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Biogasanlage Wanlo: Eine Dienstreise des Umweltaus­schusses ohne Sinn und Verstand

Huber, aktion Durchblick MG [ - Uhr]

logo-durchblick-orangeUnglaublich aber wahr! Als Normalbürger kann man sich nur verwundert, mit großem Befremden die Augen reiben und ungläubig, ja fassungslos staunen. Kann es wirklich sein, dass die Mönchen­gladbacher Politiker immer noch nicht verstanden haben, wo die wirklichen Probleme mit der in Wanlo geplanten Biogasanlage liegen?

Offensichtlich ist dem so. Warum sonst beschließt der Umweltausschuss die „Durchführung einer Dienstreise“, um eine Biogasanlage der NVV in Wassenberg zu besichtigen. Die Begründung dieser Dienstreise kommt einem Offenbarungseid gleich:

Die Mitglieder des Umweltausschusses möchten sich ein Bild über die Funktionsweise einer bereits in Betrieb befindlichen „baugleichen“ (steht sogar schon fest, wer diese baut?) Anlage der NVV AG machen.

„Es fällt Sitzungsgeld an. Der Bus wird von der NVV AG gestellt.“ So steht es in der Beschlussvorlage Nr. 455/VIII:

https://ratsinfo.moenchengladbach.de/ratsinfo/moenchengladbach/6992/NDU1LlZJSUk=/14/n/58974.pdf

Sich eine Biogasanlage in Betrieb anzusehen ist so ähnlich, als ob man vor einer Heizungsanlage steht und erklären lässt, wie diese funktioniert. Man sieht nur die Heizungsanlage, was in dieser geschieht, erkennt man gar nicht.

Nur, dass man bei einer Biogas-Anlage ein größeres Gelände vorfindet, auf dem Fermenter, Silos, Gärrestebehälter etc. stehen. Von außen sieht man keineswegs, was da vor sich geht. Man kann es sich lediglich erklären lassen.

Den gleichen Effekt hätte eine PowerPoint-Präsentation. Oder dieser Link:

http://www.google.de/search?hl=de&q=biogasanlage%20funktion&um=1&resnum=4&ie=UTF-8&sa=N&tab=iw

Gut, man würde nicht erzählen können, dass es in der besuchten Anlage überhaupt nicht roch. Nur, diese Aussage ist gar nicht das Kernthema. Darum geht es schon lange nicht mehr wirklich. Das ist allenfalls ein Thema am Rande, weil die Wanloer die Anlage in Wanlo nicht wollen.

Kann es wirklich sein, dass die Damen und Herren (exklusive Frau Cremer von der Partei Die Linke) des Umweltausschusses tatsächlich noch immer nicht verstanden haben, warum es in Wanlo, Wickrathberg und Hochneukirch brodelt?

Glauben kann, ja, will man es nicht.

Noch einmal in aller Deutlichkeit: Niemand in Wanlo hat etwas gegen Erneuerbare Energien und eine Biogasanlage. Man hat in Wanlo etwas dagegen ein immer größerer Energiepark, ja, ein Industriegebiet, zu werden und auch noch den mit einer solchen Anlage verbundenen zusätzlichen Verkehr ertragen zu müssen!

Nur vor Ort in Wanlo, Wickrathberg und Hochneukirch können die viel zu engen Straßen und die Streckenführung zu der geplanten Biogasanlage besichtigt werden!

Nur vor Ort kann man das Verkehrsproblem erfassen. Nur dort die Überlegungen anstellen, ob man selbst derartiges akzeptieren wollte. Dort, mitten in Wanlo, vor Ort, muss man sich dann den Verkehr im 6-Minuten-Takt vorstellen. Von morgens 6:00 bis 22:00.

Keinen Pkw-Verkehr. Der ist im Verhältnis nahezu harmlos. Nein, Trecker, Schlepper, LKWs, von denen jeder einzelne fast bzw. so breit ist wie die vorhandenen Straßen oder landwirtschaftlichen Wege!

Thema ist der Lärm, die Gefahren, die mit der Materialanlieferung und -abholung zu und von der Biogasanlage entstehen.

Thema ist der weitere, massive Verlust an Lebensqualität. Die Sicherheit der Kinder auf ihrem Schulweg. Die Sicherheit von Fußgängern, Radfahrern. Dass an Spaziergänge oder Radtouren in und um Wanlo gar nicht mehr zu denken ist.

Der weitere Wertverlust der Immobilien, der schon jetzt 20% beträgt und den die NVV nicht ausgleichen will.

