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Vis-á-vis mit … der SPD-Bundestagskandidatin Gülistan Yüksel und der SPD-Vorsitzenden Angela Tillmann [mit O-Tönen]

12-10-05-yueksel [1]Am 21.09.2012 setzte sich Gülistan Yüksel in einer Mitgliedervollver­samm­lung mit ca. 55% gegen ihre Mitbewerber Felix Heinrichs und Monika Berten durch und wurde SPD-Bundestagskandidatin. [2]

Mit welchen Zielen und Aktivitäten die Kandidatin und die SPD in das Jahr 2013 gehen wollen erläuterten Yüksel und Tillmann in diesem BZMG-Vis-á-vis-Interview.

Das Jahr 2013 wird für die SPD ereignis- und arbeitsreich. Die Partei feiert ihr 150jähriges Bestehen und tritt in Mönchengladbach mit Yüksel u.a. gegen den CDU-Kandidaten Dr. Günter Krings an.

DSC05388 [3]Einzelheiten der dementsprechenden Aktivitäten beschreibt Angela Tillmann (Archivbild) zu Beginn des Interviews:

[audio:12-10-15-yueksel-01-tillmann-agenda.mp3][ca. 3 Min]

Gülistan Yüksel möchte möglichst viele Genossen in den Wahlkampf einbeziehen und setzt auf die Unterstützung der SPD-Ortsvereine und ein Wahlkampfteam, das in Kürze gebildet werden soll. Dabei ist ihr Ziel, Kontakte zu Vereinen, Verbänden, Firmen, usw. sowie zum einzelnen Bürger aufzunehmen um mit ihnen über die Dinge zu sprechen, die diese bewegen und was sie von ihr erwarten.

Außerdem beschreibt sie, wie es zur Kandidatur kam:

[audio: 12-10-15-yueksel-02-wann-warum.mp3][ca. 3 Min]

Schwerpunkte Yüksels‘ bisheriger politischen Tätigkeit lagen auf sozialen Gebieten, insbesondere in den Bereichen Kinder, Familien und Senioren. In andere Themenkomplexe, wie Umwelt, Arbeitswelt, Verkehr usw. will sie sich u.a. mit Unterstützung aus dem Wahlkampfteam einarbeiten und ist zuversichtlich, dass sie auch auf diesen Gebieten die Bürgerinteressen vertreten kann.

Ihren stärksten Wahlkreisgegener sieht Yüksel im Bundestagsabgeordneten Dr. Krings, meint jedoch, dass sie auch gegen ihn gute Chancen hat.

Nach Hinweis auf das Wort „Migration“ stellt Yüksel heraus, dass sie sich dagegen wende, dass man Themenbereiche speziell auf Migranten beziehen möchte. Probleme in dieser Stadt müssten unabhängig von Nationalitäten angegangen werden, denn beispielsweise Kindergarten-, Arbeitsplatz­probleme usw. seien nicht herkunftsspezifisch:

[audio: 12-10-15-yueksel-03-themenschwerpunke.mp3][ca. 4 Min]

Mit 8 Jahren kam Gülistan Yüksel nach Deutschland; ihr Vater lebte schon hier.

Sie berichtet über die erste Zeit in der Schule und die Phase, in der sie die deutsche Sprache lernte, warum sie die deutsche Staatsangehörigkeit beantragte und sich anschließend politisch engagierte.

Insgesamt beschreibt sie ihre Zeit in Deutschland positiv, bemängelt jedoch die immer schwieriger werdende gesellschaftliche Entwicklung.

[audio: 12-10-15-yueksel-04-persoenliche-entwicklung.mp3][ca. 5 Min]

In Wikipedia wurde Yüksel mit einer Äußerung zur „arrangierten Ehe“ im Rahmen einer Vortragsreihe an der Fachhochschule Niederrhein zitiert [4], die als Befürwortung der „Zwangsehe“ interpretiert wurde.

Hierzu erläuterte Yüksel die seinerzeitigen Zusammenhänge und stellt ihre Position dar. [Anm. d. Red.: Aus Gründen des Schutzes der Privatsphäre haben wir die Beschreibung, wie es zu ihrer eigenen Ehe kam, nicht im O-Ton belassen.]

Zum Thema „arrangierte Ehen“ weist Angela Tillmann auf entsprechende Vorgänge der früheren deutschen Vergangenheit hin.

[audio: 12-10-15-yueksel-05-arrangierte-ehe.mp3][ca. 8 Min]

Kurz vor der Wahl auf dem SPD-Mitgliedervollversammlung, aber auch danach hatte es „Irritationen“ gegeben, weil eine Vielzahl von Neumitgliedern aufgenommen wurde, die sich dadurch an der Wahl des SPD-Bundestagskandidaten beteiligen durften.

