„Deutschland und Europa – schlecht gerüstet für den Frieden?“ • FDP Mönchengladbach schaute mit Helmut Michelis über den kommunalen Tellerrand [mit Audio]

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Seit dem 1. Januar diesen Jahres ist Helmut Michelis nicht mehr angestellter Redakteur der Rheinischen Post, sondern freier Journalist. Als solcher und als aktiver Oberst der Reserve und auf Grund seines bisherigen Aufgabenfeldes als sicherheitspolitischer Redakteur bei der RP Düsseldorf näherte er sich der Frage nach Europas Sicherheit auch angesichts der vielfältigen Bedrohungen durch den weltweiten Terrorismus.

Achim Wyen, Vorsitzender des FDP-Ortsverbandes West, begrüßte Michelis als Ehrengast beim traditionellen Drei-Königstreffen der Mönchengladbacher Liberalen am 15.01.2016 und stellte dabei fest:

„Das Weltgefüge ist in Unordnung. Europas Friedensordnung ist ins Wanken geraten. Vor der Tür Europas in der Ukraine, in Syrien, Ägypten, Mali, Anschläge in Paris, Jakarta und Istanbul – überall brodelt es.“

Helmut Michelis wurde 1954 in Mönchengladbach geboren und war bis zur Übernahme der Leitung der Mönchengladbacher Lokalredaktion der RP im Jahr 1999 u.a. für die Westdeutsche Zeitung und den Pfälzischen Merkur tätig.

2006 wechselte er in die Politische Nachrichtenredaktion der RP nach Düsseldorf.

Er verfasste diverse Artikel, Reportagen und Kommentare und berichtete u.a. von den Falklandinseln, aus den USA, Zypern, dem Nahen Osten, Afghanistan, dem Horn von Afrika und Ruanda, wie Wyen in einem kurzen Abriss von Michelis‘ Vita erläuterte.

Mit seinem etwa halbstündigen Vortrag gab Michelis Impulse zu einer späteren Diskussion, die um einiges länger dauerte.

„Patentlösungen“ konnte der Referent erwartungsgemäß nicht bieten, wohl aber Einblicke in die aktuelle personelle und strukturelle Situation der Bundeswehr geben.

Unschwer erkennbar war, dass er eine militärische Bedrohung durch Russland unter Putin nicht ausschloss.

Mit seinem „Säbelrasseln“ lenke Putin erfolgreich von den innenpolitischen Problemen ab, wodurch er das Selbstwertgefühl der Russen wieder stärke.

Putin müsse weitermachen auf diesem Weg, wenn er nicht unglaubwürdig werden und in Ungnade fallen wolle.

Vor dem Hintergrund der personell und technisch schlechten Situation der Bundeswehr nach der faktischen Aufhebung der Wehrpflicht („unter eifriger Mittäterschaft der FDP“) ging Michelis u.a. auf die Diskussion des Einsatzes deutscher Soldaten „im Inneren“ (mit Polizeiaufgaben) ein.

„Bonsai-Armee“ und „heruntergewirtschaftetes Technik-Museum“ waren Bezeichnungen, die deutlich machten, wie Michelis die heutige Bundeswehr sieht und was er mit der Aufzählung diverser Fakten und „Visionen“ vertiefend beschrieb.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen attestierte Michelis sie habe Probleme „mutig angepackt“ mit der logischen Folge, dass fast jede Woche neue Hiobsbotschaften über nicht funktionsfähige oder nicht rechtzeitig gelieferte Waffensysteme bekannt werden.

Das sei ein zweischneidiges Schwert, aber ein erster Schritt „in die richtige Richtung“.

Wer möglicherweise bei der Ankündigung eines Reserveoffiziers der Bundeswehr als Referent für ein Thema zur Sicherheit Deutschlands und Europas eine unkritische Haltung zur Bundeswehr und den Geschehnissen darum und vielleicht sogar „Lobeshymnen“ erwartet hatte, musste seine Erwartungen revidieren.

