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Haltepunkt Hochschule nicht realisierbar • DB und VRR zeigen Mönchengladbacher Politik und Verwaltung Grenzen auf • Mobilitätsplan hält an schon längst „gestorbenen“ Haltepunkten fest

Bernhard Wilms [ - Uhr]

[01.10.2018] Seit Jahren, ja fast seit Jahrzehnten, versuchen Mönchenglad­bacher Ortspolitiker „Schienen­verkehrs­­politik“ zu machen, u.a. indem sie einen „Haltepunkt (Hp) Hochschule“ fordern. Diese Forderung dürfte nun obsolet sein.

Abgesehen davon, dass ein solcher Haltepunkt für die Mönchengladbacher Bürger wenig Nutzen haben würde, wurde immer schon und nunmehr erneut seitens der Deutschen Bahn und des VRR unmissverständlich dargelegt, da der technische Aufwand für die Errichtung eines solchen Hp weder wirtschaftlich noch eisenbahnbetrieblich nicht vertretbar ist.

Auch weil für zusätzliche Schienenverkehre zwischen Mönchengladbach und Rheydt ein 3. Gleis gebaut werden müsste.

Das berichtete am 25.09.2018 Thomas Fegers (SPD) im Planungs- und Bauausschuss nach Gesprächen mit DB und VRR.

Damit ist auch die Weiterführung der S8 über Mönchengladbach Hbf hinaus, vom Tisch, wie auch schon in den 1970er Jahre, als solche Überlegungen schon im Zuge der Planungen der S8 von der Deutschen Bundesbahn aus wirtschaftlichen Gründen verworfen wurden.

Das „Aus“ für einen Haltepunkt zwischen Mönchengladbach Hbf und Rheydt Hbf musste dann der planungspolitische Sprecher der SPD auch im Namen der CDU zugeben.

Und auch, dass weder am westlichen Ende des Hochschulareals und dem dafür freigehaltenen Parkplatz noch an einem der beiden weiteren von einem Ingenieurbüro in einer „Machbarkeitsstudie“ untersuchten Standorte (Eisenbahnbrücken Landwehr und Brunnenstraße) in Betracht komme.

Machbarkeitsstudie zum Haltepunkt Hochschule

Fegers brachte in der o.g. Sitzung einen ebenso unrealistischen Ansatz ins Gespräch: Neuer Eisenbahnhaltepunkt an der eingleisigen Güterzugstrecke parallel zur Straße „Am Gerstacker“ und präsentierte gleich auch den Namen „Haltepunkt Monforts“.

Fegers räumte dabei aber jedoch ein, dass auch dieser Lösungsansatz in den nächsten 10 bis 20 Jahren kaum realisiert werden könne.

Diese eingleisige Strecke, die von der Strecke Mönchengladbach nach Rheydt abzweigt ist nicht mehr elektrifiziert und quert diverse Hauptvererkehrsstraßen mit nur manuell zu bedienenden Bahnübergängen.

Warum er diesen Lösungsansatz überhaupt beschrieb, kann nur damit erklärt werden, dass er so von der finalen Erkenntnis „Kein Hp Hochschule!“ abzulenken versuchte.

Unterm Strich bleibt festzustellen, dass alle politischen Protagonisten, von Orts- über Landes- bis hin zu Bundespolitikern, aber auch die Verwaltungsspitze sich seit Jahren bei diesem, wie auch bei anderen Eisenbahnthemen hinsichtlich ihrer Einflussmöglichkeiten maßlos überschätzt haben.

Aktuell allen voran Felix Heinrichs (SPD) und Dr. Hans Peter Schlegelmilch (CDU), von dessen Fraktion in der o.g. Sitzung des Planungs- und Bauausschusses nichts Substanzielles dazu zu vernehmen war.

Dass vor diesem Hintergrund im Mobilitätsplan (Stand: 12.06.2018) auch immer noch ein Hp Bettrath/Hoven und seit neuem sogar ein Hp Geistenbeck/Mülfort und ein Hp Regiopark „angestrebt“ wird, kann nur als „Realitätsverlust“ eingestuft werden.

Abgesehen davon lässt der Mobilitätsplan nicht erkennen, an welcher Eisenbahnstrecke ein Hp Geistenbeck/Mülfort eingerichtet werden könnte.

Sollte doch bekannt sein, dass die einzig denkbare Eisenbahnverbindung zwischen Odenkirchen über Geneicken zum Mönchengladbacher Hbf schon seit den 1980er Jahren des vorigen Jahrhunderts nicht mehr existiert.

 

2 Kommentare zu “
Haltepunkt Hochschule nicht realisierbar • DB und VRR zeigen Mönchengladbacher Politik und Verwaltung Grenzen auf • Mobilitätsplan hält an schon längst „gestorbenen“ Haltepunkten fest”
  1. @ Günter Heymanns

    Leider, leider wahr was Sie schreiben!

    Beim Thema Haltepunkte Bahn kann man nur noch müde gähnend sagen:

    … und alle paar Jahre grüßt das Murmeltier!

    Die Ärmsten kapieren es einfach nicht. Na ja, die 1980er Jahre sind für Schlegelmilch & Heinrichs viel zu weit weg bzw. Heinrichs gab es damals noch gar nicht.

    Antwort auf die Konzeptlosigkeit beim Müll:

    Wo wir sind klappt nichts, aber, wir können nicht überall sein!

    Ab 01.01.2019 gibt’s big Tonnen – was die Bürger dafür hinlegen müssen – wer weiß das schon!

    Jedenfalls nicht die Murks-mags/GEM mit Schnaß/Teufel und das GröKoz-Duo Schlegelmilch/Heinrichs, sowie OB Reiners.

    ALLES unglaublich und strotzend von Dilettantismus!

    Sowas leisten wir uns als „Führungspersonal“

    🙁

  2. Was erwartet man denn von Felix Heinrichs (SPD) und Dr. Hans Peter Schlegelmilch (CDU), die beschäftigen sich doch nun schon über ein Jahr mit dem „Müllkonzept“ in unserer Stadt und wie man den Bürgern am besten das Geld aus der Tasche ziehen kann.

    Von denen kann doch kein vernünftiges Mobilitätskonzept erarbeitet werden!

    Geschweige denn zu wissen, welche Bahnstrecken in Mönchengladbach noch vorhanden sind.

    Konzeptlosigkeit ist deren Stärke!

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