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Wie „rund“ war der „Runde Tisch“ im Giesenkirchener Hinterzimmer wirklich?

glossi-psst [1]Stellen wir uns einfach ganz dumm und fragen wir – also jetzt mal ganz ehrlich – was ist da am letzten Dienstag im Hinterzimmer ausgeheckt worden? Da bin mal wieder von der Elbe an den Gladbach (ja wo is er denn?) gekommen, schlendere durch „Giesenkichen-City“, dachte ich hätte frei, aber nix war’s mit der erhofften Ruhe. Das Gemunkel war unüberhörbar.

Gut, Gemunkel gibt es in Giesenkirchen ja immer, in den letzten Tagen aber einiges mehr als sonst.

Da soll wieder  an einem Konzept gearbeitet werden und schon wieder im „hyperaktiven“ Giesenkirchen. Schließlich müsse ja Ersatz her für das verloren gegangene „2015″. Die Arbeit an dem neuen Konzept muss natürlich geheim bleiben. So will es Bezirksvorsteher Frank Boss.

Dazu verpflichtete er die Teilnehmer am „runden Tisch“ und alle sollen zugesagt haben .

Nur geladene Gäste waren dabei, Politiker aller Coleur und Sportfunktionäre. Keine Bürger und erst recht nicht BI „gegen 2015″.

Das fängt ja mal wieder gut an. Oder sollte ich sagen, es hat sich nichts geändert?

Hinterzimmer sind nun mal ganz weit hinten. Eins haben aber auch sie: Fenster. Und die sind manchmal ebenso wenig schalldicht, wie die Türen zu Hinterzimmern.

Und was man da mitbekommt ist nicht für die Ohren der (Giesenkirchener) Bürger bestimmt. Glaubt Boss!

Gelder aus dem Konjunkturpaket II für die Sanierung des Sportplatzes Puffkohlen? Dazu meinte Boss keine Mehrheit in seiner Fraktion zu bekommen. Demzufolge hat er weder in Liste 2 noch in Liste 3 zum Konjunkturprogramm II etwas beantragt. Ein krasses Versagen – könnte man meinen.

Andere Bezirke wie z.B. Mennrath haben dies getan und das mit Erfolg.

Nein, „krasses Versagen“ ist an und für sich falsch. Denn Boss will ja gar nichts für Puffkohlen tun. Er will bauen. Das konnte man (wenn auch akustisch etwas undeutlich) hören.

Er will planen und bauen (lassen),  ganz leise und ganz im Geheimen, wie es seine Giesenkirchener von ihm gewohnt sind.

Im Ergebnis könnte das so aussehen (nur mal angenommen):

„Giesenkirchen 2015″ wird zu „Giesenkirchen 2010″.

Giesenkirchen braucht ganz ganz dringend Wohnraum (glaubt Boss), also wird das Freibadgelände, das liegt ja jetzt nutzlos herum, umgewidmet und ist dann plötzlich Bauland.

Da passen doch bestimmt 30 schöne Häuser hin, locker. Die liegen gut erschlossen an der neuen 4-spurigen L19, hinter einem Lärmschutzwall. Und sie bringen natürlich Geld.

Besonders den Firmen, die doch so gerne bauen möchten und zu denen Boss innige „Verhältnisse“ pflegt. Höre ich da Zweifel?

Die EWMG könnte wieder Grundstücke kaufen, billiger als der Marktwert, dann wertsteigern  – wodurch auch immer – und dann weiterverkaufen zum Beispiel an die Kreisbau, das bringt auch Geld. Und die Kreisbau AG hätte wieder Aufträge, für sich selbst und welche zu vergeben an andere Firmen.

Dann werden die netten Häuschen an junge Familien verkauft und Giesenkirchen hat der allgemeinen Überalterung ein demographisches Schnippchen geschlagen.

Nur mal angenommen!

Mit den erzielten Erlösen werden dann neue Sportplätze gebaut. Wo?

