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VdK-Inklusionsforum mit OB-Kanditaten • Teil V: Über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Unternehmen • Haben Ansiedlungen wie Zalando & Co. einen Nutzen für sozial Benachteiligte in Mönchengladbach? [mit Video]

[1]Menschen mit Behinderungen und mit anderen gesundheitlichen und sozialen Benachteiligungen haben in Unternehmen ohne Betriebsrat und Schwerbehinderten­vertretern kaum eine Chance, ihre Rechte adäquat wahrnehmen zu können. Darauf wies Mechthild Schratz, Geschäftsführerin des hiesigen verdi-Bezirks hin.

Schratz beschrieb, dass in Unternehmen ohne Mitarbeitervertretungen Menschen, besonders jene über 50, die aufgrund von Krankheit schwerbehindert sind, gemobbt oder gar gekündigt werden und die Gewerkschaften dort wenig ausrichten könnten.

Als ein Beispiel nannte Schratz u.a. den AWO-Kreisverband Mönchengladbach, bei dem Uwe Bohlen „Alleinherrscher“ und „undemokratisch“ Vorstand [2]als Alleinperson und Geschäftsführer mehrerer GmbHs ist, die seit 10 Jahren ohne Tarifbindung sind.

Darüber hinaus verwies Schratz auf viele neue Arbeitsplätze (z.B. bei Zalando), bei denen „glücklicherweise sehr viele Erwerbslose tätig werden“, jedoch auf einem Niveau, das nicht haltbar sei. Diese Mitarbeiter erhielten für 40 Stunden pro Woche ein Brutto-Monatsgehalt von 1.500 EURO und seien „Aufstocker“.

Das bedeute, dass die übrigen Arbeitnehmer mit ihren Steuern diese Aufstockungsbeträge zahlen, wobei Firmen, wie Zalando gleichzeitig auch noch Konkurrenten für den Einzelhandel seien.

Auf die Frage von Moderator Herbert Baumann, ob man sich angesichts der Gesamtsituation mit der Ansiedlung einer Firma wie Zalando „überhaupt brüsten“ dürfe, ging der angesprochene SPD-OB-Kandidat Norbert Bude nur mit der Bemerkung ein, dass es darum ginge, „dass u.a Zalando im Regio-Park Arbeitsplätze schafft“.

An „Mechthild“ (Schratz) gerichtet (Bude ist verdi-Mitglied und Präsidiumsmitglied bei der AWO Mönchengladbach) meinte Bude, dass ihm ein Mensch, für den er zwar „aufstocken“ müsse, tausendmal liebe, als wenn er ihn ganz bezahlen müsse.

Es habe etwas mit einem gesellschaftlichen Anspruch zu tun, dass ein Mensch überhaupt wieder in Arbeit komme.

Im Übrigen könne er weder die Zahlen noch die Einschätzungen von Mechthild Schratz teilen. Die Arbeitsagentur nenne ihm andere Zahlen.

Die nachfolgende, teils sehr kontrovers geführte, Diskussion zeigte einmal mehr die Konsequenzen aus der örtlichen Ansiedlungspolitik auf die sozialen aber auch die arbeitsrechlichen Belange der Arbeitsnehmer mit und ohne Behinderungen auf.

Über das nur stichwortartig erwähnte „Tariftreuegesetz“ (Bude: „bürokratisches Monster“) wurde der Bogen zur Vergabe städtischer Aufträge geschlagen, in die man auch Sozialstandards mit einbinden könne (so Torben Schultz).

 


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VdK-Inklusionsforum mit OB-Kanditaten • Teil V: Über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Unternehmen • Haben Ansiedlungen wie Zalando & Co. einen Nutzen für sozial Benachteiligte in Mönchengladbach? [mit Video]"

#1 Kommentar von Bernhard Wilms am 13. Mai 2014 @ 22:16

Wenn auch unter anderen „Vorzeichen“ ähnelten die Argumentationen beim Inklusionsforum denen dem „Live-Duell“ zwischen Norbert Bude und Hans Wilhelm Reiners am 13.03.2014 beim Bundesverband Mittelständische Wirtschaft.

Vor zwei Monaten hatte Bude die Firma Zalando als „mittelständisches Unternehmen“ eingestuft.

[3]

Außerdem hatte er erklärt, dass 70% der bislang 400 Zalando-Arbeitsplätze (also 280) mit Langzeitarbeitslosen besetzt worden seien.

Trotz der Tatsache, dass viele der neuen Zalando-Mitarbeiter so genannte „Aufstocker“ sind, würden sich für den städtischen Haushalt Einsparungen ergeben.

Außerdem: Er sei froh um jeden Arbeitsplatz, durch den diese Arbeitslosen in eine „einigermaßen vernünftige Struktur“ (Anm.: Lebensrhythmus) zurückgeführt würden…

[siehe im vorgenannten Video im Teil IV etwa ab Minute 14]

#2 Kommentar von Stadtfilzer am 14. Mai 2014 @ 12:07

Ja, das sind die kernigen Antworten eines Profis mit Durchblick, Zitat:

„ …SPD-OB-Kandidat Norbert Bude nur mit der Bemerkung ein, dass es darum ginge, „dass u.a Zalando im Regio-Park Arbeitsplätze schafft“.

An „Mechthild“ (Schratz) gerichtet (Bude ist verdi-Mitglied und Präsidiumsmitglied bei der AWO Mönchengladbach) meinte Bude, dass ihm ein Mensch, für den er zwar „aufstocken“ müsse, tausendmal liebe, als wenn er ihn ganz bezahlen müsse.

Es habe etwas mit einem gesellschaftlichen Anspruch zu tun, dass ein Mensch überhaupt wieder in Arbeit komme.“

Klar, für die Stadtkasse super, für die Menschen ein Sklavenjob – aber, einen Herrn Oberbürgermeister Bude muss so etwas ja nun wirklich nicht interessieren! Diese Leute sollen arbeiten! Ob die Hamsterrad-Arbeit und Stress bei Zalando dem „gesellschaftlichem Anspruch“ wieder „in Arbeit zu kommen“ entsprechen steht auf einem ganz anderen Blatt!

Was auch für die anderen Logistiker im Regiopark mehr oder weniger genauso zutrifft.

Herr Bude macht doch hin und wieder mal gerne ein „Praktikum“ (wie bei der RP). Wie wär’s mal mit einer Woche Zalando unter Normalobedingungen ohne OB-Bonus?

Ist ja auch schön, dass Herr OB Bude dafür sorgt und sorgte, dass (wie er schon mal bei einer Veranstaltung erklärte) diese Arbeitslosen/Langzeitarbeitslosen endlich mal wieder einen strukturierten Tagesablauf bekommen!

Das sind die Worte eines SOZIALdemokraten. Da orientiert er sich wohl an einem großen Vorbild:

Sozial ist, was Arbeit schafft!

Bravo!

Ups, sorry, fällt mir grade ein, das war ein Slogan von CDU/CSU aus 2003 … !

Aber egal, OB Bude ist ja auch dort aus praktischen/pragmatischen Gründen gewissermaßen zuhause.