Bravo-Stürme in der Komödie in der Steinstr. zu Düsseldorf für „Außer Kontrolle“

Herbert Rommerskirchen [ - Uhr]

„Außer Kontrolle“  ist eine Komödie, die in bestem Stil gestrickt ist. So sollte es sein. Das Publikum soll lachen, lächeln, grinsen, sich unterhalten, eine Vorstellung genießen, so sollte es sein. Wo kann man das heutzutage erleben?

Wie das Publikum im ausverkauften Haus der Komödie in der Steinstrasse zu Düsseldorf  schon nach wenigen Augenblicken merkte, eben in diesem Haus.

Das Stück ist ein gut zubereitetes Werk von Verwirrungs- und Verwicklungsspiel. Nahtlos geht ein Gag in den anderen über.

 

Da muss ein Regisseur schon die Kraft haben, von den Schauspielern das Letzte zu verlangen, alle Kräfte zu mobilisieren.

 

Das gelang der Regisseurin Pia Hänggi auf das Feinste. Eine Pointe schloss sich an die nächste an.

Das Lachen und Klatschen hörte nicht auf.

 

Die Geschichte eines hochrangigen Politikers,  Michael Greiling, bei dem der Politikverstand aber vom sexuellen Bedürfnis ausgelöscht wird.

Bei einer Ministerwahl passiert es wieder.

Er arrangiert ausgerechnet mit der Sekretärin des Oppositionsführers ein Date in einem Nobelhotel.

Durch ständige Störungen, einer vermeintlichen Leiche,   die vom Fenster des Apartments erschlagen scheint , im Fenster eingeklemmt ist, kommt es einfach nicht zum wirklichen Schäferstündchen.

Der Staatsminister Richard Willey, Michael Greiling, hat Schwerstarbeit zu leisten. Jeden Moment in körperlichem und visuellem Ausdruck, überwältigender Komik.

Da ist ihm das Dummchen Sekretärin,  hervorragend von Anna Kretschmer dargestellt, eine hervorragende Partnerin.

Der leblose Körper im Fenster muss weg.

Deswegen wird der Sekretär George Pigden aus dem Parlament her zitiert.

Max Claus in Höchstform.

So ganz anders als in „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“, wo er eine unter die Haut gehende Charakterstudie bot, bordet er hier förmlich über.

Was er an körperlichem, mimischem Einsatz bringt, ist überwältigend.

Greiling und Claus wären allein den Abend wert.

 

Die störende Leiche kommt ins Ankleidezimmer,  wird dort hinter der Tür aufgehängt.

Das Spieltempo wird immer schneller, immer grotesker, immer besser.

Der hervorragende Volker Conradt als Manager des Hotels, ist so zwingend in seiner Rolle, dass sich jedes Hotel glücklich wähnen würde, solch einen Chef zu haben.

Immer wieder platzt er im ungelegensten Moment herein.

 

Dabei übertrifft ihn noch der Kellner (der reichste Mann im Hotel), Martin Armknecht, der habgierig und hilfsbereit ist, zuletzt gar noch in einer Frauenrolle auftritt.   Umwerfend!

 

Fabian Goedecke, der gehörnte Ehemann der Sekretärin Jane, gibt sich als zorniger Macho, brutal und weich zugleich. Am Schluss darf er seinen Adoniskörper dann auch noch (fast) nackt zeigen.

Sehr gute Studie.

 

Verena Wüstkamp ist nicht nur eine schöne Frau, sie spielte die betrogene Frau sehr überzeugend, kleinen Seitensprüngen durchaus nicht abgeneigt.

 

Mirjam Radovic bot eine Studie einer Krankenschwester, die schwer zu überbieten ist, mutierte genau so überzeugend zu einem Vamp in wenig Kleidung.

Sie heimste einen Sonderapplaus ein, als sie den Teil ihres Körpers, der keinen anständigen Namen führt, nackt präsentiert und dieser von Richard Willey als das Gesicht des zu  wählenden Ministers identifiziert wird.

 

Die Leiche, Markus Friedmann spielte nicht nur die Leiche, sondern auch den wieder auferstandenen Privatdetektiv  mit großer Hingabe.

Kostüme und Bühnenbild wie immer vorzüglich.

 

Fazit:

Ein Abend voller Vergnügen, atemlosem Mitgehen und Begeisterung.

Es gab Beifalls- und Bravostürme.

Die Lachmuskulatur wurde bis an die Grenzen strapaziert.

 

Das muss man gesehen haben!

 

 

 

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