Na, da wird sich doch ein geeignetes Gelände finden lassen. Eine Kleingartenanlage zum Beispiel, oder im Feld an der Mülforter Straße. Oder ein Gelände, das schon im Besitz eines stadtbekannten Bauunternehmens ist.

Aber auf keinen Fall würde Puffkohlen saniert!

Dem bald Ex-Vorsitzenden vom Giesenkirchener Fußballverein, dem Herrn Königsmark hätte der Frank B damit sein Versprechen erfüllt. Übrigens: Dass Königsmarks andere Sportler im Verein nicht am runden Tisch waren, konnte man ganz genau sehen. Warum auch – es geht ja nur um Fussball, der vielleicht in Giesenkirchen bald in der  Bezirksliga stattfindet.

Und damit die „Kreisliga B-Schelsener“ (darunter gibt’s nur noch Kreisliga C) nicht meckern, bekommen sie dann auch noch das von ihnen geforderte Kunstrasenspielfeld.

Natürlich mit der ach so dringend erforderlichen Flutlichtanlage dazu. Das ist doch das Mindeste, denn irgendwann müssen die Spiele ja auch mal bei Dunkelheit ausgetragen werden. Und schließlich haben die Schelsener ja Boss bei „2015″ tatkräftig unterstützt – nur eben halt erfolglos. Naja, dann ist die Flutlichtanlage eben so etwas, wie „Schmerzensgeld“, um die Wunden zu lecken.

Und alle wären happy. Falsch! Nur die, die auch von „Giesenkirchen 2015″ profitiert hätten.

Nur mal angenommen!

Das Tollste aber käme dann vielleicht etwas später: Giesenkirchen hätte einen neuen Sportplatz (siehe oben) und Puffkohlen würde nicht mehr gebraucht.

Und jetzt der Boss’sche Trick: Puffkohlen könnte endlich bebaut werden.

Ein Super Deal. Und Boss kann sich hinstellen und verkünden: ‚Schaut her, ich hab´s versprochen und auch gehalten, ich habe Giesenkirchen nach vorn gebracht‘.

Und damit das ganze Thema nicht den CDU-Wahlkampf vermasselt und die Bürger vielleicht noch hellhörig werden, wird es bis nach der Wahl unterm Teppich gehalten, wenn alle am runden Tisch Sitzenden mitspielen.

Wenn Boss sich da nicht täuscht! Sie mögen zwar versuchen, mitzumauscheln, aber schließlich hatte sein „Runder-Tisch-Hinterzimmer“ Fenster und Türen. Und da kann man ganz gut mithören.

Vielleicht sollte Boss solche „konspirativen“ Treffen (weil ohne Bürger) im Bunker an der Zoppenbroicher Straße abhalten. Der ist schalldicht und ohne Fenster, hat zwar kein Licht mehr, aber warum auch: „Im Dunkeln lässt sich gut munkeln“. Wobei wir wieder am Anfang dieser Annahmen angekommen wären.

So, jetzt muss ich aber zum Bahnhof. Der (zumindest der Gladbacher) wird ja demnächst noch schöner sein, wie zu hören war. Mein Zug geht bald, ich bin mal gespannt, wann ich etwas Konkreteres über die Planspiele des „Giesenkirchener Runden Tisches“ auf Papier lesen kann.

Hauptsache die Bürger wissen Bescheid – jetzt mal ganz ehrlich!

Das wollte ich nur gesagt haben.

Tschüss

Euer Glossi (ich meld mich bald wieder)

7 Kommentare (Öffnen | Schließen)

7 Kommentare Empfänger "Wie „rund“ war der „Runde Tisch“ im Giesenkirchener Hinterzimmer wirklich?"

#1 Kommentar von HD am 6. Mai 2009 @ 13:04

Beschämend, wie hier berichtet wird, und die Vereine auf Kosten politischer Eitelkeiten beschmutzt werden.

Ich hoffe hier wird bald mal Einhalt geboten!

#2 Kommentar von Thomas am 6. Mai 2009 @ 15:04

Beschämend, wie Boss & Co. operieren, wo ist die Mitteilung an die Öffentlichkeit?

Wer oder was beschmutzt den Verein?

