Ministerium warnt weiter vor mit dioxinähnlichem PCB belasteten Bio-Eiern

Hauptredaktion [ - Uhr]

12-04-05-doxin-eiDas NRW-Ver­braucher­schutz­ministerium erneuert die Warnung vor Bio-Eiern mit der Stempelnummer 0-DE-0521041, die möglicherweise mit dioxinähnlichem PCB belastetet sind.

Es besteht der erhärtete Verdacht, dass der Erzeugerbetrieb entgegen erster Aussagen weitere Betriebswege hatte.

Auf Veranlassung des NRW-Verbraucherschutzministeriums werden deshalb zusätzliche Betriebsprüfer des LANUV entsandt, um alle Unterlagen des Biohofes zu sichern und die Vertriebswege zu ermitteln.

Zudem hat heute die Eierhof Hennes GmbH eine Warnung vor den Bio-Eiern veröffentlicht, da durch einen Etikettierungsfehler Eier auch nach dem 07.03.2012 in den Handel gelangt sind.

Bereits gestern (04.04.2012) hat das NRW-Verbraucherschutzministerium die Stempelnummer der Eier veröffentlicht. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen Bio-Eier mit dem Erzeugercode 0-DE-0521041 nicht verzehren.

Diese Empfehlung gilt für sämtliche Mindesthaltbarkeitsdaten (MHD) der Produktion. Etwa 7000 Bio-Eier wurden entgegen dem bisherigen Informationsstand des Ministeriums laut Hennes über verschiedene Stellen des Lebensmitteleinzelhandels vertrieben.

Der Kaufpreis betroffener Ware wird Verbraucherinnen und Verbrauchern erstattet. Sie können sich hierfür direkt bei der Eierhof Hennes GmbH melden.

Das Verbraucherschutzministerium NRW veröffentlicht die Stempelnummern belasteter Eier weiterhin im Internet unter http://www.umwelt.nrw.de.

Anhand der Stempelnummer auf den Eiern können die Verbraucherinnen und Verbraucher nachvollziehen, ob sie mit Dioxin belastete Eier gekauft haben oder nicht.

Werden im Einzelfall betroffene Lebensmittel verzehrt, so ist davon auszugehen, dass bei geringem Verzehr von belasteten Produkten keine akuten Gesundheitsgefahren für Verbraucherinnen und Verbraucher bestehen.

Allerdings reichern sich Dioxine bei längerer Aufnahme im Körper an und können dann zu gesundheitlichen Problemen bis hin zur Förderung von Krebserkrankungen führen. Ziel des Verbraucherschutzministeriums NRW ist es deshalb, Dioxine und PCBs so weit wie möglich aus der Nahrungsmittelkette herauszuhalten.

Informationen zu Dioxinen in Lebensmittel sind zu finden auf den Internetseiten des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) unter  http://www.bfr.bund.de.

Informationen zu den aktuellen Fällen in NRW unter http://www.umwelt.nrw.de.

4 Kommentare zu “Ministerium warnt weiter vor mit dioxinähnlichem PCB belasteten Bio-Eiern”
  1. Werte/r @Ypsilon,

    1. Satz dieses Artikels: Das NRW-Ver­braucher­schutz­ministerium erneuert die Warnung vor Bio-Eiern mit der Stempelnummer 0-DE-0521041, die möglicherweise mit dioxinähnlichem PCB belastetet sind.

    Folgen Sie dem Link „umwelt.nrw“, so können Sie als aktuellen Stand lesen:

    Ursache der Belastung mit dioxinähnlichem PCB weiter unklar

    Neue Untersuchungen von Bio-Eiern bestätigen Belastung

    Boden- und Wasserproben genommen

    Dioxinähnlich ist nun Mal nur ähnlich, führen Sie selber ja auch auf.

    Dem Verbraucher 08/15 kann dies allerdings eher “ Wurscht “ sein, da streiten wir beide auf einem Niveau das nur eingefleischten Laboranten/Chemikern/Studenten der Chemie etc zugänglich sein dürfte.

    Bislang ist auch absolut unbekannt ob in DIESEM Fall ( Ja, zuvor gab es das ) eine Eintragsquelle aus der Biodieselproduktion ursächlich ist.

    Was mich auch nicht juckt da mein PKW ( danach frage ich ) mit REINEM Rapsöl oder Maisöl oder Olivenöl.. fahren kann. Also das was Sie persönlich so in der Küche haben.

    Gruss

  2. @nihil-est

    Selbstverständlich geht es um Dioxin. Der Hof in Ost-Westfalen wurde wegen dioxinbelasteter Eier durch das Verbraucherschutzministerium gesperrt, da der zulässige Grenzwert doppelt bis dreifach überschritten war.

