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Wirklich Gefahr durch Vogelgrippe-Virus H5N8? • Kritik einer Leserin nicht von der Hand zu weisen?

[1]„Ist die Weihnachtsgans in Gefahr?“ Diese Frage stellte die Frankfurter Rundschau am 27.11.2014 und führte aus, dass das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit (FLI) die Gefahr einer Ansteckung von Nutzgeflügel durch das Vogelgrippe-Virus H5N8 als „hoch“ eingestuft habe.

Unter: „Die wichtigsten Fragen und Antworten“, finden sich auch diese, Zitat:

„Woher kommt das Virus?

Der Nachweis von H5N8 bei einer wilden Krickente, die auf der Insel Ummanz bei Rügen erlegt wurde, spricht dafür, dass der Erreger über Zugvögel eingeschleppt worden sein könnte.

In seiner Gensequenz ähnelt er einem Virus, der für einen Ausbruch in Südkorea verantwortlich ist, wo seit Januar rund zwölf Millionen Tiere gekeult wurden.

Auch China und Japan meldeten Fälle von H5N8 bei Nutztieren und Wildvögeln.

Da es keine direkten Vogelflugrouten gibt, die Ost- und Südostasien mit Westeuropa verbinden, vermutet das FLI den Ursprung in Nordsibirien, wo viele Enten und Gänse brüten. Von dort aus könnte es zu einer „stafettenartigen“ Verbreitung durch Wildvögel gekommen sein, die auch in Europa überwintern.

Die Ursachenforschung ist aber längst nicht abgeschlossen. Auch das Risiko einer Übertragung durch die illegale Einfuhr von infiziertem Geflügel stuft das FLI als hoch ein.

Welche Maßnahmen wurden ergriffen?

Um jeden Kontakt mit Wildvögeln und deren Ausscheidungen zu verhindern, dürfen vielerorts Hühner, Enten, Puten und Gänse nur noch in geschlossenen Räumen oder überdachten Volieren gehalten werden.

In Mecklenburg-Vorpommern gilt dies landesweit.

Eine Stallpflicht wurde auch für „Risikogebiete“ Nordrhein-Westfalens, Niedersachsens, Brandenburgs, Schleswig-Holsteins und des Saarlandes erlassen.

Man orientiert sich an den bekannten Flugrouten und Rastplätzen durchziehender Wildvögel.

In NRW sind knapp zehn Prozent der Landesfläche erfasst.

Wie viele der rund 24 000 Geflügelhalter in NRW mit ihren etwa 24 Millionen Tieren tatsächlich betroffen sind, ist noch unklar.“ Zitat Ende.

Der gesamte Artikel ist hier nachzulesen. [2]

Auch in diesem Artikel (Kreis Viersen) [3] wird der Fall der einzelnen Krickente zitiert und dazu ausgeführt, Zitat:

„Nach Aussage des Friedrich-Löffler-Instituts deutet der Fund der H5N8-positiven Krickente darauf hin, dass H5N8 in der Wildvogelpopulation zirkuliert und möglicherweise auch durch diese verbreitet werden kann, wobei die Wildvögel teilweise bei Erkrankung keine klinischen Auffälligkeit zeigen.“ (Zitat Ende)

Zu diesen Aussagen ein Leserbrief von Elisabeth Petras, Hamburg:

„Gefunden wurde eine einzige Ente mit einem recht unsicheren Befund, der von Fachleuten als wenig aussagekräftig angesehen wird (vgl. Michael Hoffmann auf NDR.de, vgl. Wissenschaftsforum Aviäre Influenza WAI [4]).

Selbst wenn diese Ente Träger des Virus gewesen sein sollte und nicht zu den Enten gehörte, die in Stallhaltung aufgezogen und von Jägern alljährlich in großer Menge ausgesetzt werden, könnte sie sich immer noch an Austrägen der Geflügelfabriken angesteckt haben, denn der Krankheitsausbruch dort erfolgte ja lange vor dem Fund der obskuren Wildente.

Da das Virus bislang ausschließlich in geschlossenen Ställen und an weit von einander entfernten Orten auftrat, ist eine Verbreitung durch Wildvögel höchst unwahrscheinlich.

Es gibt so gut wie keine Vögel, die von Ost nach Westen fliegen, es kommt allenfalls in Ausnahmen vor.

Sollten sich nun ausgerechnet diese Tiere kamikazeartig in Putenställe stürzen? Und wie kommen sie dort hinein?