Das sind die Themen, die alle bewegen! Hier geht es nicht um Befindlichkeiten. Nicht um Kleinigkeiten oder Belangloses!

Und es geht nicht darum WIE eine Biogasanlage funktioniert!

Nur vor Ort kann man erkennen, was in Wanlo gründlich daneben gegangen ist. Jeder, der dorthin fährt und ehrlich ist, muss sich spätestens bei der Ortsdurchfahrt in Wickrathberg die Frage stellen: Wer hat das den Bürgern angetan? Schon dort dominieren Windräder das Bild. Übermächtig, riesig, gigantisch.

Eine Busreise des Umweltausschusses nach Wanlo wäre genau das Richtige, um im wahrsten Sinn des Wortes die Probleme zu „erfahren“.

In einem Bus sitzend bekommt man einen hervorragenden Eindruck von der Enge der Straßen. Kann sich vorstellen, was es bedeutet, wenn sich zwei Fahrzeuge dieser Größenordnung begegnen. Von dem zusätzlichen Lärm ganz zu schweigen. Von morgens bis abends wohlgemerkt.

Den Mitgliedern eines Umweltausschusses sollte man nicht erklären müssen, wie wichtig die Vermeidung von verkehrsbedingtem Lärm und anderen belastenden, gar schädlichen Emissionen (Luftqualität, Feinstaub, Ozon etc.) ist. Notfalls kann man sich fehlende Informationen hier holen: http://www.lanuv.nrw.de/

Nicht umsonst gibt es einen weltweiten Lärmaktionstag. Nicht umsonst sind Lärmkartierungen vorgeschrieben.

Eine Dienstreise des Umweltausschusses dürfte nur ein Ziel haben: WANLO.

Der Wortbestandteil BIO scheint alle blind und taub zu machen.

Vergisst man dabei, dass alles, auch Biogasanlagen einer kritischen Würdigung unterzogen werden müssen – ja vielfach schon unterzogen wurden?

Das Warum, Weshalb ist ebenso zu hinterfragen, wie das WARUM HIER?

Gerade von einem Umweltausschuss sind solche Fragen zu stellen, ja, erwartet sie der Bürger zu Recht.

Die Antworten darauf hat mit Sicherheit nicht nur diejenige, die diese Anlage mit aller Macht will: die NVV.

Dazu ist diese Dienstreise nicht notwendig! Und erst recht keine „Verkaufsveranstaltung“ der NVV.


9 Kommentare zu “Biogasanlage Wanlo: Eine Dienstreise des Umweltaus­schusses ohne Sinn und Verstand”
  1. Noch ein „Entschuldigung“ an alle… Was ausserhalb der Interessengemeinschaft passiert, ist nachzulesen unter http://home.arcor.de/wanlo-sagt-nein-zu-biogas

    Jeder Bürger, egal woher hat die Cance, NEIN…die Pflicht eigentlich, sich zu positionieren.

    Sollte RWE/NVV in Wanlo durchkommen, ist der Weg gegebnet, dass sie tun und lassen können was sie wollen. DEM ist einfach Einhalt zu gebieten.

  2. @Emilio….

    auch wenn sich, aus Deiner Sicht 😉 , die Interesessengemeinschaft zurück hält, gibt es in Wanlo Menschen, die genau dies nicht tun.

    Wir kämpfen um unseren Ort und wir hoffen, dass es viele Menschen im Umfeld auch tun. Vielleicht nicht unbedingt wegen Wanlo, aber um endlich wieder als Bürger, als Mensch, als derjenige, der die Volksvertreter einsetzt, für ernst genommen zu werden.

    RWE/NVV ist doch nicht blöd…. (ausser deren Verkehrsplaner…. sorry… musste sein…)… der Zeitpunkt für den Antrag zum Bau ist doch strategisch gewählt. 14 Tage vor der LTW… Keine Partei wird sich da positionieren aus Angst, in die Pflicht genommen zu werden.

  3. Weiter so Mädels und Jungs. Richtig wäre es den Politikern in 15 Tagen Saures zu geben und zu zeigen, was hier wahrscheinlich noch stärker stinkt als jede Biogasanlage irgendwo auf der Welt – der Filz und die Vetternwirtschaft.

    Leider sind die Alternativen wie überall im Ländle leider begrenzt.

    Gerade die Fraktion der Grünen müßte eigentlich auf so ein Thema anspringen. Tut es aber scheinbar nicht, so wie ich hier lese. Macht euch nichts daraus!

    Wenn, dann sowieso nur zu Wahlkampfzwecken. Wenn die dann einmal mit an der Macht sind, dann vergessen die schnell Ihre Wurzeln und gehen auf wie ein Hefekuchen.

