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Klage gegen Abfallgebühren 2015 • VORBETRACHTUNGEN III: „Altes denken – altes Handeln“ • Rolf Besten (CDU) und Dr. Burkhardt Schrammen können auf Abfallgebühren zugreifen • GEM-Geschäftsführerin Gabriele Teufel erteilt Planungsauftrag ohne Ausschreibung

Herbert Baumann [ - Uhr]

[13.05.2015] Seit 2010 laufen die Planungen der GEM zur Umgestaltung der beiden Abfallumladestellen am Heidgesberg und im Luisenthal. Zwischen 2010 und 2014 explodierten die Kosten.

Auffällig ist, dass zwischen den mit Stand vom 14.05.2010 von GEM-Geschäfts­führerin Teufel in der BV Süd vorgestellten Planungen und den Planungen (Stand: 2014) keinerlei signifikante Unterschiede zu erkennen sind, durch die ein Kostenanstieg zwischen 45% bzw. 226% auch nur im Ansatz erklärbar wäre.

Abfall-Annahmestellen: Rat entscheidet Umbau • Kostenexplosion für Luisental nicht nachvollziehbar

Mit überraschender Eile – nämlich bis Ende des Jahres – sollen nun die „Entsorgungscenter“ Luisental und Heidgesberg in moderne und vor allem kundenbequeme Recyclinghöfe umgebaut werden.

Kosten: insgesamt mehr als 5,4 Millionen Euro. In einer Sondersitzung des Stadtratsgremiums für Planen und Bauen hatte die Politik an der Gesamtplanung nichts zu mäkeln.

Wohl aber daran, dass sich an der Konzeption „fachfremde Büros“ stadtbekannte Gesichter beteiligten.

So nannte die wortkarge GEM-Geschäfts­führerin Gabi Teufel (im Bild mit GEM-Vertriebs­leiter und Bezirksvorsteher NORD, Herbert Pauls, CDU) erst auf beharrliches Hinterfragen der Bündnis-Grünen die Namen Schrammen und Besten.

Rolf Besten beispielsweise, der gegenüber der Eickener Grabeskirche ein Ingenieurbüro betreibt, war längere Zeit GEM-Aufsichtsratschef.

Und er sorgte – gegen Honorar – u.a. für die komplexe Haustechnik, als es vor Jahren um den Neubau der GEM nahe dem Borussia-Park ging.

Der Reihe nach: Seit Jahren wird nicht nur von Nutzern, sondern auch von Mitarbeitern und der Politik über die unhaltbaren Zustände auf den Abfallannahmestellen Heidgesberg und Luisental geklagt.

Die an der Graf-Haeseler-Straße in Neuwerk musste die Stadt vor Jahren schließen – zu marode und kein Geld für die Sanierung.

Hinzu kamen Straßenplanungen, die den Bereich tangierten. Die mittlerweile bald komplett städtische Gesellschaft GEM betreibt die nun zum Ausbau anstehenden „Höfe“.

Der GEM-Aufsichtsrat segnete die Ausbaupläne ab. Die GEM-Chefin Teufel, die beste CDU-Kontakte unterhält, äußert sich nicht zu Fragen der Bürgerzeitung, ob Burkhard Schrammen, ein stadtbekannter Architekt mit Zentrale neben der Santander-Bank, den Auftrag zur Generalplanung für die beiden Abfallsammelstellen erhielt.

Sie sagt auch nichts dazu, warum Besten mit ins Boot geholt wurde. Teufel wie Schrammen und Besten sind seit Jahren gesellschaftlich miteinander verbunden.

Man kennt sich sehr gut – und hilft sich, wo man kann, sagen Insider.

Möglich, dass Schrammen Besten wie Tiefbauplaner Squadra und Offermann (Statik) als „Subis“ beauftragte.

Bleibt die Frage, welchen Plan-Part Besten übernimmt, schließlich handelt es sich fast ausschließlich um Tiefbauarbeiten.

Was einen Architekten und einen Installateur dazu qualifiziert, eine solche Baumaßnahme zu planen und ggf. sogar bautechnisch zu überwachen bleibt zudem offen.