Nach der Wahl von Gülistan Yüksel sandten die Jusos ihr und weiteren SPD-Mitgliedern einen so genannten „Offenen Brief“ (liegt mittlerweile der Redaktion vor), [5] in dem u.a. von „Beitrittsdatum in unanständiger Nähe zum Wahltermin“, „fadem Beigeschmack“ und  „Spaltkeil“ die Rede ist.

Auch hierzu baten wir Yüksel und Tillmann um eine Stellungnahme.

Tillmanns Kernaussage dazu ist u.a., dass es gerade die Jusos gewesen seien, die für Personalentscheidungen Mitgliedervollversammlungen gefordert hätten. Bezogen auf den „Offenen Brief“ spricht Tillmann auch von „Doppelmoral“.

[audio: 12-10-15-yueksel-06-jusos.mp3][ca. 7 Min]
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6 Kommentare Empfänger "Vis-á-vis mit … der SPD-Bundestagskandidatin Gülistan Yüksel und der SPD-Vorsitzenden Angela Tillmann [mit O-Tönen]"

#1 Kommentar von M. Angenendt am 17. Oktober 2012 @ 13:21

Na ja.
Yüksel: “Ihren stärksten Wahlkreisgegener sieht Yüksel im Bundestagsabgeordneten Dr. Krings, meint jedoch, dass sie auch gegen ihn gute Chancen hat.“

Falsch, der stärkste Gegner ist sie selbst. Dank ihrer eigenartigen Äußerungen zur Zwangsehe und eigenartigen „Wahl“. Das soll sie erst mal gerade rücken oder nicht kandidieren.

Kann sein, dass sie es schafft, weil die Mönchengladbacher/Deutschen sich mal wieder aus Gewohnheit nicht entscheiden können oder zu wenig zur Wahl gehen. Sieht doch nach großer Koalition aus (wäre sehr blöd).

Mit ein bisschen Glück, richtigem Listenplatz sitzt Frau Yüksel dann im Bundestag (wäre bei Herrn Heinrichs nichts anders gewesen).

Sorry, warum? Diese Frage trifft für beide zu, wenn Herr Heinrichs Kandidat geworden wäre.

Mir sagen die Namen Yüksel noch Heinrichs inhaltlich nichts. Auch nicht wofür sie stehen.

Frau Yüksel konnte in der SPD Furore machen, weil sie Migrationshintergrund hat, weiblich und ehrgeizig ist. Eine Frau will nach oben. Jetzt in den finanziell lukrativen Bundestag.

ÜberYüksel: „Schwerpunkte ihrer bisherigen politischen Tätigkeit lagen auf sozialen Gebieten, insbesondere in den Bereichen Kinder, Familien und Senioren. In andere Themenkomplexe, wie Umwelt, Arbeitswelt, Verkehr usw. will sie sich u.a. mit Unterstützung aus dem Wahlkampfteam einarbeiten.“

Gibt es irgendwelche Ergebnisse zur bisherigen politischen Tätigkeit? Habe ich was verpasst (gilt auch für Herrn Heinrichs)? Soziales ist super und allgemein, da kann einen keiner festlegen.

Tillmanns: „Zum Thema „arrangierte Ehen“ weist Angela Tillmann auf entsprechende Vorgänge der früheren deutschen Vergangenheit hin.“ Gähn!

Dass Frau Tillmann Frau Yüksel hilft ist logo. Aber fast nichts was Frau Yüksel und Frau Tillmann da von sich geben passt zum Thema Zwangsehe oder „arrangierte Ehen“.

Was die Damen erzählen ist fragwürdig. Ein Versuch was schönzureden.

Dann auch noch Tillmanns zu Jusos:
„Tillmanns Kernaussage dazu ist u.a., dass es gerade die Jusos gewesen seien, die für Personalentscheidungen Mitgliedervollversammlungen gefordert hätten. Bezogen auf den „Offenen Brief“ spricht Tillmann auch von „Doppelmoral“.“

Werte Frau Tillmanns, lassen sie bitte die Kirche im Dorf auch wenn sie das „eigentlich ganz toll“ finden, dass die SPD durch Migranten „ein Stück bunter“ wird. Mitgliederschübe gab es immer. Auch alles klar.

Die Aussagen Frau Tillmanns zu den Jusos ist übel. Was soll das heißen: „so einfach ist dann meine Welt“. Peinlich.