Nach Exkursen in die Themenfelder Flucht, Vertreibung, Hunger, verschiedene Kriegsgebiete u.a. in Ex-Jugoslawien, damalige und heutige Flüchtlingsproblematiken, die Stellung von Ehrenamtlern und deren Anfeindung „von rechts“ endete Michelis mit u.a. mit:

„Deutschland ist aus meiner Sicht keine Schönwetterdemokratie, sondern wird es schon packen, wenn es gewittert“.

Auch wer seinen optimistischen Ausblick und die geopolitischen Einschätzungen von Helmut Michelis nicht teilt, sollte seine Rede hier nachhören …

[audio:16-01-15-712_0699-rede-michelis.MP3][ca. 35 Min.]

…und/oder nach Klick auf die Grafik nachlesen oder downloaden.

 

 

 

5 Kommentare zu “
„Deutschland und Europa – schlecht gerüstet für den Frieden?“ • FDP Mönchengladbach schaute mit Helmut Michelis über den kommunalen Tellerrand [mit Audio]”
  1. Klar. Putin rasselt mit dem Säbel.

    Friedenssicherung

    Was machen die EUSA? Vor allem die USA, während die Europäer brav alles machen, was die USA fordern?

    Sanktionen gegen Russland z.B., die die USA aber nicht davon abhalten selbst weiter gute Geschäfte mit Russland zu machen. Jetzt sogar noch mehr, weil die blöden Europäer jetzt keine mehr machen und die USA um so mehr.

    Wie sagte Volker Pispers: Es geht nicht um Menschenrechte, sondern Schürfrechte. Genauso ist es.

    Dieses simple schwarz-weiß-Schema, das Herr Michelis bemüht ist unerträglich.

    Logo. Die USA, die zwei Friedensnobelpreisträger wie Obama und Kissinger haben, sind die ausschließlich guten. Würde es mit rechten Dingen zugehen, wären beide Herrn längst vor dem Internationalen Strafgerichtshof in den Haag.

    Dem gehören die USA vorsichtshalber nicht an.

    Friedensnobelpreisträger Obama, erstellt wöchentlich höchst selbst die Liste derer, die per Drohnen abgeknallt werden, Kollateralschäden inklusive.

    Ob die Beschuldigten schuldig sind entscheidet er/die USA. Wenn nicht – nun ja, so‘n bisschen Verschnitt ist immer!

    Sind ja nur 28 getötete, unschuldige Zivilisten je getötetem, angeblichem Terrorführer, die noch dazu kommen.

    http://www.focus.de/politik/ausland/gezielte-toetung-einen-terrorfuersten-zu-toeten-kostet-28-unschuldige-menschenleben_id_4304210.html

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-11/drohnen-piloten-offener-brief-obama

    Allein Guantanamo ist eine Schande, die immer noch besteht.

    Was Kriege und das Anzetteln oder Unterstützen derselben betrifft waren die USA nie pingelig. Regime Change (unterstützen, gerne auch selbst initiiert) ist auch sehr beliebt.

    Ein hilfreicher Geist dabei war stets der Friedensnobelpreisträger Henry Kissinger. Eines seiner Meisterstücke war der Putsch in Chile am 11. September 1973.

    Allein bei Wikipedia werden Zahlen von hunderttausenden Toten, die er auf dem Gewissen hat (so er überhaupt eines sein eigen nennen kann ) erwähnt. Von Folter und Mord ganz zu schweigen.

    Kissinger über Militär:

    „Militärpersonal ist blödes, dummes Vieh, das man als Bauernopfer in der Außenpolitik benutzt!“

  2. Das Video zu Flintenuschi ist genial, selten so gelacht – tat mal richtig gut. Viel zu lachen gibts ja nicht wirklich. 🙂

    Zu diesem „Vortrag“:

    Die übliche Kriegstreiberei und die übliche alte, engstirnige Aufteilung in West= gut, Ost = böse. Man oh Mann, das hatten wir JAHRZEHNTELANG!