Auch die Staffettenhypothese der Frau Reinking ist völlig unbewiesen, denn es hätte sonst auf dem Weg Krankheitsausbrüche geben müssen.

Will man darauf allen Ernstes eine Stallpflicht gründen?

Wildvögel wurden nachweislich intensiv beprobt. Der gefundene Wildvogel ist der einzige, der das Virus eventuell trug.

Ein Beweis ist das nicht, denn es gibt bei der gängigen PCR-Methode auch immer wieder falsch positive Tests, wie in der Fachliteratur nachzulesen ist.

Zumindest einer der drei Geflügelbetriebe hat Handelskontakte nach Südkorea – und nach Brandenburg/Wriezen.

Diese Handelswege, aber auch die so genannten Keulungen und die damit verbundenen Transporte und auch die Transporte zum Schlachthof bergen Übertragungsgefahren.

Hier ist anzusetzen, wenn man das Problem wirklich lösen möchte.“ (Zitat Ende)

 

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie u. a. auf der Seite des Wissenschaftsforums Aviäre Influenza WAI [4]

Foto: Benedikt Giesbers

2 Kommentare (Öffnen | Schließen)

2 Kommentare Empfänger "Wirklich Gefahr durch Vogelgrippe-Virus H5N8? • Kritik einer Leserin nicht von der Hand zu weisen?"

#1 Kommentar von Kerstin Königs am 2. Dezember 2014 @ 14:06

Ich finde die kritischen Anmerkungen von Frau Petras ausgezeichnet. Es ist seltsam, dass immer wieder über ein Virus lamentiert wird, von dem gar nicht wirklich bekannt ist, dass es tatsächlich so gefährlich wie immer vorgegeben wird, ist.

Viel wichtiger wäre es endlich mal die Aufmerksamkeit auf die unerträgliche Massentierhaltung zu richten und zu hinterfragen, was es dort mit Krankheiten dank Dichtestress und unsäglicher „Haltungsbedingungen“ (diese Bezeichnung ist schon ein Hohn!) auf sich hat!

Woher kommen die multiresistenten Keime? Die sind viel schlimmer als H5N8, denn sie treffen JEDEN und kommen viel häufiger vor. Warum werden Tiere mit Reserveantibiotika behandelt, die nur kritischen Fällen bei Menschen (!) vorbehalten sein sollen, falls „normale“ Antibiotika nicht mehr helfen?

[5]

Statt wie zuletzt Umweltminister Remmel in NRW das System zu hinterfragen, wird gerade in den nord- und ostdeutschen Bundesländern die Massentierhaltung gefördert, weil die Lobbyisten und ihre Auftraggeber dort offensichtlich mehr zählen als „normale“ Menschen.

Es gab doch schon öfter solche Gefahren. Die Schweinegrippe und besonders die Vogelgrippe.

Am 14.11.2009 erschien u.a. in der Süddeutschen Zeitung der Artikel: „Mexikanische Gedanken zur Schweinegrippe“, über den jeder einmal nachdenken sollte:

[6]

Er stammt aus der mexikanischen Tageszeitung “La Jornada”

Pandemie der Profitg(e)ier

Auf der Erde sterben jedes Jahr 2 Mio. Menschen an der Malaria, die ganz einfach durch ein Moskitonetz geschützt werden könnten.

Und den Nachrichten ist es keine Zeile wert.

Auf der Erde sterben jedes Jahr 2 Mio. Mädchen und Jungen an Durchfallerkrankungen, die mit einer isotonischen Salzlösung im Wert von ca. 25 Cent behandelt werden könnten.

Und den Nachrichten ist es keine Zeile wert.

Die Masern, Lungenentzündungen und andere mit relativ preiswerten Impfstoffen heilbare Krankheiten haben jedes Jahr bei fast 10 Mio. Menschen den Tod zur Folge.

Und den Nachrichten ist es keine Zeile wert.

Aber als vor einigen Jahren die famose „Vogelgrippe“ ausbrach, überfluteten uns die globalen Informationssysteme mit Nachrichten.

Mengen an Tinte wurden verbraucht und beängstigende Alarmsignale ausgegeben. Eine Epidemie, die gefährlichste von allen!

Eine Pandemie!

Die Rede von der schrecklichen Krankheit der Hühner ging um den Globus.

Und trotz alledem, durch die Vogelgrippe kamen weltweit „nur“ 250 Menschen zu Tode.