    Auch in diesem Artikel steht:

    „Anhand der Stempelnummer auf den Eiern können die Verbraucherinnen und Verbraucher nachvollziehen, ob sie mit Dioxin belastete Eier gekauft haben oder nicht.“

    Einige PCB sind dioxinähnlich. Sie zeigen Ähnlichkeiten mit Dioxinen aufgrund ihres Molekülaufbaus und werden deshalb dioxinähnliche PCB – dl PCB – (im Gegensatz zu den so genannten nicht-dioxinähnlichen PCB) genannt. Meist ist dann nur noch die Rede von Dioxin.

    Dioxine und PCB werden immer wieder in Lebensmitteln und Futtermitteln gefunden. Wirklich gesund sind beide nicht.

    Vor allem belastete Futtermittel (meist mit Fetten/Mischfettsäuren die bei der Produktion von Biodiesel zwangsweise entstehen und von mir erläutert) bringen das Gift in die Nahrungskette.

    Zunächst war vermutet worden, dass die Belastung über Futtermittel erfolgte.

    Zitat Pollmer (der m.M. nach sehr verständlich erklärt was Fette aus der Biodiesel-Produktion und Dioxin miteinander zu tun haben):

    „Auf diesen brandgerodeten DIOXINhaltigen Flächen werden dann Plantagen für Ölpalmen angelegt. Diese Ölpalmen liefern uns dann das Öl für die Biodiesel-Anlagen. Bevor das Palmöl aber zu Biodiesel wird, muss man die freien Fettsäuren vom Palmöl abtrennen. Aus dem gereinigten, leckeren Öl machen wir dann Biodiesel. Den Rückstand dieses Prozesses aber, die Mischfettsäuren – die landen in der Nahrungskette.“

    Ich bleibe dabei, dass es eine lukrative Entsorgungsmöglichkeit ist, die Fette (Rückstände aus der Biodiesel-Produktion) über Beimischung in Tierfutter zu entsorgen.

    Die Zunahme der unsinnigen Biodieselproduktion bringt, neben anderen gravierenden Problemen, auch mehr dieser Rückstände, die entsorgt werden müssen, mit sich. Deshalb landen diese Fette im Tierfutter.

    Dioxine und PCB (dl PCB) sind sehr stabile chemische Verbindungen, die einmal aufgenommen gar nicht oder nur sehr langsam abgebaut werden. Sie reichern sich nach und nach im Fettgewebe von Menschen und Tieren an, wodurch mit zunehmendem Lebensalter die Belastung und dadurch auch Risiken, u.a. das Krebsrisiko steigt.

    Schon deshalb sind bei Dioxin (und auch PCB) Grenzwerte zwar schön und gut, aber auch unterhalb der Grenzwerte aufgenommene Mengen reichern sich letztendlich an. Ob eine Dosis in zwei Portionen oberhalb der zulässigen Grenzwerte oder verteilt auf zehn unterhalb der Grenzwerte aufgenommen wird, der Effekt ist derselbe.

    Nicht mehr als ein Billionstel Gramm (ein Pikogramm) Dioxin je Kilogramm Körpergewicht sollten es pro Tag sein. Aktuell liegt die durchschnittliche Belastung in Europa aber noch darüber. Wären die Dioxin-Grenzwerte (für Dioxin und dioxinähnliches PCB) strenger, wäre ein großer Teil der Futtermittel und Lebensmittel ungeeignet.

  3. Werte/r @Ypsilon,

    es geht um das Thema PCB in Speiseeiern – aber Sie wettern gegen Biodiesel/Biosprit?

    PCB ist zudem ungleich Dioxin.

    Ach ja, mein PKW kann zwar nicht mit Speiseeiern fahren – aber mit ganz normalen Speiseöl. Rapsöl, Maisöl usw, kein Problem. Ist der also nun auch ein Problem in der Hühnerhaltung?

    Zu den Grenzwerten übrigens folgendes: Würden die hier benannten Eier zu Eierlikör weiterverarbeitet, so wäre der Eierlikör gar innerhalb der erlaubten Grenzwerte. (Basis: Bislang veröffentlichte Belastung an PCB in direkter Abhängigkeit zur Herstellrezeptur eines Eierlikörs in Masse-Prozent umgerechnet).

    Thematisch werfen Sie daher hier Äpfel mit Birnen durcheinander – gut für einen Fruchtsalat, aber mit Speiseeiern hatte das alles rein gar nix zu tun.

