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Protest vor RWE-Braunkohlekraftwerk Neurath gegen BoA-Inbetriebnahme [mit Slideshow]

Red. Politik & Wirtschaft [ - Uhr]

12-08-15-Demo-RWE-034Die fast 100 Teilnehmer der Mahnwache am 15.08.2012 vor dem Tor 2 des Braunkohlekraftwerkes Neurath konnte offensichtlich nicht beeindrucken, dass RWE mit rd. 400 geladenen Gästen anlässlich der offiziellen BoA-Inbetriebnahme, dieses Kohlekraftwerk als modernstes und somit als Erfolg feierte.

12-08-15-Demo-RWE-162Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) fuhr im schwarzen Audi A8 L an den Teilnehmern der Mahnwache vorbei auf das Werksgelände, die sie teils mit ihrem eigenen Gesicht in Form von Masken und dem Schild: „Braunkohle killt das Klima – Hannelore Kraft findet’s prima!“ begrüßten.

Neben der Ministerpräsidentin konnte der neue RWE-Vorstandschef Peter Terium auch Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) begrüßen, nach dessen Meinung Braunkohle in Deutschland noch Jahrzehnte für eine „bezahlbare und sichere Energieversorgung“ gebraucht werde.

Die Mitglieder verschiedener Umweltschutzgruppen, Bürgerinitiativen vom Tagebaurand, sowie von Umsiedlungen und Bergschäden Betroffene vor dem Werkstor sehen das anders und lehnen die beiden neuen BoA-Blöcke ab.

Für sie sind diese nicht Innovation sondern Manifestation einer längst überholten Energiegewinnung, die nur den Ausbau der Erneuerbaren massiv behindert.

Die beiden neuen Kraftwerksblöcke in Neurath sollen einen Wirkungsgrad von mehr als 43% erreichen. Bisher lag er bei bis zu 38%.

Kritisiert wird bei dieser Zahl, dass der Wirkungsgrad sinkt, wenn der Energieaufwand, der für die Brennstoffversorgung erforderlich ist, nicht einbezogen wird.

12-08-15-Demo-RWE-1471Auf einer Informationstafel vor dem Werkstor umgeht RWE dies elegant, indem schlicht erklärt wird, Zitat: „Über 30% mehr Strom aus der gleichen Menge Braunkohle“.

Nicht enthalten:

  • Weniger CO2-Emissionen pro Kilowattstunde Strom
  • Wirksamer Beitrag zum Klimaschutz durch optimierte Technik

… und vor allem, das Argument schlechthin, das Altmaier am heutigen Nachmittag vor der Bundespressekonferenz in Berlin hervor hob:

  • Sicherung tausender Arbeitsplätze in der Region

Im Gegensatz zu den alten Kohlekraftwerken sollen die neuen BoA-Blöcke nach RWE-Aussagen innerhalb von 15 Minuten um rd. 500 Megawatt heruntergefahren werden können und damit ähnlich flexibel sein wie ein Gaskraftwerk.

Das schnelle Herunterfahren von Kraftwerken ist erforderlich, um auf geringeren Strombedarf und Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren flexibel reagieren zu können.

Teilnehmer der Mahnwache waren Mitglieder des BUND, klima-allianz deutschland, Waldbesetzer von Hambach, attac, Buirer für Buir, BUND-Jugend, Stopp Rheinbraun, die Bewegung „Das gelbe Band“, Netzbege und andere.

Unterstützt wurden sie von den Piraten Klaus Heimbucher, der in Mönchengladbach bei den Landtagswahlen für den Wahlkreis 49 kandidierte und Hanns-Jörg Rohwedder,Piraten-Landtagsabgeordneter. Beide sind Mitglieder im Arbeitskreis Umwelt und Energie der NRW-Piraten, Rohwedder dessen Vorsitzender.

Bündnis 90/Die Grünen waren u.a. von Oliver Krischer, Sprecher für Energie- und Ressourceneffizienz, MdB, im Bundestag Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und Hans-Josef Dederichs, Ratsherr in Erkelenz, vertreten.

Dirk Jansen, Geschäftsleiter des BUND erklärte: „Das laut RWE-Propaganda vermeintlich modernste Braunkohlekraftwerk der Welt wird jährlich etwa 16 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre blasen“, und weiter: „Solange RWE nicht den Einsatz von Braunkohle zur Stromerzeugung drastisch verringere, bleiben die absoluten CO2-Emissionen auf gleich hohem Niveau.“

Er führt weiter aus: „Die vom RWE behauptete CO2-Reduktion durch das neue Kraftwerk bliebe damit eine „Luftnummer“. Der BUND fordert die Landesregierung deshalb auf, ein Braunkohleausstiegskonzept vorzulegen. Dieses muss mit einer Änderung der uralten Braunkohlepläne und der Rücknahme der Abbaugrenzen der Tagebaue gekoppelt werden“.

