150 Meter langer „Lärmschutz-Bunker“ am Schürenweg

Red. Politik & Wirtschaft [ - Uhr]

lärmschutzbunkerIn der BV Nord und im Planungs- und Bauausschuss wurde der Bebauungsplan Nr.725-N für den Bereich Schürenweg/Peter- Nonnenmühlen-Allee/Rembrandstraße vorgestellt.

In diesem Bebauungsplan geht die Verwaltung unter anderem auch auf die Lärmbelastung  auf dem Schürenweg ein. Nach eigener Ermittlung und Beurteilung liegt diese laut Verwaltung bei 70-75dB(A) am Tage und 60-65 dB(A) in der Nacht.

Diese Werte liegen selbst über den Richtwerten für bestehende Straßen und sind nachweislich im gesundheitsschädigenden Bereich.

Man hat aus diesem Grunde vor, das Bebauungsgebiet am Schürenweg in allgemeines Wohngebiet umzuwidmen und die Bebauung 15 Meter nach hinten zu verlegen.

„Hier wird Ursache und Wirkung komplett verdreht. Anstatt den Verkehr in seiner Belastung den reinen Wohngebieten anzupassen, versucht man nun den Gebietscharakter durch Umwidmung an den Verkehr anzugleichen“ so Frank Sentis, einer der Sprecher der IG Schürenweg.

Und selbst das hilft nicht wie im Bebauungsplan weiter zu lesen ist:

„Dennoch werden die maßgeblichen Orientierungswerte der DIN 18005 für Allgemeine Wohngebiete (WA) von 55 dB (A) tags und 45 dB(A) nachts in Teilen des Plangebietes deutlich überschritten.“

Weiter steht dort:

„Um die Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse sicherstellen zu können, sind daher Lärmschutzmaßnahmen erforderlich. Aktive Lärmschutzmaßnahmen (Lärmschutzwand oder -wall) entlang des Schürenweges sind aufgrund der stadträumlich integrierten Lage nicht sinnvoll, so dass passive Schallschutzmaßnahmen erforderlich werden.“

Um die Wohngebiete im hinteren Bereich besser vermarkten zu können, hat man sich nun zu einem Geschossbau am Schürenweg entschlossen. Dieses Gebäude soll in geschlossener Bauform ca. 150 Meter breit und drei Etagen plus Dach (oder zurück versetztes 4.Geschoss) ca. 10 – 12 Meter hoch werden.

„Das Ganze kommt uns wie ein vorgezogener April-Scherz vor“, so Sentis weiter. „Trotzdem können wir diesem Bebauungsplan etwas Gutes abgewinnen. Endlich hat die Stadt schriftlich zugegeben, dass Lärmgrenzwerte auf unserem Straßenzug Nicodemstraße bis Bergstraße deutlich überschritten sind und man für gesunde Wohnverhältnisse Maßnahmen umsetzen muss.“

Dieses wird von der IG Schürenweg bereits seit Jahren gefordert.

„Warum wird in diesem Zusammenhang nicht endlich das bereits vor drei Jahren zugesagte Pilotprojekt mit Geschwindigkeitsreduzierungen für unseren Straßenzug umgesetzt?“ so Sentis abschließend.

2 Kommentare zu “150 Meter langer „Lärmschutz-Bunker“ am Schürenweg”
  1. @ M. Angenendt

    Sie schreiben:

    „Frage: Was nutzt das Gebäude den anderen am Schürenweg wohnenden Leuten? Die müssen den Lärm also weiter aushalten?“

    Klar, müssen die den Lärm weiter aushalten.

    Ich könnte mir vorstellen, dass es für die Nachbarn vis-a-vis des geplanten Lärmschutz-Bunkers dann heftiger wird, weil der Lärm dann sozusagen von diesem Gebäude „zurück“-schallt. Bei 3-4 Geschossen nicht unwahrscheinlich.

    Würde ich da wohnen, würde ich mich dazu mal schlau machen. Das könnte unangenehm werden.

    Nutzen wird der Bunker (hoffentlich oder vielleicht) nur denen, die dahinter wohnen und viel Geld für uselige alte Häuser, die aufgehübscht werden und teure Grundstücke, auf denen dieselben stehen, zahlen sollen. Nutzen wird das vor allem dem Investor, der sich ne goldene Nase verdienen will.

    http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A4rmschutzwand

    Reflexionen an gegenüberliegenden Gebäuden oder einer gegenüberliegenden Lärmschutzwand können die Lärmdämmung vermindern. Der reflektierte Schall trifft unter einem flacheren Winkel auf die Wand- bzw. Dammkrone, so dass der Dämmeffekt durch Schallstreuung nicht mehr so groß wird. Außerdem addiert sich der reflektierte Schall zum Direktschall.

  2. Vermutlich wissen Herr Sentis und die IG Schürenweg die Antwort auf seine Frage auch selbst.

    Der Schürenweg ist für viele Unternehmen und einige, wie Drekopf (Finger,FDP), ganz besonders, eine ideale Möglichkeit ohne Maut in den Westen und Süden der Stadt zu gelangen.

    Wie soll man diese Aussage werten:

    „Um die Wohngebiete im hinteren Bereich besser vermarkten zu können, hat man sich nun zu einem Geschossbau am Schürenweg entschlossen.“

    Es geht also nur darum, dass Geld mit den Wohngebieten verdient werden kann. Diejenigen, die dort dann mal wohnen werden, haben ebenfalls die berühmte A-Karte gezogen. Bei den Werten, die dann immer noch trotz davor gesetztes Gebäude ganz schön hoch sein werden.
    Und die können dann noch nicht mal meckern, weil die Werte so grade eben passen.

    Eine ganz üble Nummer. Wozu der Aufwand, wenn ein paar Schilder mit „30“ drauf schon reichen würden? Wenigstens mal testweise.

    Frage: Was nutzt das Gebäude den anderen am Schürenweg wohnenden Leuten? Die müssen den Lärm also weiter aushalten?

    Ein ganz übler Witz diese Sache. Wem gehören denn die zu schützenden Grundstücke?

    Wer wird dieses mehrgeschossige Haus bauen und vor allem: wer oder was soll da rein?
    Vielleicht auch ein Seniorenheim wie in Rheydt auf der Friedrich-Ebert-Straße im ehemaligen NLK-Gebäude? Dort ist es auch ganz toll. Vorne Verkehrslärm, hinten Bahnstrecke auf der auch nachts die Güterzüge brettern.

    Die neuen Ideen für den Schürenweg sind ein richtiger Schildbürgerstreich nach Gladbacher Art.

    Wäre ich Anwohner oder Hauseigentümer am Schürenweg, ich würde mich schwarz ärgern über soviel geballten Unsinn oder besser gesagt Unverschämtheit.

    Und noch was. Richtig ist, dass nun auch bestätigt wurde, dass die Lärmwerte am Schürenweg zu hoch sind.

    Dass niemand willens ist daran etwas zu ändern bestätigt aber auch die Tatsache, dass ein Gebäuderiegel als Lärmschutz herhalten soll. Es wird also davon ausgegangen, dass es dort laut bleiben wird/muss.

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