Die Welt von Tillmanns und Yüksel scheint mir zu einfach. Frau Tillmanns soll mal über den Begriff Doppelmoral nachdenken.

#2 Kommentar von nihil-est am 17. Oktober 2012 @ 17:30

Wir schreiben das Jahr 2012. Mitten in Deutschland.

Gleich 2, ausgerechnet Frauen, finden positive Worte nebst Begründungen, Pro “ Arrangierte Ehe „.

Noch gilt unser aller Grundgesetz hier ( womit ausgerechnet etablierte Parteien immer wieder Probleme haben ). Im Grundgesetz aber steht nix über “ Arrangierte Ehen „.

Wenn es eine kulturelle Begründung bei Frau Yüksel gibt, so ist schlichtweg jedwede rechtliche Ableitung im Geltungsbereich des Grundgesetzes zu suchen. Was hätten wir da also, den StGB237. Klar geht hervor: Selbst ein Heiratstermin im Ausland nach dortigem Recht ist hier ggf strafbar.

Die kulturelle Begründung “ …auf dem Land ist das so….“ von Frau Tillmann ist daher noch unverständlicher! 2012 gibt es da unterdessen Strom, fliessend Wasser und auch Handys sind “ auf dem Land “ nicht unbekannt. So auch unser Grundgesetz, das gilt dort auch und nicht nur in der Grossstadt.

Frau Tillmann und vor allem Frau Yüksel eiern auf einem Thema verblendet rum welches klipp&klar geregelt ist. Es über 160 BGH-Urteile gibt.

Reformiert wurde, Vorschrift neugefaßt durch das Gesetz zur Bekämpfung der Zwangsheirat und zum besseren Schutz der Opfer von Zwangsheirat sowie zur Änderung weiterer aufenthalts- und asylrechtlicher Vorschriften vom 23.06.2011 (BGBl. I S. 1266) m.W.v. 01.07.2011.

§237
(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zur Eingehung der Ehe nötigt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.
(2) Ebenso wird bestraft, wer zur Begehung einer Tat nach Absatz 1 den Menschen durch Gewalt, Drohung mit einem empfindlichen Übel oder durch List in ein Gebiet außerhalb des räumlichen Geltungsbereiches dieses Gesetzes verbringt oder veranlasst, sich dorthin zu begeben, oder davon abhält, von dort zurückzukehren.

Nur so am Rande, nebenbei

#3 Kommentar von M.P. Heinen am 17. Oktober 2012 @ 20:35

Zu den aus meiner Sicht zum Teil hanebüchenden Auslassungen der Kandidatin Yüksel möchte ich mich nicht weiter auslassen, da man mir die Objektivität nicht zu Unrecht absprechen würde.

Alllerdings verwundern mich die Philosophien von Tillmann abermals. Im ländlichen Raum finden auch in deutschen Familien arrangierte Eheschließungen statt? Ähm, Frau Tillmann, haben Sie dies während Ihrer Zeit im Landtag mal den Fraktionskollegen aus dem Kreis Kleve oder dem Oberbegrischen Kreis erzählt, dass deren Ehe doch vermutlich sowieso arrangiert ist…? Komische Sichtweise.

Darüber hinaus finde ich es auch bemerkenswert, dass die SPD-Vorsitzende (!) in Ihrer Weisheit mitteilt, dass das Arrangieren von Ehen hinter dem Rücken des „Brautpaars“ ein Akt der Vernunft sei. Na dann bin ich aber gerne irrational hoch tausend…

Schonmal bedacht, Frau Tillmann, dass in Deutschen Standesämtern gefragt wird „Ich frage Sie, XY, ist es Ihr freier Wille, mit der hier anwesenden XY die Ehe einzugehen, so beantworten Sie diese Frage mit einem ‚Ja'“?!

[… Passage von Moderation gelöscht …] Vielen Dank

#4 Kommentar von gladbacher am 19. Oktober 2012 @ 15:00

Am Beispiel „arrangierte Ehen“ laufen die unterschiedliche kulturellen Lebensauffassungen spitz zu. Gut ist, wenn man, wie Frau Yüksel, über muslimische Kultur aufklärt, um einander besser verstehen zu können. Das ist allerdings keine Einbahnstraße!

Was macht Frau Yüksel denn, um ihre Landsleute über die deutsche Kultur aufzuklären? Ich meine hier nicht Sauerkraut und Blutwurst, sondern auch deutsches Recht und insbesondere die Gewaltenteilung?

Unter dem Deckmäntelchen der Religionsfreiheit und Kultur geschieht ja manches, beispielsweise wird die nach Gesetzeslage festgestellte Körperverletzung von Jungen bei Beschneidungen nun politisch weichgespült. Haben wir nicht eigentlich Staat und Kirche getrennt?