Interessant ist der Auftrag allemal: Bei 15 bis 20 Prozent Honorar kann man sich bei einem Kostenvolumen von gut 5,4 Millionen Euro schnell ausrechnen, was für die Beteiligten herausspringt.

Ärgerlich, ja skandalös, empfanden es bündnisgrüne Politker im Planungs- und Bauausschuss, dass für beide Vorhaben keine Ausschreibung erfolgte.

Muss auch nicht, sagte Teufel in der Sondersitzung, schließlich handele es sich um honorargebunde Direktaufträge (an Schrammen & Co.).

Dass Schrammen den Auftrag erhielt, werten die Grünen als „besonderes Geschmäckle“.

Schließlich sei man untereinander „verbunden“.

Im Gegensatz zu städtischen Gesellschaften in anderen Kommunen haben die meisten Gladbacher Stadt-Firmen keinen Vergabe-Kodex.

Inhalt: Jeder Fachbetrieb, der kann und will, darf mal ran. Und nicht immer der, der die besten Kontakte zur Politik pflegt … oder gar dazu gehört.

Verwundert rieb sich so manches Mitglied im Planungsgremium die Ohren, als die GEM-Chefin Teufel erklärte, die Stadt komme für die Baukosten doch gar nicht auf.

Auch Teufel sollte wissen, dass wir alle – der Gebührenzahler nämlich – die Ausbaukosten, incl. üppiger Honorare, mit der jährlichen Gebührenrechnung bezahlen.

Bis Ende des Jahres soll der Aus- und Umbau abgeschlossen sein, sagt Teufel.

Die Arbeiten begännen quasi gleichzeitig, geschlossen würden Heidgesberg und Luisental nicht ganz.

Der eingeschränkte Annahmebetrieb in der Bauphase führt zu deutlich längeren Wartezeiten. Denkbar ist auch, dass „Luisental im Bau“ zeitweise komplett geschlossen wird.

Hier wurde vor nicht allzu langer Zeit beim Buddeln eine Bombe entdeckt – und problemlos entschärft. Vorsichtshalber ist der Kampfmittelräumdienst informiert, denn ein weiterer Bombenfund sei denkbar, schreibt Umweltdezernent Bernd Kuckels (FDP).

Künftig sollen zwei Ebenen ein besseres Einwerfen z.B. von Grünem oder Metallabfällen in Container möglich machen. Bessere Zufahrten ermöglichen schnelleres An- und Abfahren für Kunden- wie für Container-Fahrzeuge.

Und endlich erhalten Mitarbeiter menschenwürdige Aufenthalts- und Sozialräume.

 

5 Kommentare zu “
Klage gegen Abfallgebühren 2015 • VORBETRACHTUNGEN III: „Altes denken – altes Handeln“ • Rolf Besten (CDU) und Dr. Burkhardt Schrammen können auf Abfallgebühren zugreifen • GEM-Geschäftsführerin Gabriele Teufel erteilt Planungsauftrag ohne Ausschreibung”
  1. Na klar, wurde alles so geregelt, dass Frau Teufel an allen Hindernissen einer Ausschreibung vorbei „Schrammen“ konnte. Also ist doch alles „Besten“s!

    Alles wie schon immer in dieser Stadt gehabt. Man kümmert sich untereinander und hilft sich. Das ist doch wirklich „reizend“!

    Das ist auch „Engagement“ und eine Form von ABM (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme), damit diese Herren nicht am Hungertuch nagen müssen. Wäre doch schrecklich!

  2. @Ypsilon:

    Die ärm Vrau. Blos Honderttwäntischdusend €?

    Do sollden mr doch die Tant Teufel zem Deuvel jaare.

    Esch hann do noch enn Vrooch: „spd – es dat net die Fuzzipatei möt dä waggelije Kopp“?

    Wänn die dä Kopp (or wat die vü’er Kopp halde) hee enns jraad halde dinge – ammeng kräsche die be de näkste Waal jät mi’e Stemme.

  3. Pfui Teufel!

    http://www.duden.de/suchen/dudenonline/pfui

  4. @ Noch enne Buur

    Wie Sie sehen, gibt es auch weibliche Teufel. Ob nomen est omen – weiß ich nicht.

