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Post: Alle profitieren vom Rathaus-Projekt

logo-cdu1.jpgMit einer umfassenden Modernisierung des Rheydter Rathauses will die Mönchengladbacher CDU gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Norbert Post, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion, ist zuversichtlich, dass die Verwaltung in Kürze das Ergebnis der Prüfung vorlegen wird, die der Hauptausschuss im Juni 2007 auf CDU/FDP-Antrag beschlossen hat.

„Ich bin sicher, dass die Ãœberlegungen richtig waren, die zu unserem Antrag geführt haben“, sagt Post. Der 56-jährige erinnert daran, dass mehrere Punkte ausschlaggebend waren, die Prüfung in Auftrag zu geben:

  • Der Verwaltungsstandort Rheydt soll als einer von zwei zentralen Schwerpunkten in der Stadt gestärkt werden.
  • Die in Rheydt angesiedelten Verwaltungseinheiten sollen kostengünstiger als bisher untergebracht werden, indem angemietete Flächen aufgegeben werden und die Dienststellen in zeitgemäßen Büroräumen unter dem Dach eines großen Rathaus-Komplexes zusammengefasst werden.
  • Im Rathaus Rheydt soll ein zentraler Bürgerservice eingerichtet werden, der leicht erreichbar ist und ein möglichst breites Spektrum von Verwaltungsdienstleistungen anbietet.
  • Mittelfristig soll auch ein zeitgemäßer Ratssaal zur Verfügung stehen.

Es stehe fest, so Norbert Post, dass die Verwaltung in mehreren Objekten in Rheydt fast 8.000 Quadratmeter angemietet hat, die nicht der Stadt Mönchengladbach gehören. „Jeder kann leicht ausrechnen, dass hier erhebliche Mietzahlungen fällig werden“, so der Finanzfachmann. „Ich gehe dabei von mindestens 600.000 Euro pro Jahr aus. Mit diesem Betrag würde ich lieber das Rathaus nach und nach erneuern, das ja im Eigentum der Stadt ist.“

Als weiteres Problem nennt er den Zuschnitt der Flächen im Rheydter Rathaus. Etwa 9.000 Quadratmetern Bürofläche stehen fast 2.500 Quadratmeter Nebenflächen gegenüber. Post: „Wirtschaftlich kann das nicht sein.“ Zudem seien die Büroräume teilweise in einem sehr schlechten Zustand und für die dort arbeitenden Mitarbeiter der Verwaltung kaum noch zumutbar. „Als diese Räume in den Seitenflügeln des Rathauses in den 50-er Jahren gebaut wurden, hat einfach noch niemand vorhersehen können, dass zum Beispiel PC-Arbeitsplätze einmal Standard sein würden und entsprechende Anforderungen hätten“, so Post.

Vor diesem Hintergrund muss eine Sanierung der Altsubstanz in ihrer Wirtschaftlichkeit überprüft werden. Post kann sich kaum vorstellen, dass eine Sanierung wirtschaftlicher sein würde als ein Neubau der der Teile zwischen den historischen Gebäuden. „Hier will ich aber dem Ergebnis der Prüfung nicht vorgreifen,“ sagt er, macht aber seine Vorstellung deutlich, wie er sich das Rheydter Rathaus der Zukunft vorstellen kann.

Die denkmalgeschützten Teile des Gebäudes wie das in den 90-er Jahren des 19. Jahrhunderts erbaute Kerngebäude des Rathauses und das ursprünglich als Bezirkskommando genutzte Eckgebäude an der Limitenstraße bleiben unangetastet. Post: „Hier muss man gemeinsam mit der Denkmalpflege überlegen, wie innen eine sinnvolle, bürgernahe Nutzung ermöglicht werden kann.“

Zwischen den beiden denkmalgeschützten Gebäuden kann er sich im ersten Bauabschnitt einen modernen Baukörper mit ebenerdigem Zugang vorstellen, in dem der Bürgerservice untergebracht werden könnte. „Hier wäre eine lichte Architektur mit viel Glas nicht schlecht, mit der die Verwaltung auch symbolisch zeigt, dass sie für die Bürgerinnen und Bürger offen ist.“

An der Limitenstraße und am Neumarkt müssten in weiteren Bauabschnitten die vorhandenen Gebäude durch zeitgemäße Bürogebäude ersetzt werden. Hier könnten zum Beispiel die Rheydter Abteilungen von Musikschule und Volkshochschule angesiedelt werden, die derzeit noch in gemieteten Räumen untergebracht sind.

Ein weiterer Schritt wäre dann der Ersatz des Ratssaales auf der Fläche des derzeitigen Parkplatzes im Rathaus-Innenhof. Hier wäre auch Platz für eine Tiefgarage.

„Wir haben diese Möglichkeiten betrachtet, als wir vor mehr als einem Jahr unseren Antrag gestellt haben“, sagt Post. „Eine verantwortliche Entscheidung lässt sich jedoch nur treffen, wenn die Alternativen Neubau und Sanierung seriös geprüft worden sind. Nach allem, was ich inzwischen weiß, bin ich jedoch sicher, dass der Lösungsvorschlag nur Neubau heißen kann.“

Diese Entscheidung wäre für den CDU-Politiker auch ein deutliches Signal, dass die Rheydter Innenstadt weiter aufgewertet wird und ein gutes Pflaster für Investoren ist und bleibt. „Wenn ich nicht an diesen Standort glauben würde, dürfte ich ein solches Projekt nicht in Angriff nehmen“, so Post.

Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kann das Projekt „Modernisierung Rathaus Rheydt“ schon im Frühjahr 2009 starten. Dann nämlich steht als vorübergehendes Ausweichquartier das bisherige Finanzamtsgebäude an der Wilhelm-Strauß-Straße zur Verfügung, weil die Behörde Ende des Jahres in den Nordpark umzieht.

Norbert Post: „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit unserem Antrag im vergangenen Jahr den Anstoß gegeben haben, in Rheydt ein wegweisendes Großprojekt in Angriff zu nehmen, das auch zum gerade vorgelegten Innenstadtkonzept für Rheydt passt. Vom Rathaus-Projekt werden sowohl die Beschäftigen der Verwaltung als auch die Rheydter Bürgerinnen und Bürger profitieren.“