250 Menschen in zehn Jahren, das sind im Durchschnitt 25 Menschen pro Jahr.

Die normale Grippe tötet jährlich weltweit ca. 500.000 Menschen. Eine halbe Million gegen 25!

Einen Moment mal. Warum wird ein solcher Rummel um die Vogelgrippe veranstaltet?

Etwa, weil es hinter diesen Hühnern einen „Hahn“ gibt, einen Hahn mit gefährlichen Spornen.

Der transnationale Pharmariese Roche hat von seinem famosen Tamiflu zig Millionen Dosen alleine in den asiatischen Ländern verkauft. Obgleich Tamiflu von zweifelhafter Wirksamkeit ist, hat die britische Regierung 14 Mio. Dosen zur Vorsorge für die Bevölkerung gekauft.

Die Vogelgrippe hat Roche und Relenza, den beiden Herstellern der antiviralen Produkte milliardenschwere Gewinne eingespült.

Zuerst mit den Hühnern, jetzt mit den Schweinen.

Ja, jetzt beginnt die Hysterie um die Schweinegrippe.

Und alle Nachrichtensender der Erde reden nur noch davon.

Jetzt redet niemand mehr von der ökonomischen Krise, den sich wie Geschwüre ausbreitenden Kriegen oder den Gefolterten von Guantanamo.

Nur die Schweinegrippe, die Grippe der Schweine?

Und ich frage mich …, wenn es hinter den Hühnern einen großen Hahn gab, gibt es hinter den Schweinen ein „großes Schwein“?

Was sagt ein Verantwortlicher der Roche dazu?

„Wir sind sehr besorgt um diese Epidemie, soviel Leid …! Darum werden wir das wundervolle Tamiflu zum Verkauf anbieten.“

„Und zu welchem Preis verkaufen sie das wunderbare Tamiflu?“
„OK, wir haben es gesehen. 50 US $ das Päckchen.“

„50 US $ für dieses Schächtelchen Tabletten?“

„Verstehen Sie doch, meine Dame, die Wunder werden teuer bezahlt.“

Das, was ich verstehe, ist, dass diese multinationalen Konzerne einen guten Gewinn mit dem Leid der Menschen machen.

Die nordamerikanische Firma Gilead Sciences hält das Patent für Tamiflu. Der größte Aktionär dieser Firma ist niemand weniger als die verhängnisvolle Person, Donald Rumsfeld, der frühere Verteidigungsminister der US-Administration George W. Bushs, der Urheber des Irak-Krieges.

Die Aktionäre von Roche und Relenza reiben sich die Hände, sie sind glücklich über die neuen Millionen-Gewinne mit dem zweifelhaften Tamiflu.

Die wirkliche Pandemie ist die Gier, die enormen Gewinne dieser „Gesundheitssöldner“.

Wir sind nicht gegen die zu treffenden Vorbeugemaßnahmen der Einzelnen Staaten. Aber wenn die Schweinegrippe eine so schreckliche Pandemie ist, wie sie von den Medien angekündigt wurde, wenn die Weltgesundheitsorganisation um diese Krankheit so besorgt ist, warum wird sie dann nicht zum Weltgesundheitsproblem erklärt und die Herstellung von Generika erlaubt, um sie zu bekämpfen?

Das Aufheben der Patente von Roche und Relenza und die kostenlose Verteilung von Generika in allen Ländern, die sie benötigen, besonders in den ärmeren, wäre die beste Lösung.

Übermitteln Sie diese Nachricht nach allen Seiten, so wie es mit Impfstoffen gemacht wird, damit alle diese Seite der Realität dieser „Pandemie“ erkennen.

#2 Kommentar von Ypsilon am 2. Dezember 2014 @ 15:48

Ich kann Frau Petras und Frau Königs nur zustimmen.

Mir stellt sich immer mehr die Frage, wem diese ganze Hysterie nutzt.

Vor allem, was in dem von Frau Königs zitierten Artikel der mexikanischen Zeitung ausgeführt wird, trifft es haargenau.

Massentierhaltung und die daraus resutierenden Gefahren aus dem Stall werden kleingeredet und ignoriert. Warum eingentlich?

Nur ja keinem Verbraucher den Appetit auf Schnitzel und Wurst verderben, vor allem auf die „gesunden“ Produkte aus Hähnchen- und Putenfleisch.

Wäre ja schrecklich, wenn die Mächtigen (Wesjohann, Tönnies und wie sie alle heißen) in der Tierindustrie Gefahr laufen würden Umsatzeinbußen zu „erleiden“.