    Nur so am Rande, nebenbei.

  4. Ei, ei, ei! Alle paar Monate wieder, diesmal rechtzeitig vor Ostern wieder mal in der Öffentlichkeit: Dioxin in Lebensmitteln, diesmal Eiern.

    Und, wie kommt das da hinein?

    Man mag zu Udo Pollmer stehen wie man will, zumindest erklärt er in einem Interview mit Welt-Online mit verständlichen Worten um was es beim Dioxin u.a. geht:

    „Udo Pollmer: Das ist die Frage. In eine Biodiesel-Anlage kommt ja alles mögliche Zeug hinein. Zum Beispiel sorgen wir dafür, dass irgendwo da unten in Südostasien Wald- und Torfgebiete abgebrannt werden. Auf diesen brandgerodeten dioxinhaltigen Flächen werden dann Plantagen für Ölpalmen angelegt. Diese Ölpalmen liefern uns dann das Öl für die Biodiesel-Anlagen. Bevor das Palmöl aber zu Biodiesel wird, muss man die freien Fettsäuren vom Palmöl abtrennen. Aus dem gereinigten, leckeren Öl machen wir dann Biodiesel. Den Rückstand dieses Prozesses aber, die Mischfettsäuren – die landen in der Nahrungskette.“

    http://www.welt.de/wirtschaft/article12030992/Wenn-ich-mich-nur-nicht-so-aufregen-wuerde.html

    Wer mehr wissen will, kann hier noch mehr erfahren:

    Zitat:
    „Biodiesel und Dioxin – Eine Problematik Nachwachsender Rohstoffe?
    „Der Skandal um mit Dioxinen belastetes Tierfutter zeigt ein tieferes Problem auf: Eine mögliche Quelle könnte der als grüne Treibstoffalternative gepriesene Biodiesel sein. Entstehen Dioxine bei der Produktion von Biodiesel?“(Zitat Ende)

    http://www.chemie-im-alltag.de/articles/0152/index.html

    Fette aus der Biodieselproduktion? Das klingt in unseren Ohren gar nicht gut.

    Aber nur, weil die meisten von uns gar nicht wissen welche Fette das sind. Wir hören Diesel und denken: Fette daraus? Igitt!

    Dabei ist es „normal“ diese Fette z.B. für Tierfutter zu verwenden. Nur Grenzwerte müssen eingehalten werden. Ob das gesünder ist?

    Grenzwerte schützen vor dauerhafter Belastung durch dieselben nicht. Bekanntlich höhlt steter Tropfen auch den Stein.

    Was „noch vertretbar“ oder schon gefährlich ist, darüber streiten sich Experten trefflich.
    Wen es interessiert, findet z.B. hier mehr und sollte sich mal im WWW informieren:

    http://www.worldsoffood.de/specials/was-isst-deutschland/item/66-dioxin-im-essen-%E2%80%93-was-ist-dioxin-und-welche-folgen-hat-es.html

    Auszug:
    „Geringe Dioxin-Konzentrationen können dabei bereits gefährlich für die Gesundheit sein. Als Langzeitwirkungen können schwere Erkrankungen der Haut, Schädigungen des Immunsystems, sowie Atemwegserkrankungen, Probleme mit der Schilddrüse und des Verdauungstraktes auftreten. Auch krebserregende Wirkungen wurden in Tierversuchen bereits nachgewiesen. Dioxine können dabei bereits in geringen Mengen die Entstehung von Krebs aus vorgeschädigten Zellen fördern.

    Dioxin baut sich nur sehr langsam ab und reichert sich aufgrund dessen auch im Gewebe von Tieren und Menschen an. Dabei kommt der größte Teil, etwa 90 bis 95 Prozent, der Dioxin-Belastung über das Essen in den Organismus. Das Kochen der Lebensmittel hat im Übrigen keinen Einfluss auf das Dioxin, es wird dadurch nicht zerstört. Letztlich lässt sich die Aufnahme von Dioxin kaum verhindern. Im Körper werden aufgenommene Dioxine an die Lipide und Lipoproteine des Blutes angelagert und weiterverteilt. Sie reichern sich dann vor allem im Fettgewebe und in der Leber an.“

    Aber, was soll’s? Alles prima, solange Grenzwerte eingehalten werden.

    Fluorid im Salz wird uns ja auch als toll und gesund verkauft. Irgendwo müssen die ganzen
    Abfallstoffe doch verarbeitet werden und noch mehr Geld bringen.

    Guten Appetit und weiterhin gute Fahrt mit dem Klimakiller Biosprit!

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