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Vereine fördern, fördern, fördern… schallt es im Politikerchor – und die Verwaltung fordert [mit O-Ton Krichel-Mäurer]

bzmg-geld-weg.JPGGerade sozial-engagierte Vereine bedürfen der Unterstützung, wollen sich Politiker nicht vollends unglaubwürdig den Bürge­rinnen und Bürgern präsentieren. Und doch tun sie’s, unwis­sentlich oder geflissentlich vorbeisehend an städtischen Reali­täten die da heißen „Auflagen und Gebühren“ und die sich als kaum überwindbare Barrieren für die Vereinsvorstände erweisen.

Offenbar ahnungslos trat da Bürgermeister Klaus Schäfer (SPD) ins Fettnäpfchen, als er dem NRW-Chorverband die kostenlose Nutzung städtischer Hallen für dessen Pilotprojekt „Choristocats“ versprach.

Jungen Sänger und Tänzer präsentierten in Rheindahlen’s Pädagogischen Zentrum ihr Können. Die Begeisterung sprang jedoch rasch in Empörung bei Zustellung der Rechnung von über 1.800,00 € an die Organisatoren um.

Bei Veranstaltungen, bei denen Eintrittsgeld verlangt wird, sind nun mal Gebühren zu entrichten. Man hatte sich jedoch auf Schäfer’s Wort verlassen, dem vermutlich die städtische Gebührenordnung unbekannt war.

Beispiel Krahnendonkhalle: Die Nutzung kostet für 3 Stunden 295,00 €. Jede weitere Stunde schlägt mit 50,50 € zu Buche. Dazu kommt noch der Stromverbrauch. Reinigung, Garderobe etc. muss natürlich auch organisiert bzw. finanziert werden.

Die Halle ist zwar in drei Teilen teilbar, aber auch bei Drittelnutzung dritteln sich die Mietkosten nicht: alles oder nix, ist da die Verwaltungsdevise.

Konsequenz: Die Halle, barrierefrei und wunderschön, kann z.B. von der Bruderschaft zur Früh- und Herbstkirmes nicht genutzt werden – weil zu teuer.

Die Folge: Unverständnis bei Anwohnern, Bürgern und Bruderschaftlern (umfassender BZMG-Bericht [1]).

Ehrenamtliches Engagement der Vereine werden in Stadt, Stadtteilen und Honschaften immer wichtiger, gerade, weil der Stadt immer weniger Mittel zur Verfügung stehen, um Bedürfnisse der Bürger nach Gemeinsamkeit in allen Altersgruppen auch künftig zu erfüllen, wenn Kirchen und Grundschulen schließen und das Gemeindeleben langsam „den Bach runter“ zu gehen droht.

Freizeitliches Engagement der Vereinsmitglieder alleine reicht da nicht, Geld muss auch in die Hand genommen werden. Geld, das  nur über die Mitgliedsbeiträge in die Vereinskassen oder über Eintrittsgelder bei größeren Veranstaltungen kommt.

Damit werden wiederum unterjährig verschiedene Vereinstätigkeiten von Kinder- und Jugendarbeit über Stadtteilpflege bis Seniorenbetreuung finanziert.

Politikern ist klar, dass sich die Vereinsförderung nicht in Zahlen bemessen lässt. Die Verwaltung sieht dies indes anders, muss auf die Gebührenordnung pochen.

Muss sie das wirklich?

BZMG hat Hermann-Josef Krichel-Mäurer (SPD), Bezirksvorsteher Ost, auf diesen Missstand am Beispiel der Neuwerker Bruderschaften und des Sozialverbands VdK angesprochen.

„Früher bekamen sozial-engagierte Vereine kostengünstigere Nutzungsmöglichkeiten städtischer Hallen, möglicherweise wurde etwas in der Vergangenheit konterkariert“, meinte er im Interview und will sich die Auflagen mal genauer ansehen. Schließlich wurde die Neuwerker Krahnendonkhalle bewusst als Mehrzweckhalle errichtet und auch Vereine ohne Riesen-Finanzbudget müssen solche Hallen nützen können, meinte er im Interview.

Dazu hier O-Ton Krichel-Mäurer:

[audio:10-02-04-interview-krichel-maurer-ausschnitt-kranendonkhalle.mp3]

BZMG Neuwerk bleibt am Ball.

3 Kommentare (Öffnen | Schließen)

3 Kommentare Empfänger "Vereine fördern, fördern, fördern… schallt es im Politikerchor – und die Verwaltung fordert [mit O-Ton Krichel-Mäurer]"

#1 Kommentar von Hein am 1. August 2010 @ 10:39

„Jungen Sänger und Tänzer präsentierten in Rheindahlen’s Pädagogischen Zentrum ihr Können. Die Begeisterung sprang jedoch rasch in Empörung bei Zustellung der Rechnung von über 1.800,00 € an die Organisatoren um.“

Ist nicht nur formal, also sprachlich falsch, sondern hier wird der Eindruck erweckt, als wenn für eine Veranstaltung 1.800 Euro in Rechnung gestellt wurden. Dem ist nicht so.

Die Miete der Aula kann man vorher erfragen und in die Kalkulation einfließen lassen.

#2 Kommentar von Gandalf am 1. August 2010 @ 11:53

@ Hein

Bitte vor und nach diesem Absatz lesen, dann wissen Sie, warum man nicht (mehr) nach der Miete fragte. Und der Text klingt dann auch nicht mehr falsch. Dann Passt’s!

#3 Kommentar von Hein am 4. August 2010 @ 14:50

@Gandalf

„Bitte vor und nach diesem Absatz lesen, dann wissen Sie, warum man nicht (mehr) nach der Miete fragte. Und der Text klingt dann auch nicht mehr falsch. Dann Passt’s!“

Ich les immer wieder vor und nach dem Absatz, die Fehler verschwinden nicht.

Jungen Sänger und Tänzer präsentierten …. geht nicht. Entweder Jungen, Sänger und Tänzer… oder Junge Sänger und Tänzer… soweit zum formalen Fehler.

Die Zusage von Herrn Schäfer kam auf einer der Veranstaltungen, da ist die Kalkulation abgeschlossen und auch der Prozess der Kostenaufstellung nebst der Recherche fälliger Raummieten. Mieten erfrage ich vor Projektbegin! Nach wie vor passt beim Choristocatsprojekt so einiges nicht.

1800 Eus Miete für wie viele Veranstaltungen? Waren das nur Choristocats – Veranstaltungen?

Hier wird durch einen unprofessionell arbeitenden Verband Stimmung gegen einen Bürgermeister gemacht, der im falschen Moment falsche Versprechungen machte.

Die Organisatoren projezierten dann das Verhalten dieses Bürgermeisters auf die Landesregierung und rieten auf der eigenen website, von der Wahl dieser Partei ab und wurden dann auch noch durch Gelder, die Herr Schroeren (CDU) organisierte, für ihre Wahlkampfhilfe belohnt.

Wenn Kinder- und Jugendarbeit in Vereinen so aussieht, das Kinder- und Jugendliche politisch beeinflußt werden, sollten bei uns allen die Alarmglocken läuten.

Darum ist es in genau diesem Fall der 1800Eus die auf der Rechnung standen, auch wichtig, genau hinzusehen wofür diese gezahlt werden sollten. Die Rechnung stand auch mal als jpg oder pdf im Netz.