#3 Kommentar von Holger Drever am 6. Mai 2009 @ 15:11

So, der obige Kommentar stammt aus meiner Feder, und ich wollte mich nicht hinter einem Kürzel verstecken, wie die ganzen Neunmalklugen hier.

MfG
Holger Drever
Fußballobmann
DJK VFL Giesenkirchen

#4 Kommentar von Holger Drever am 6. Mai 2009 @ 15:34

Pressemitteilungen sind an alle (seriösen) Medien rausgegangen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Mich würde es freuen, wenn die Schelsener bald in der A-Liga spielen, auch wenn dann hier weitere ironische Bemerkungen gefunden werden.

Und was unseren Verein angeht, da muss ich alle enttäuschen, wir werden auch nächstes Jahr Landesliga spielen, und damit einer der ranghöchsten Vereine sein. Und das trotz aller Steine, die einem in den Weg geworfen werden.

Weiter werde ich mich hier nicht mehr äussern, da doch eh alles hier verdreht wird, wie es gerade ins (politische) Licht passt.

Ich frage mich nur, warum hier ein Link existiert, der auf den Presse-Kodex hinweist?!

#5 Kommentar von Thomas am 6. Mai 2009 @ 18:21

Wer legt dem Verein DJK Steine in den Weg?

Nur weil ein Herr Boss eine neue Sprotanlage verspricht, muss dies auf Kosten der Steuerzahler und Anlieger (Anliegerkosten, Wertverlust etc) geschehen?

130 Häuser für 2 Kunstrasenfelder ????

In Giesenkirchen ist kein Wohnraumbedarf erkennbar!

Auch scheinen weder die CDU noch die FPD Interesse an einer schnellen Lösung zu haben – der Sportverein schaut somit erst einmal in die Röhre.

Einen erneuten Vorstoss a la „Giesenkirchen 2015“ werden weder die Bürgerschaft noch die Bezirksregierung in Düsseldorf aktzeptieren können. (Das NKF macht es möglich – jetzt wird es schwer aus 4 städtischen Grundstücken eines zu machen und lauthals zu verkünden – es bleibt 1 Mio. über)

Bei einem erneuten derartigen Versuch kommt das nächste Bürgerbegehren. Bestimmt!

Selbst bei einem Scheitern würden gerichtliche Auseinandersetzungen einen möglichen Baubeginn hinauszögern. Sehr lange!

Der DJK spielt dann noch weiter auf einem gering sanierungsbedürftigen (Gutachten der Stadt MG) „Acker“ .

Das alles ist Herrn Boss egal – Hauptsache es wird gebaut (Häuser – schliesslich muss die CDU-nahe Bauwirtschaft ja beschäftigt werden) – der Sportverein wird leider so noch einige Zeit auf eine sanierte Anlage warten müssen.

Die Chancen auf eine Sanierung aus dem Konjunkturpaket II werden leichtfertig vertan.

#6 Kommentar von D.Breymann am 6. Mai 2009 @ 19:59

Sehr geehrter „Glossi“

Glossen schreiben ist nicht leicht, selbst wenn man sich mit einem Namen schmückt, der diese Fähigkeit suggeriert. Sie sind kein Profi, das zeigen Ihre Texte eindringlich. Dies alleine ist Ihnen sicherlich nachzusehen. Denn ein Medium, wie die BZ, das von Amateuren für Bürger gestaltet wird, muss nicht professionell sein.

Den Machern sei auch zugestanden, dass sie politische Ziele verfolgen. Nicht korrekt ist es jedoch, wenn man zur Erreichung dieses Zieles nicht davor zurückschreckt, Menschen unter bewusster Entstellung der Wahrheit, verächtlich zu machen. Abgesehen davon, dass ein solches Verhalten juristisch sanktionierbar ist, frage ich mich, wohin Sie Ihr Spielchen noch treiben wollen.

