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„Katastrophenschutz aus einem Guss“ • Feuerwehrchef Jörg Lampe berichtete im Umweltausschuss über den Katastrophenschutz

Hauptredaktion [ - Uhr]

Die zurückliegenden Störfälle und die dadurch ausgelösten öffentlichen Diskus­sionen um das belgische Atomkraft­werk Tihange werfen zunehmend die Frage auf, was passiert, wenn ein Störfall auftritt und wie die Stadt damit umgeht?

Antworten darauf, wie die Stadt darauf eingerichtet ist, gab jetzt Feuerwehrchef Jörg Lampe in einem Bericht zum „Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen“ vor dem Umweltausschuss ab.

Danach ist die Stadt Mönchengladbach  als Untere Katastrophenschutzbehörde gut aufgestellt und wird in enger Abstimmung mit Land und Bund lageabhängig entscheiden, welche Maßnahmen zu welchem Zeitpunkt konkret ergriffen werden müssen.

Darüber hinaus wird auf allen Ebenen – Bund, Land NRW und Stadt – kontinuierlich an der Optimierung der bestehenden Konzepte und Verfahrensweisen gearbeitet.

Ausgangslage:

Nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima im Jahr 2011 hat die Strahlenschutzkommission des Bundes (SSK) im Februar 2015 eine Rahmenempfehlung für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen erarbeitet und die Planungsgebiete für den Notfallschutz erweitert.

Demnach wurden die Radien um ein Atomkraftwerk in der Zentralzone von zwei auf fünf Kilometer, der Mittelzone von zehn auf 20 Kilometer, der Außenzone von 25 auf 100 Kilometer und in der Fernzone um eine Anlage von 100 auf 200 Kilometer ausgedehnt.

Was bedeutet das für Mönchengladbach?

Die Stadt liegt rund 110 Kilometer entfernt vom belgischen Atomkraftwerk Tihange und befindet sich damit in der so genannten Fernzone. Laut Strahlenschutzvorsorgegesetz unterstützt die Stadt das Land und den Bund bei der messtechnischen Datenerfassung durch den Einsatz mobiler Mess- und Strahlenspürtrupps.

Die Umweltradioaktivität wird durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BFS) über etwa 1.800 bundesweite flächendeckende Messstellen festgehalten. Die Messzentren des Bundes und der Länder ermitteln auf diese Weise ein radiologisches Lagebild.

Link zum Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) • Hier Messwerte für Mönchengladbach

Alle Maßnahmen sind abhängig unter anderem von der metereologischen Lage und der Emissions- und Immissionssituation. Im Vordergrund steht dabei ein einheitliches Handeln nach Weisung der Experten von Bund und Land.

Was wird gefordert?

Neben dem Einsatz mobiler Mess- und Strahlenspürtrupps informiert und warnt die Stadt die Bevölkerung und übernimmt die Verteilung von Jodtabletten, die kostenlos in den Apotheken und Krankenhäusern zur Verfügung gestellt werden. Außerdem hält die Stadt ein Konzept zur Unterbringung und Betreuung von Betroffenen vor.

Wer erhält die Jodtabletten?

In der Außenzone gilt eine Jodblockade für unter 45jährige Personen und Schwangere und in der Fernzone für unter 16jährige Kinder und Jugendliche und Schwangere.

Weshalb Jodtabletten?

Der Jodbedarf ist bei jüngeren Menschen in der Wachstumsphase größer als bei älteren Menschen. Eine Langzeitwirkung senkt die Krebsgefahr.

Welche Alarmstufen gibt es?

In der Alarmstufe 1 (Voralarm) gilt die Alarmbereitschaft für den Krisenstab. Hier erfolgt die Warnung und Information der Bevölkerung, die Jodtabletten einzunehmen, und die Inbetriebnahme der Messeinrichtungen.

In der Alarmstufe 2 gilt der Katastrophenalarm. In dieser Phase wird die Sondereingreiftruppe ABC der Berufsfeuerwehr eingesetzt.

Außerdem erfolgt nach einer Übermittlung des radiologischen Lagebildes durch das Land die konkrete Festlegung des gefährdeten Gebietes.

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