    Die Dame hat zumindest ein gesundes Selbstbewusstsein, was bei ihren „Verbindungen“ kein Wunder ist.

    2013 erklärte Frau Teufel, dass sie 40.000 € mehr will. Sie bekommt schließlich nur 120.000 €!

    http://www.wz-newsline.de/lokales/moenchengladbach/gem-teufel-will-mehr-geld-1.1264083

    Was draus geworden ist? Nichts Genaues weiß man nicht. Und wenn, na und! Die Bürger zahlen es doch über die Müllgebühren.

    Das hat die gutdotierte Dame wohl nicht überrissen. Sonst könnte man in diesem Artikel nicht dies lesen:

    „Verwundert rieb sich so manches Mitglied im Planungsgremium die Ohren, als die GEM-Chefin Teufel erklärte, die Stadt komme für die Baukosten doch gar nicht auf.“

    Na ja, Frau Teufel hat eben ein anderes Denken. Sie muss sich ja auch nicht wirklich Gedanken um ihre Qualifikation machen.

    Der Job ist ihr, bei besten Verbindungen, schließlich sicher. Ganz im Sinne „altes Denken, altes Handeln“ a la CDU in MG. Man „hilft“ sich und „kooperiert“.

    Meine Güte, die Herren Schrammen und Besten müssen doch auch von irgendwas leben!

    Sicher kommt von irgendeiner Seite jetzt: Hauptsache, das Geld bleibt in der Stadt.

    Blöd nur, wenn es immer unter dem Klüngel und denselben Leuten aufgeteilt wird.

    Peinlich ist das ganz offensichtlich keinem der Beteiligten.

    Warum auch! Man (CDU, die SPD zählt doch kaum, die machen eh alles mit) hat doch das Sagen und glaubt tatsächlich zu derartiger Volksvera … berichtigt zu sein.
    Die blöden Bürger merken es doch gar nicht und „dürfen“ dafür auch noch zahlen.

  5. Dat Kreuz möt de Katollische….

    …..or dr Düvel on de schwatte Patei.

    Dä eene es janz noo an de Eeker Jraveskirk – do köss dä sesch doch hengereen schon enn Ställ uutsöke. Do brukke kee Büro mi’e – jeet alles von de Kirk uut.

    Un nu kütt et: En de Schöll hat dä Pastuur os emmer vörr dr Düvel jewarnt. Ejal wat och passe’ede – Schold hot emmer dr Düvel.

    „Err möt emmer opasse“, seiden dä Pastuur, „dä Düvel lu’et emmer on ü’ever all erömm, öm de Mänsche jät Schleites aanzedonn“.

    Wii reit dä Pastuur hot, mosden esch nu hee en de „BZ“ lä’ese.

    Wat esch net woss, es, dat et och dä Düvel als Wiffke jöff.

    Nu bönn esch äver annet zweifele: dä Düvel es doch e Männke, drömm heescht et och „dä Düvel“.

    On nu op enns: „de Düvelin“? Or angisch jeseiit: „die Teufelin“?

    Ejaal – dat Mingesch heesch „Teufel“.

    Wii de Koste nu op enns esu no O’eve jekomme send ….tja – dat mach dr Deivel wesse…..

    Zitat: „Der GEM-Aufsichtsrat segnete die Ausbaupläne ab“!

    Hat dä „Aufsichtsrat“ dat Sä’ene möt Weewaater jedonn?

    Esch meen – dä Düvel schööt dat Weewaater – or ligg dat and „de Düvelin“?

    Et heesch doch emmer: „Hä schööt jät wii dr Deivel dat Weewaater“!

    On nu send se All wi’er zesamme. De Haupsaak es doch, dat dat Jeld onger de Lüüt kütt.

    Ma köss jo – wenn dä janze Kroom vä’edesch es – dat janze Politikerjedöns an de nö’e „Müllumladestelle“ ömlade – esu janz ennvach en de Müllcontainer erenn schmiite.

    Äver do jlööf esch net draan – esojät vällt bestemmp onger „Sondermüül“.

    Nu mot esch de Hönner ennvange – die hodde jät von „Deivel“ jehu’et.

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