    Das sich die Wanloer Dorfinteressengemeinschaft auch vornehm zurückhält, wundert mich jetzt… aber sei’s drum.

    Dafür springen andere in die Bresche, wie ich auf den Bilder eindrucksvoll sehen konnte. Leider habe ich die Photos vermisst, wo das Mikro dem Redelsführer der Buscrew als Z……n verabreicht wurde. Späßle g’macht!

    Aber ernsthaft. Wehrt Euch, bleibt glaubhaft und zeigt Alternativen auf.

  4. Hallo Frau Huber,

    der Name ist bei Ihnen Programm: „Durchblick“.

    Können Politiker bei Ihnen auch Kurse belegen wie zum Beispiel.
    – Wie gehe ich mit den Bürgern richtig um?
    – Wie mache ich klare und eindeutige nicht fehlinterpretierbare Aussagen!
    – Wie werde ich wieder zu einem ehrlichen Menschen!
    – Wie schaffe ich mir ein eigenes Rückgrat an, das auch gegenüber den höheren Personenkreisen meiner Partei bestand hat!

    Falls sich irgendwer der Ratsmitglieder anmelden möchte, jedoch nicht genügend Geld für den Kurs übrig hat, werden wir in der Region die Sammelbüchse umgehen lassen.

    Das wäre schliesslich eine lohnende Investition in die Zukunft unserer Stadt und auch der Stadtteile.

    An die Herren und Damen der Ratsfraktionen stelle ich gerne die Frage: Haben sie nur einen einzigen Anwohner der Anlage gesehen oder befragen können?

    Falls die alle in Wassenberg zufrieden sind, haben sie eine aussergewöhnliche Sorte Mensch gefunden die alles mit sich machen lässt?

    Oder ist das Fass bei denen mittlerweile auch am überlaufen?

    Lasst es in Wanlo erst gar nicht soweit kommen!

  5. Politiker, was tun?
    1. Hirn einschalten
    2. nach WANLO fahren
    3. sich dort umschauen
    4. vor Ort mit den Bürgern reden
    5. nicht vom “ grünen Tisch planen und nach Aktenlage urteilen“
    6. Tatsachen sehen anders aus als „getürkte Pläne“

    DANKE Frau Huber, weiter so!

  6. Hallo Frau Huber,

    bin vollkommen Ihrer Meinung. Der Ausflug ist doch lächerlich. Was versprechen sich die Damen und Herren von dieser Aktion?

    Etwas Interessantes wird dem einen oder anderen höchstens bei der Anreise auffallen:

    In Wassenberg steht die Biogasanlage (die hat noch nicht einmal die Hälfte der Kapazität der in Wanlo geplanten) nämlich in einem Industriegebiet, da, wo sowas auch hingehört.

    Richtig und sinnvoll wäre es gewesen, sich am geplanten Standort umzusehen, um sich die Planungsidiotie selbst vor Augen zu führen, anstatt sich nur die „Vorteile“ einer Biogasanlage von völlig „unvoreingenommenen“ NVV’lern ins Ohr säuseln zu lassen.

    Ich glaube kaum, dass der höchst fragliche ökologische Nutzen einer Biogasanlage oder die moralisch zumindest bedenkliche „Verfeuerung“ von Nahrungsressourcen auf so einer Veranstaltung differenziert diskutiert werden.

    Auch wird kaum zur Sprache kommen, dass der ursprüngliche Sinn und Zweck einer Biogasanlage – nämlich bei der Entsorgung oder Verminderung von Abfällen (Klärrückstände, Speisereste, etc.) als Nebenprodukt nutzbares Biogas und Dünger zu erzeugen – beim geplanten Bauvorhaben in Wanlo absolut aus den Augen verloren wird.

    Aber jetzt zu etwas völlig anderem:

    Was macht der Sportausschuss, wenn demnächst irgendwo ein neuer Sportplatz gebaut wird? Ein Campingwochenende im Borussenpark, weil da die gleiche Rasensorte verwendet wird wie auf dem geplanten Sportplatz?

    Fährt der Schulausschuss zum Wochenendtrip nach Rügen, um sich von der Qualität der neu bestellten Schulkreide zu überzeugen?

    Fährt der Finanzausschuss demnächst vor der Anschaffung eines neuen Hefters nach Krefeld, um das dort eingesetzte baugleiche Gerät im vollen Betrieb zu begutachten?

  7. Dem Artikel und den beiden bisherigen Kommentaren ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

    Die Informationen und Angaben sind in sich schlüssig, einleuchtend, nachvollziehbar und eindeutig logisch.

