Die multimediale Mit-Mach-Zeitung für Mönchengladbach & Umland ... wirtschaftlich und politisch unabhängig ... aber nicht unpolitisch ...


Aspekte des Wählens • Teil XVII; “Warum soll ich irgendwo Kreuzchen machen“ • Bis auf Jochen Klenner (CDU) beteiligten sich alle Landtagskandidaten an „BZMG-Aktion“ • Kandidaten überrascht von den Ergebnissen

Bernhard Wilms [ - Uhr]

[08.05.2017] Je näher der Tag der Landtagswahl NRW rückt, umso nervöser scheinen die Kandidaten und ihre „wählerkämpfenden“ Mitstreiter zu werden … sollte man meinen.

Nicht ganz so am vergangenen Samstag auf dem Sonnenhausplatz.

Dort waren sie alle vertreten, die Kandidaten des Wahlkreises 50 „NORD“: AfD, B90/Die Grünen, CDU, DIE LINKE, FDP und SPD.

Und fast alle beteiligten sich bereitwillig an der Stufe 2 einer zweistufigen „BZMG-Aktion“, durch die herausgefunden werden sollte, mit welchen „Argumenten“ die Parteien die Wahlberechtigten dazu bewegen würden, ihre Kreuzchen zu setzen.

Mit Ausnahme von Jochen Klenner, CDU-Kandidat im Mönchengladbacher „Norden“, der seine Ablehnung so begründete: „Für so etwas habe ich keine Zeit. Ich muss Flyer verteilen!“

Stufe 1:

Eine Woche zuvor hatten wir die Parteien und (soweit anwesend) auch deren Kandidaten im Wahlkreise 49 „Süd“ gebeten, handschriftlich diese drei einfachen Fragen zu beantworten:

 

  1.  Warum soll ich wählen gehen?
  2.  Warum soll ich Sie/Ihren Kandidaten wählen
  3.  Warum soll ich Ihrer Partei meine Zweitstimme geben?

Alle sechs am Rheydter Marktplatz auf „Wählerfang“ befindlichen Parteien beteiligten sich.

Die meisten bereitwillig, einzelne fühlten sich in ihrer „Werbemittel-Verteil-Aktivität“ gestört, einer sprach sogar von „Anmaßung“.

Die Ergebnisse wurden dann auf eine Art „Memory-Karten“ übertragen, ohne dass eine Zuordnung zu den antwortenden Parteien oder Kandidaten erkennbar war.

 

Stufe 2:

Auf dem Sonnenhausplatz wurden die Kandidaten ebenfalls spontan, wie auch in der Woche zuvor deren „Kollegen“ im Wahlkreis Süd, gebeten, die Aussagen auf vorbereiteten „Zuordnungsblättern“ den entsprechenden Parteien zuzuordnen.

Allen sich beteiligenden Kandidaten darf man attestieren:

Sie waren

  • ehrgeizig und ernsthaft bei der Sache, korrekte Zuordnungen vorzunehmen,
  • gespannt auf die richtigen Zuordnungen und
  • fanden diese Aktion erhellend und keineswegs als Belästigung.

Das Fehlen des CDU-Kandidaten bei diesem Zuordnungsspiel machte sich in der Gesamtbetrachtung nicht bemerkbar.

Das Ergebnis haben wir in Form des neuen Services „BZMG-Blätterkatalog“ bildschirmlesbar aufbereitet.

Informationen über die Handhabung des BZMG-Blätterkatalog-Services

 

Hier die Zuordnungen der Landtagskandidaten im Einzelnen:

 

Ergebnisse zur Frage 1: Warum soll ich wählen gehen?

 

Ergebnisse zur Frage 2: Warum soll ich Sie/Ihren Kandidaten wählen?

 

Ergebnisse zur Frage 3: Warum soll ich Ihrer Partei meine Zweitstimme geben?

 

Die Ergebnisse sind nicht überraschend, zeigt sich doch – wenn auch nicht repräsentativ -, wie beliebig austauschbar die Aussagen von Parteien und deren Kandidaten im „Wählerkampf“ sind.

Die Überraschung war auch bei einzelnen Kandidaten groß, als ihnen die „richtigen“ Zuordnungen präsentiert wurden, weil manche in ihren Einschätzungen wenig richtig lagen.

