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Fahrradstraße „Blaue Route“: Linke kritisiert „scheinbare Fakten der Verwaltung“

Hauptredaktion [ - Uhr]

 [26.01.2018] Torben Schultz ist passionierter Fahrradfahrer und sieht ebenso, wie seine Fraktion DIE LINKE im Mönchengladbacher Rat, Fahrradstraßen als wichtige Elemente für eine ökologische Verkehrswende. Allerdings hätte sich DIE LINKE durchaus bessere Umsetzungen als „Die Blaue Route“ vorstellen können.

Dazu zählt für DIE LINKE auch die Kommunikation zur kürzlich eröffneten „Blauen Route“ die vom Rheydter Markt über die Bruckner Allee in Richtung Mönchengladbach Stadtmitte führt.

Schultz erklärt, dass die Stadt Mönchengladbach mit einer Pressemitteilung diese Fahrradstraße als „Gewinn für die Verkehrssicherheit“ sei und es „nur wenige Unfällen seit Einführung“ gegeben habe, faktisch jedoch keine entsprechenden Zahlen ausgewertet worden seien.

Dieses vermittele für DIE LINKE unweigerlich, dass es sich mehr um ein Bauchgefühl handele, vor allem weil die Eröffnung erst am 20.09.2017 gewesen sei.

Somit könne es also keine belastbaren Daten geben.

Dennoch wollte der Fraktionsvorsitzende Torben Schultz mehr erfahren und forderte von der Polizei die Unfallzahlen der letzten fünf Jahre für den Bereich der Blauen Route, inklusive aller Querungen wie Hofstraße und Fischerturm, an.

Das Ergebnis – wenn Zahlen jetzt schon herbeigezogen werden sollten – sage etwas vollkommen anderes aus, als die Verwaltung zu vermitteln versucht habe.

Ähnliches hätte erst letzte Woche bei einer Beratungsvorlage zum Busverkehr auf der Hindenburgstraße festgestellt werden müssen, wo die Schlussfolgerung der Verwaltung nicht mit der des beigefügten Gutachtens übereinstimmte.

Für die Linksfraktion ein gefährliches Spiel.

„Sollten sich solche Fälle weiter häufen, verliert die Verwaltung das Vertrauen von Bürgerschaft und Politik“, warnt Schultz.

Wie die Linksfraktion im aktuellen Fall herausfand, gab es seit der Fahrradstraßen-Eröffnung, also in nicht mal vier Monaten, drei Unfälle, alle mit Beteiligung eines PKW und eines Radfahrenden (bzw. Pedelec).

In den über acht Monaten in 2017 zuvor gab es auch drei Unfälle, diese aber alle ohne beteiligte Radfahrende.

„Wenn diese Zahlen schon etwas aussagen, dann ganz sicher nicht, dass es einen ‚Gewinn für die Verkehrssicherheit‘ gab“, schlussfolgert Schultz.

Über die letzten fünf Jahre zeigt die Antwort der Polizei extreme Schwankungen auf, so gab es 2013 neun Unfälle, dann in 2014 nur zwei, 2015 wieder fünf und 2016 gar elf.

„Selbst wenn wir die Unfallursachen und Beteiligten betrachten, dann lässt sich für uns kein Zusammenhang der Unfallzahlen zu möglichen Änderungen der Verkehrsregeln erkennen“, meint Schultz und weist auf einen viel wichtigeren Aspekt hin: „Immer wieder über alle Jahre ist die Bruckner Allee aufgeführt. Gerade wegen der dortigen Schulen muss Verwaltung und Politik sich das genauer anschauen. Dort, und vermutlich auch an vielen anderen Stellen, scheint unsere Schulwege-Sicherheit nicht gegeben. Da sind die kommenden Tempo-30-Reduzierungen nur ein Teil der Lösung, denn auf der Brucknerallee gab es die bereits.“

„Den ganzen Bereich inklusive der Nebenstraßen zu einer Tempo-30-Zone zu machen, hätte den Radfahrenden auch ermöglicht auf der Straße zu fahren und die Nebenstraßen wären einbezogen worden. Bei der Anwohnerdichte war es absehbar, dass die jetzige Fahrradstraße zu viel durch Autoverkehr belastet wird. Dann hätte lieber längerfristig geplant die stillgelegte Bahnstrecke Gladbach nach Geneicken zu einer echten Fahrradstraße ganz ohne Autoverkehr ausgebaut werden sollen“, endet Schultz.

Foto Fahrradstraße: Stadt Mönchengladbach

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