    Wie kann es eigentlich sein, dass die Damen und Herren Politiker dies alles offenbar NICHT nachvollziehen können? Oder müsste man besser fragen: WOLLEN?

    Warum ist eine solche Fahrt (deren Sinn bzw. Unsinn erschöpfend dargelegt wurde) überhaupt noch geplant?

    Dass das Ergebnis vermutlich überwältigend positiv ausfallen wird, steht wohl schon ebenso fest wie die Tatsache, dass es den Entscheidern offenbar vollkommen gleichgültig ist, dass die Wanloer Bürger kundgetan haben, dass sie in keinem Fall eine Biogasanlage dort haben wollen.

    An dieser Stelle bleibt einem nur noch die ernüchternde Erkenntnis, dass die Politik – so wie sie derzeit betrieben wird – nicht für den Bürger da ist und dessen Interessen, wenn überhaupt, nur ganz am Rande berücksichtigt.

  8. Hallo Frau Huber,

    danke für den Artikel. Ich kann die „Klassenfahrt“ des Umweltausschusses auch nicht nachvollziehen.

    Zumal die Anlage in Wassenberg garnicht „baugleich“ der geplanten BGA in Wanlo ist. Die Anlage in Wassenberg erzeugt neben Biogas auch Strom und Wärme, die dank des urbanen Standortes in Wassenberg effizient genutzt werden kann. So wird z.B. ein benachbartes Schwimmbad mit der bei der Stromerzeugung gewonnen Wärme beheizt.

    (Diese Informationen habe ich ohne Dienstreise ermitteln können, habe dafür lediglich 2 Minuten „gegoogelt“!) In Wanlo soll aber doch nur Biogas erzeugt werden! Oder nicht?

    Jedenfalls unterstütze ich Sie in Ihren Aussagen und sage es mal mit den Worten des Verkehrsgutachters Springfeld: „Die haben nicht zugehört!“

  9. Es ist eigentlich eine Farce.

    Der Umweltausschuss der Stadt Mönchengladbach macht einen „Wandertag“ nach Wassenberg, um eine bestehende Biogasanlage zu besichtigen.

    BeSICHTigen, nicht BeGUTachten? Denn Sponsor der Wallfahrt ist ja Gott NVV, der sich damit von Seiten des Umweltausschusses Zustimmung erkauft…..oh…..Entschuldigung….erhofft.

    Genau so eine Farce, wie ein Verkehrsgutachten für ein Vorhaben der NVV, das von der NVV erstellt wird. Ich habe schon in anderen Beiträgen von GUTachten gesprochen. Die NVV wird doch wohl nicht so ehrlich sein, negative Aspekte zu verraten.

    Der Zustand der Straßen gibt ein noch höheres Verkehrsaufkommen nicht her. Abgesehen davon, dass auf den Routen in Wanlo und Hochneukirch Schul- und Einkaufswege liegen.

    Aber was solls…. jeder Feldzug fordert seine Opfer. Nur dass die Opfer um Himmels Willen nicht auf Seiten der NVV liegen dürfen. Darauf wird auch von Seiten der Stadt Mönchengladbach peinlich genau geachtet.

    BIO, unter diesem Begriff ließ sich bis jetzt alles verkaufen. BIO ist gut. Aber wenn BIO zu Lasten der Bürger geht, ist BIO eben nicht mehr gut, sondern nur gut geredet.

    Gut, die Schlepper sollen nicht durch die Ortschaften fahren. Sollen…. verbieten kann man es, zumindest lt. Aussage des Vertreters der Stadt Mönchengladbach, nicht.

    Aber es werden auf den Umgehungsstraßen Ausweichbuchten gebaut. Klingt gut. Fakt ist doch aber, dass die Schlepper, bedingt durch ihre sehr komplizierte Hydraulik, die Motoren während der Wartezeiten in solch einer Bucht nicht ausstellen werden und dies auch nicht können. Nach einem Motorenstillstand benötigt es ja wieder eine geraume Zeit, bis die Hydraulik ihren Betriebsdruck neu aufgebaut hat.

    Es ist erschreckend, wie bei der Erwähnung des Zauberwortes BIO bei vielen Politikern die rosarote (rosagrüne?) Brille über Augen und Verstand rutscht.

    Vorschlag meinerseits: Nehmt das Sitzungsgeld, kauft davon Gingkotropfen, nehmt diese, setzt Euch an Eure Schreibtische und denkt mal nach, statt der NVV Geld wegzunehmen, über das Ihr irgendwann stolpern werdet.

    Aber es ist noch immer so wie meine Großmutter schon sagte: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“.

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