Mehr als einmal gab es Äußerungen, wie: „Das soll von denen gesagt worden sein?“ oder: „Das hätte ich denen nicht zugetraut“.

3 Kommentare zu “
Aspekte des Wählens • Teil XVII; “Warum soll ich irgendwo Kreuzchen machen“ • Bis auf Jochen Klenner (CDU) beteiligten sich alle Landtagskandidaten an „BZMG-Aktion“ • Kandidaten überrascht von den Ergebnissen”
  1. Hallo Stadtfilzer,

    genau so ist es; Die SPD hat ihre Seele verkauft.

    Nehmen wir mal die Abgeltungssteuer für leistungsloses (oder „arbeitsloses“) Einkommen aus Kapitalbesitz, die bei etwa 25 % liegt.

    Hier wird das leistungslose Einkommen aus Kapitalbesitz gegnüber dem Einkommen aus ehrlicher Arbeit bevorteilt.

    Für dieses Geschenk des Staates an die Reichen und Vermögenden gehen Jahr für Jahr Milliardenbeträge „flöten“ .

    Herzlichen Glückwunsch, liebe SPD; macht eine Flasche Champus für die Reichen auf … oder die für euch!

  2. @ Schimanski

    Allein diese Aussage bestätigt, dass Schulz ein Wolf im Schafspelz ist:

    „Er verteidigte abermals die Agenda 2010 und die Außenhandelsüberschüsse mit Nachdruck.“

    Dessen Gerede auch nur ansatzweise ernst zu nehmen, wäre fatal, sogar Dummheit.

    Auch das ewige Zitieren der „schwäbischen Hausfrau“ ist im Turbokapitalismus und Neo-Neoliberalismus absoluter Schwachsinn und passt überhaupt nicht zusammen. Egal, wer die zitiert.

    Dieses kranke „Wirtschaftssystem“ funktioniert nur schuldenbasiert.

    Deshalb funktionieren die verordneten Rosskuren (z.B. Griechenland) nicht, sondern nur die Umverteilung von unten nach oben wird beschleunigt.

    Hat sich zwar auch längst rumgesprochen, aber es wird trotzdem genauso weiter gehandelt und die Menschen damit drangsaliert und gequält, weil es die ärmeren immer sofort mit voller Härte trifft.

    Bis die Mittelschicht auch die vollen Auswirkungen zu spüren bekommt dauert eben ein bisschen länger. Aber wir sind auf einem „guten“ Weg (aus Kapitalistensicht).

    Einach widerlich!

    Der scheinheilige Schulz vertritt genau diese Politik. Da ist kein Unterschied zu Merkel und der CDU.

    Wo ist die SPD noch sozial?

    Die Demokratie – keine Ahnung wo die bei denen (und den anderen Parteien) geblieben ist.

  3. 10. Mai 2017 um 13:55 Uhr: „Martin Schulz hält eine wirtschaftspolitische Grundsatzrede und beweist, dass er keine Alternative darstellt“. Zitat aus: Denkfehler Wirtschaftsdebatte von Jens Berger:

    „100% Gerechtigkeit“ – das ist der Slogan, den die SPD mit Martin Schulz verbunden wissen will.

    Bislang ist diese „Gerechtigkeit“ jedoch kaum mehr als eine Wahlkampfphrase, die man im Willy-Brandt-Haus partout nicht mit konkreten Forderungen untermauern will.

    Auch deshalb blickten wir am Anfang dieser Woche gespannt nach Berlin, wo die PR-Leute der Partei mit großem Tamtam eine wirtschaftspolitische Grundsatzrede des zuletzt schwunglosen Hoffnungsträgers angekündigt hatten.

    Auch diesmal gab es nur wenig Konkretes zu hören.

    Dafür enttäuschte Schulz jedoch auch im phrasenreichen allgemeinen Teil seiner Rede vollends.

    Er verteidigte abermals die Agenda 2010 und die Außenhandelsüberschüsse mit Nachdruck.

    Seine Antwort auf die wirtschaftlichen Probleme Europas sind Investitionen in Deutschland. Wer diese Investitionen warum vornehmen sollte, bleibt jedoch Schulz´ Geheimnis.

    In volkswirtschaftlichen Fragen scheint der neue SPD-Vorsitzende sich nur unwesentlich von der Schwäbischen Hausfrau zu unterscheiden.“ (Zitat Ende)

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.