Frau Yüksel spricht sich natürlich gegen Zwangsverheiratung aus, spült das ganze Ausmaß mit Beratung der Tochter weich (warum eigentlich nicht auch des Sohnes? Vielleicht, weil der sich ja noch eine zweite oder dritte Frau anschaffen darf, wenn die elterliche Beratung ein Fehlschlag war?).

Wenn das Kind aber nun keine Beratung will oder sich beratungsresistent zeigt? Normalerweise fragt jemand um Rat, wenn er einen Rat braucht. Wie will man denn überhaupt Gefühle beraten?

Da kommt Hilfe von Frau Tillmann durch den Verweis auf Vernunftehen im ländlichen Bereich.

Es geht also um Geld und Versorgung, nicht um Gefühle. Macht es das besser? Nein.

Wann hört denn die Beratung auf und fängt der Zwang an? Erst wenn jemand körperlich verletzt wird oder schon, wenn Psycho-Terror vorliegt? Wer will das denn unterscheiden.

Bei allem Verständnis über andere Kulturkreise: Solche Weichspüler-Aussagen (gerade beim Persönlichkeitsrecht) sind gefährlicher als religiöse Fanatiker.

#5 Kommentar von Kerstin Königs am 19. Oktober 2012 @ 21:13

Arrangierte Ehe statt das böse Wort Zwangsehe? Freiwillig überredet (beraten?) werden?

Ganz toll der Tipp für betroffene Mädchen und Frauen nicht zur Polizei zu gehen, weil das nicht hilfreich ist? Ich bin sprachlos. Sie empfiehlt das Gegenteil dessen, was immer empfohlen wird?

Frau Tillmann macht es durch ihre Aussagen noch schlimmer. Wo werden in ländlichen Gebieten heute noch Ehen arrangiert?

Da hätte ich gerne mal Beispiele dazu. Früher ja. Das ist aber bestimmt sehr lange her. Nicht mal beim Adel/Königshäusern (s. England, Dänemark, Spanien) klappt das heutzutage noch.

Die Sache mit den Jusos ist auch grenzwertig. Wieso Doppelmoral bei den Jusos? Weil diese die Personalentscheidungen in einer Mitgliedervollversammlung wollten?

Die haben bestimmt nicht geahnt was dann geschah oder sowas überhaupt möglich ist.

Wenn ich lese: „Beitrittsdatum in unanständiger Nähe zum Wahltermin“, bin ich in der Lage mir vorzustellen, was passiert ist. Ich wäre auch sauer. Das klingt nach Gemauschel.

Stellt sich mir die nächste Frage. Wenn nicht die Mitgliedervollversammlung, wer bestimmt (wählt?) sonst den Kandidaten?

Die Idee der Jusos war also richtig.

Peinlich ist was die „alten“ SPDler veranstaltet haben. Klar ist, dass Frau Yüksel das nicht alleine konnte.

In dieser Zeitung war zu lesen:

„Hatte doch die frisch gewählte Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Rheydt/Odenkirchen, Barbara Gersmann, für eine halbe Stunden vor dem Nominierungsparteitag eine Vorstandssitzung anberaumt, auf der die Aufnahme von etwa 70 neuen Mitgliedern bestätigt wurde, damit diese auf dem Parteitag wählen durften.“

[2]

Da wurde getrickst. Warum?

#6 Kommentar von nihil-est am 20. Oktober 2012 @ 19:48

**Satire**

( **Die Satire bezieht sich einzig auf die getätigte Aussage von Frau Tillmann und ist KEINESWEGS so gemeint ** )

Liebe BZ-MG Kleinanzeigenverwaltung,

wir möchten hiermit eine Kleinanzeige bei der BZ-MG aufgeben. Bitte in allen Online-Regionalausgaben im ländlichen Raum vornehmlich veröffentlichen.

Gut situierte Eltern ( Er mit [###] Stammbaum, grosser [###] Nachweis der Eltern vorhanden ) suchen für Universalerben eines nennenswerten Vermögens mit Grundbesitz gleichgesinnte Eltern mit mindestens gleichwertigen Angebot zwecks Eheschliessung des Nachwuchses in 10 Jahren. Hochzeitskosten werden natürlich geteilt, Erbansprüche vorher notariell beglaubigt.

Was kostet diese Kleinanzeige? Müssen wir auch bezahlen wenn sich keine geeigneten Eltern aus der ländlichen Region melden? Kostet ein Rahmen um die Anzeige extra?

**Satire**

Nur so am Rande, nebenbei