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Zum medialen Alleingang in Sachen „Kuckels: „Hans Peter, wir müssen dringend reden!“

Bernhard Wilms [ - Uhr]

[25.09.2017] So oder so ähnlich werden nicht wenige Mitglieder der Mönchengladbach CDU-Fraktion ihren Fraktionsvorsitzenden Dr. Hans Peter Schlegelmilch heute Abend begrüßen und Aufklärung dazu verlangen, warum er ohne vorherige Abstimmung mit der Fraktion erklärt hatte, Bernd Kuckels nicht weiter als Kämmerer beschäftigen zu wollen.

Schlegelmilch hatte sich im einzigen verbliebenen täglich erscheinenden Printmedium in der Stadt, das viele als „Zentralorgan der GroKo“ bezeichnen, erklärt, dass in der Ratssitzung im Oktober die Ausschreibung von Kuckels Posten als Kämmerer beschlossen würde.

Dabei hätte Schlegelmilch es gar nicht nötig gehabt, so vorzupreschen, hat die CDU sich doch im Kooperationsvertrag mit der SPD das Vorschlagsrecht für die im März 2018 anstehende neue Besetzung des Kämmererpostens gesichert.

Vielleicht wollte er aber auch seiner “politischen Freundin” Nicole Finger auf diesem Weg zu verstehen geben, dass er Bernd Kuckels nicht mehr wolle.

Es sei im übrigen nicht das erste Mal, dass der CDU-Fraktionsvorsitzende solche Alleingänge „fabriziere“, meinte am Rande der gestrigen „Bundestagswahlparty“ der CDU im und vor dem Ratskeller ein namhaftes Fraktionsmitglied.

Ein anders beschrieb Schlegelmilch als jemanden, der seine Fraktion in einem oft nicht mehr zu ertragenden autoritären Stil in eine Richtung dränge, die in Wirklichkeit von der Mehrheit nicht mitgetragen würde.

Zu diesem schlechten Stil passe, dass er über die Rheinische Post Dinge in die Welt hinaus posaune, die nur zwischen ihm und dem SPD-Fraktionssprecher Felix Heinrichs besprochen worden seien.

Die Frage, warum sich die Fraktionsmitglieder das gefallen lassen würden, beantwortete ein anderes CDU-Fraktionsmitglied so: „Wenn man etwas Kritisches sagen will, wird man von anderen so genannten Kollegen darauf hingewiesen, dass man als CDU Geschlossenheit zu zeigen habe.“

Das seien dann meisten die, die über oder durch die CDU lukrative Posten hätten und solche Einnahmequellen nicht gefährden wollten.

Alles in allem dürfte es heute Abend eine hitzige Fraktionsdebatte werden, in der sich Schlegelmilch mit dem ihm eigenen Wortschwall herauszuwinden versuchen wird.

In der Sache dürfte es nichts ändern, denn Schlegelmilch will unter allen Umständen jemanden auf den Kämmerer-Sessel hieven, der ein CDU-Parteibuch hat.

Nicht ohne Belang dürfte dabei auch sein, dass nicht nur der Posten des Kämmerer besetzt werden muss, sondern auch der des Stadtdirektors als Vertreter des Hauptverwaltungsbeamten.

Der wird nicht ausgeschrieben, sondern (politisch bestimmt) intern zugeordnet.

Dass CDU-Mann Gregor Bonin ihn bekommen wird, scheint wenig wahrscheinlich, steht ihm doch der dienstältere Parteifreund Dr. Gert Fischer im Wege, der schon lange glaubt dass ihm diese Funktion zustehe, statt einem FDP-Mannes wie Bernd Kuckels.


Ein Kommentar zu “
Zum medialen Alleingang in Sachen „Kuckels: „Hans Peter, wir müssen dringend reden!“”
  1. Schaut man sich das Treiben in der Politik an, fragt man sich schon, wer was bestimmt und vor allem mit welchem eigenen (beruflichen) Hintergrund, Qualifikation und Antrieb.

    Dr. (soviel Zeit muss sein) Schlegelmilch hat seine sogenannte „Macht“ zwar nur vom Bürger auf Zeit bekommen, das scheint ihm (wie vielen seiner Politkollegen) leider nicht ganz präsent zu sein. Daher meinen diese Leute, dass sie machen können, was sie wollen, denn sie haben gerade die Macht dazu.

    Macht korrumpiert. Das meine ich im Sinne von verderben.

    Frage mich, wenn jemand seine Arbeit gut macht und dem scheint im Falle Kuckels so zu sein, warum muss derjenige weg???

    Oder wartet im Hintergrund schon jemand auf diese Position? Bei dem ganzen Klüngel wäre das kein Wunder.

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