kann man aus dieser Argumentation der MAGS ableiten, dass sie sehr wohl an die Gesundheit ihrer Mitarbeiter denken, die Gesundheit der Bürger, die derart schwere Tonnen (240L) an die Straße setzen müssen, interessiert sie nicht.

  3. @ Omega

    Sie haben absolut Recht – Problem: die das alles eingerührt haben wissen nicht mal wie das Wort „schämen“ geschrieben wird. 🙁

    Ich halte bei diesem GEM-mags- Laden längst alles für möglich. Allen in der GroKo und Opposition und den Häuptlingen von GEM-mags war schon vor der Gründung klar, dass die Miese „erwirtschaften“ werden.

    Die haben jetzt als AÖR alle Möglichkeiten und wir Bürger müssen zahlen und kriegen dafür null Auskunft wie die „kalkulieren“ – oder würfeln die? Danach sieht es aus!

    Wir erfahren auch niemals auf Grund welcher wirklichen, belastbaren Zahlen Mitarbeiter entlassen werden, wenn es dazu kommt!

    So wie das mit dem Müll und der Umstellung auf Rolltonnen läuft bzw. eben gar nicht, wird in dem Laden nur gewürfelt.

    Nicht nur die Mitarbeiter werden betuppt, auch die Bürger, die irgendwelchen Mist von der mags aufs Auge gedrückt bekommen, keine Wahlmöglichkeit bei der Tonnengröße erlaubt wird und on top noch nicht mal wissen was am Ende finanziell auf sie zukommt.

    Absolute Null-Kompetenz auf der ganzen Linie! Dieser Murks stinkt zum Himmel!

    Gibt es deswegen auch Konsequenzen beim Führungspersonal GEM-mags??? Dort wäre es allerhöchste Zeit, dass was geschieht und endlich jemand die Verantwortung für das Chaos übernimmt.

    Auch die Politik/Politker und der Oberbürgermeister könnten endlich mal was mit Hand und Fuß zu diesem Müll-Irrsinn und Personalfrage von sich geben, statt zu schweigen, was klar ein Offenbarungseid ist.

    Die haben das alles komplett mit zu verantworten und angerichtet!

  4. Warum wundert mich das nicht!

    Dass weniger Personal mit dem neuen System und längeren Leerungsintervallen benötigt wird, war mit absoluter Sicherheit von Anfang an sonnenklar. Auch dem GEM-Betriebsratsvorsitzenden René Pluntke und Betriebsratskollegen der GEM.

    Wenn nicht sind diese alle, inklusive GEM/Teufel und mags/Schnaß flüssiger als Wasser, nämlich überflüssig.

    Es gibt nur zwei Varianten:

    Sie wussten nicht was sie taten, was man angesichts der geballten Inkompetenz der Einführung des anderen Systsems und vor allem NULL Aussagen zu den Kosten (der Oberhammer!!!) sofort unterschreiben könnte.

    Alternative: ALLE haben gelogen.

    Beide Varianten sind untragbar und angesichts von Positionen, Pöstchen und vor allem angesichts dessen, was diesen Leuten (allen voran Schnaß und Teufel und in gewissem Maß sicher auch Pluntke) an Geld gezahlt wird (nicht was diese „verdienen“)!

    Auch die GroKo und deren Protagonisten Schlegelmilch und Heinrichs plus OB Reiners wussten dies alles mit Sicherheit, und haben sich munter daran beteiligt GEM-Mitarbeiter und Bürger nach Strich und Faden zu ver … für blöd zu verkaufen.

    Ganz mies, wie diese ganze Schmierenkomödie.

    Wie ich das wirklich finde, darf ich hier leider nicht schreiben.

  5. Ihr solltet euch was schämen, erst die Leute täuschen, und dann noch abzocken.

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.