Daniela Setton, Leiterin der Anti-Kohlekampagne der klima-allianz deutschland, äußert sich zu dem Boa-Kraftwerk Neurath: „Das ist ein Flaggschiff einer rückwärtsgewandten Energiepolitik. Braunkohle ist der klimaschädlichste aller fossilen Energieträger und darf hierzulande auch auf Grund der enormen Umwelt- und Landschaftszerstörung der Tagebaue keine Zukunft mehr haben. Die Braunkohle blockiert die nötige Flexibilität der Stromerzeugung.“

12-08-15-Demo-RWE-024„Inflexible Braunkohlemeiler sind unter den fossilen Kraftwerken am wenigsten geeignet, die schwankende Einspeisung zunehmend großer Mengen erneuerbarer Energien auszugleichen. Für die Übergangszeit kommen als Brückentechnologie allenfalls flexible und hocheffiziente Gaskraftwerke in Frage.“ so Setton.

Die klima-allianz deutschland ist ein breites Klimaschutzbündnis von mehr als 110 Verbänden und Organisationen u.a. aus den Bereichen Kirchen, Umwelt, Jugend und Gewerkschaften. Es wendet sich bundesweit gegen klimaschädliche Kohlevorhaben von Energiekonzernen.

Während die Teilnehmer gegen eine Energiegewinnung von gestern demonstrieren sieht man am Horizont Symbole der Zukunftsenergie: sich drehende Windräder.

 
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4 Kommentare zu “Protest vor RWE-Braunkohlekraftwerk Neurath gegen BoA-Inbetriebnahme [mit Slideshow]”
  1. @Luegendetektor

    Meinen Sie es wird inhaltlich besser, wenn Sie immer und immer wieder nur dasselbe (pro RWE versteht sich) erzählen?

    Wie gut, dass wenigstens Sie in der Schule aufgepasst haben. Nicht auszudenken, würde Ihnen nicht auffallen wie dumm und unwissend die Betroffenen des Tagebaues und Gegner desselben sind.

    Auch ihre gebetsmühlenartige Leier von den schmucken Häusern, die Umsiedler dank RWE bekommen, den Riesenvorteilen der Natur- und Landvernichtung durch den Braunkohletagebau, wodurch Mensch und Natur selbstverständlich ausschließlich in jeder nur erdenklichen Hinsicht profitieren und sich daraus sozusagen eine Win-Win-Situation ergibt usw. usw. ist ebenfalls hinlänglich bekannt.

    Inzwischen reicht es, wenn Sie statt eines Kommentares lediglich „Luegendetektor“ schreiben. Zumindest auf der BZMG weiß dann sicher jeder Bescheid.

  2. Für die, die in der Schule nicht aufgepasst haben.
    CO2 ist die Grundlage allen Lebens. Für die Flora wäre ein dreifach höherer CO2 Gehalt in der Atmosphäre optimal.

    Selbst wenn man an den Klimaquatsch glaubt, dass es durch CO2 wärmer wird, ist unstrittig, dass warme Zeiten für die Menschheit gute Zeiten waren.

    Leider wird es global seit über 10 Jahren kälter, trotz Rekord-CO2 Ausstoß.
    http://www.woodfortrees.org/plot/hadcrut3vgl/from:2002/plot/hadcrut3vgl/from:2002/trend

    Wieso soll der Tagebau Garzweiler II katastrophale Folgen für Mensch, Natur und Umwelt haben?

    Die Menschen bekommen schmucke neue Häuser nach neuestem energetischen Standard und/oder wohnen später in einem Gebiet, wo andere Urlaub machen.

    Die Natur wird in der Regel durch eine Rekultivierung ökologisch aufgewertet, so dass auch die Umwelt vom Tagebau profitiert.

    Lustig ist zudem, dass zufallsstromerzeugende Windkraftanlagen, Zukunftsenergien sein sollen. Wind und Wasser waren die Energien des Mittelalters, die nicht umsonst von zuverlässigen, bedarfsorientiert einsetzbaren Energien abgelöst wurden.
    Wer mit Zufallsstrom ein Stromnetz betreiben will, will auch mit einem Heißluftballon in den Linienflugverkehr einsteigen.

    Übrigens, nur weil sich ein Windrad dreht, erzeugt es noch lange keinen Strom.

  3. @nihil-est

    Nett von Ihnen nur so am Rande nebenbei zu lesen.

    Sie haben Recht 🙂

  4. Zitat: Kritisiert wird bei dieser Zahl, dass der Wirkungsgrad sinkt, wenn der Energieaufwand, der für die Brennstoffversorgung erforderlich ist, nicht einbezogen wird.

    Kritik welche ins Leere geht!

    Der Wirkungsgrad – egal ob Privatauto, andere Kohlekraftwerke auf der Welt oder eine Glühbirne – folgt einer math. Formel. Energiemengeninput zu Energiemengenabgabe um es mit einfachen Worten zu sagen.

    n=Pab : Pzu

    Folgt man also den “ Kritikern „, so müsste ja auch alle Energie die verballert wurde für den Strassenbau und Unterhalt mit beim Wirkungsgrad eines Privatautos mitberechnet werden. Das hätte sodann allerdings zur Folge der Wagen würde sich nicht bewegen!!

    Erneut also eine Kritik ( Argument ) die unberechtigt ist was einfach nachvollziehbar ist.

    Nur so am Rande, nebenbei

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