Ich beobachte seit einiger Zeit, dass sich die BZ an Herrn Boss persönlich abarbeitet. Die politische Auseinandersetzung mit einem Funktionsträger ist zulässig; sie ist solange tolerierbar, solange sie nicht unter bewusster Entstellung der Tatsachen die Ehre des von Ihnen Kritisierten verletzt. Ihr Artikel bezweckt jedoch nur, den persönlichen Ruf, die Ehre und das Ansehen des Bezirksvorstehers Frank Boss zu vernichten.

Ein Blick auf den Sachverhalt belegt dies.

Auf Einladung der von dem Bürgerbegehren betroffenen Sportvereine treffen sich die Vertreter aller Parteien im Rathaus, um über die weitere Entwicklung Giesenkirchens nach dem Bürgerbegehren zu reden. Diese Gesprächsrunde, an der alle politisch legitimierten Interessensvertreter Giesenkirchens teilnehmen, titulieren Sie als Hinterzimmer. Dies ist nicht nur grenzwertig sondern sagt auch viel über ihre politische Grundeinstellung aus. Nicht die aus freien, geheimen Wahlen hervorgegangenen Volksvertreter sind danach berufen, Problemlösungen zu suchen und diese zu erörtern, nein nur eine Bürgerinitiative scheint diese Berechtigung für Sie zu haben..

Alle Parteien waren bei dem Gespräch anwesend, mithin war auch Sorge dafür getragen, dass keine geheimen Beschlüsse gegen „angebliche“ Interessen der Bürger getroffen werden konnten. Es war mithin keinem der Beteiligten an diesem Gespräch möglich, seine Vorstellungen durchzusetzen, sowas ergibt sich bereits aus dem politischen Wettbewerb. Insoweit wurde auch nichts ausgehandelt, was die Bürger nicht wissen durften. Es wurde vielmehr ergebnisoffen über mögliche Lösungswege nach dem Bürgerbegehren diskutiert. Für mich ist dies nicht verwerflich sondern vernünftig.

Sie unterstellen jedoch, dass Herr Boss diese Runde initiiert und genutzt hat, um unter Umgehung des Bürgerbegehrens bestimmten Unternehmen und damit wirtschaftlichen Interessen dienlich zu sein. Sie unterstellen ihm, „bauen“ zu wollen.

Nachdem Sie also zunächst die Tatsachen falsch wiedergegeben haben, ziehen Sie dann Ihre Schlüsse, von denen Sie, bei verständiger Würdigung des Sachverhaltes, erkennen müssen, dass diese im Sachverhalt keinen Beleg finden. Denn der wahre Sachverhalt kann keine Grundlage für Ihre haltlosen Anschuldigungen sein.

Wenn dem aber so ist, kann Ihr Beitrag nur noch einen Zweck verfolgen, nämlich den Bezirksvorsteher persönlich verächtlich zu machen. Mit Ihrem Artikel soll bei Ihren Lesern Wut gegen den Bezirksvorsteher erzeugt, ja es sollen Aggressionen geschürt werden!

Dies alles sind jedoch nicht das Kennzeichen einer Glosse sondern eines Hetzartikels. Insoweit sollten Sie, lieber Anonymus, sich einen neuen treffenderen Namen überlegen.

#7 Kommentar von Jochen Klenner am 6. Mai 2009 @ 23:37

Ich möchte mich nicht inhaltlich zu dem Thema äußern, aber einen wichtigen Aspekt noch einmal aufgreifen, den Herr Drever beschrieben hat: Mich stört ebenfalls, dass viele Nutzer ihre Kommentare nur anonym abgeben. Dabei spricht doch gerade die Bürgerzeitung immer von „Transparenz“. Wenn man seine Meinung veröffentlichen will, sollte man auch dazu stehen! Die BZ sollte übrigens hier mit einem guten Beispiel vorangehen. Ich finde es nicht in Ordnung, dass manche Artikel nur mit RedaktionBZ-MG gekennzeichnet sind. Jeder Autor sollte seinen Namen nennen. Das gilt m.E. auch für die Glosse – denn natürlich können Glossen und Kommentare auch mal etwas subjektiver gefärbt sein – der Autor sollte aber dann ebenfalls mit seinem Namen dafür geradestehen.