Der lange Schatten der Kommunalwahl 2014 – Teil XI: Nicole Finger mit 47 von 48 Stimmen zur FDP-OB-Kandidation gewählt [mit Video & O-Ton]

Bernhard Wilms [ - Uhr]

Im Januar 2010 hatte Nicole Finger aus familiären Gründen den Vorsitz der Mönchenglad­bacher FDP abgegeben und danach politisch „kürzer getreten“.

Nun wird sie Dr. Anno Jansen-Winkeln als Fraktionsvorsitzende und OB-Kandidatin „beerben“.

Mit fast 100% der heute stimmberechtigten 48 Mitglieder wurde sie erwartungsgemäß gewählt.

Vorgeschlagen hatte sie Dr. Jansen-Winkeln, der erklärte, dass ihm mit seiner „smarte“ Nachfolgerin (O-Ton Jansen-Winkeln) nicht bange sei um die FDP in Mönchengladbach.

Zu Beginn Ihrer „Bewerbungsrede“ dankte Nicole Finger dem Noch-Fraktionsvorsit­zenden Jansen-Winkeln, der bis zur Kommunalwahl im Amt bleibt, und kündigte aber einen anderen Politikstil an, worauf sie allerdings nicht näher einging.

In den Mittelpunkt ihrer Rede stellte Finger eine Chronologie der aktuellen Vorgänge um die Unterbringung der 6. Gesamtschule und kritisierte in diesem Zusammenhang die Rolle, die OB Norbert Bude (SPD) spiele. Der setze mehr auf „Hinterzimmergespräche“ und „bilaterale“ Erörterungen zwischen einzelnen Parteien statt auf öffentlichen Diskurs.

Massiv kritisierte die 42-Jährige, dass der OB es nicht für nötig erachtet habe, den für Schulen zuständigen Schul-und Bildungsausschuss rechtszeitig und umfassend – notfalls auch in einer Sondersitzung dieses Ausschusses – über die neue prekäre Situation in Kenntis zu setzen.

Stattdessen habe Schuldezernent Fischer „so en passant“ in einer Schulausschusssitzung mündlich darauf hingewiesen, dass es Unterbringungsprobleme für die 6. Gesamtschule gebe und dass Sanierungskosten in Höhe von 8 Mio. EURO zu rechnen sei.

Bezogen auf die aktuellen Haushaltsprobleme verwies Finger auf den gemeinsamen Antrag von CDU, FDP und FWG und meinte, in diesem Zusammenhang eine „Runderneuerung“ der CDU-Fraktion unter Dr. Hans-Peter Schlegelmilch ausgemacht zu haben.

Auch bei der FWG seien mit Bernd Püllen und Klaus Oberem Veränderungen erkennbar und sie verwies dabei auf einen Artikel in der RP aus dieser Woche, in dem Erich Oberem zitiert worden war, die FWG sei die bessere CDU. Dass dieser Ausspruch aus dem Kommunalwahlkampf 2009 bald 5 Jahre alt ist und aktuell keine Bedeutung mehr hat, war Nicole Finger wohl nicht mehr gegenwärtig, trug jedoch zu einer kurzen Erheiterung bei.
 

 
Nach der Wahl bedankte sich Finger besonders bei den neu in die FDP eingetretenen Mitglieder, die auch Andreas Teerhag mit dem Hinweis, dass nach der desaströsen Bundestagswahl in NRW 400 Neumitglieder zu verzeichnen gewesen seien, speziell begrüßt hatte.

Von „Halbmast-Stimmung“ war also scheinbar keine Rede. Einem Fähnlein hat es wohl nur an etwas „Haftung“ gefehlt … Ein sicherlich kleines, leicht zu lösendes Problem.

Ein anderes kleines „Problem“ zu Beginn des FDP-Parteitages wurde mittels Neu-Mitgliedern schnell gelöst. Nämlich die Frage, wer als Stimmenauszähler in Betracht kommen würde, weil Kandidaten für die 33 Direktwahlbezirke und die Kandidaten für die Bezirksvertretungen nicht zur Auszählungskommission gehören sollten. Bei 48 anwesenden Mitgliedern war das nicht so ganz einfach.

 

Nach ihrer Wahl hatten wir Gelegenheit, mit der FDP-OB-Kandidatin ein kurzes Interview zu führen.

[audio:13-11-16-interview-finger.mp3][ca. 4 Min.]

Dabei wurde deutlich, welche Ansprüche Sie an sich und – falls sie nicht gewählt werden würde – an den zukünftigen Oberbürgermeister stellen werde, dass sie keinesfalls eine Verfechterin des dreigliedrigen Schulsystems und keine Gegnerin von Gesamtschulen sei und dass sie als passionierte Reiterin sicherlich auch „hoch zu Roß“ in einem Zug mitziehen werde.

Letzteres sei jedoch die kleinste Aufgabe.

Bisher keine Kommentare

Ihr Kommentar