    Als ob mehr von demselben (Waffen) und Gerede (Kalter Krieg, Völker gegeneinander aufhetzen etc.)jemals Frieden gebracht hätte!

    Frieden wurde immer am Verhandlungstisch erzielt. So war das schon beim Westfälischen Frieden und bei jedem Krieg später. Wären Menschen oder bessr die, die angeblich was zu sagen haben, klug, intelligent und nur ein kleines bisschen mit Mitgefühl ausgestattet, würden Kriege überflüssig und geächtet. Geht doch immer nur um Macht und Kohle. Davon möglichst gaaaanz viel!

    Nein, man muss Menschen aufeinander hetzne, Unruhe schaffen, Terror, Feindbilder und vor allem: Angst verbreiten. dafür ist jedes noch so miese Mittel recht.

    Und die Völker fallen immer und immer wieder auf dieses ganze miese Schmierentheater rein. Profitieren tun ganz andere, die irgendwo im Hintergrund Strippen ziehen und aus dem Geldzählen gar nicht mehr rauskommen.

    Ist doch super: erst an Waffengeschäften verdienen, mit Krieg zerstören und kaputt machen, was nur geht, Bodenschätze beschlagnahmen (bringt Geld), Wiederaufbau mit Darlehen und heuchlerischen Worten fördern (bringt wieder Geld) und von vorne an fangen und dazu gehört von Anfang an dann wieder eine Armee und, logo: Waffen (bringt wieder Geld). Dasselbe Sch … -Spiel beginnt von vorn.

    Teile und herrsche! Ätzend!

    Wann lässt sich das Volk/die Bürger das endlich nicht mehr gefallen, lässt sich nicht mehr reinlegen und belügen und boykottiert diesen ganzen Schwachsinn.

    Wann kapieren Menschen, dass Krieg für das gemeine Volk nie was bringt außer Not, Tod und Verderben und dass sie immer nur benutzt werden?

    Wie ist/war der Slogan: Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin!

  3. Was passt hier besser als Volker Pispers:

    „Wenn man weiß, wer der Böse ist, hat der Tag Struktur.“

    Klar: und der Russe steht endlich wieder vor der Tür …

    Es geht nichts über ein klares Feindbild!

    Klar ist auch, zumindest Herrn Michelis: Mehr Waffen und Geld dafür oder besser dagegen braucht das Land! Da freuen sich wenigstens Waffen-Lobbyisten und Rüstungsindustrie.

    Seinen Vortrag habe ich versucht zu lesen, musste aber abbrechen, da ich kein Valium zur Hand hatte. Unerträglich. Meint der Mann alles ernst, was er da von sich gab?

    Gut, dass Herr Michelis auch Ideale wie Flintenuschi = Ursula von der Leyen, auch Dorn-Röschen genannt, hat …..

    https://www.youtube.com/watch?v=h6JhKt-SeeE

  4. @ Pluto

    Genau!

    Bevor die „Unterschicht“, das gemeine Volk und der gemeine Soldat (Kanonenfutter) totgeschossen wird, haben die Kriegstreiber richtig Kohle gemacht.

    Die Lobbyisten aus der Rüstungsindustrie werden sich nicht lumpen lassen und großzügig spenden.

  5. Na super, nur ein paar Sätze gelesen und ich bekomme einen dicken Hals.

    Der Putin ist also ein „Säbelrassler“ wie weiland Wilhelm zwo.

    Und was fällt dem Herrn Michelis dazu ein?

    Er kann uns natürlich erzählen, er kennt sich ja aus, was bei der Bundeswehr so alles im Argen liegt.

    Wir haben also eine „Bonsai-Armee“, ein „heruntergewirtschaftetes Technik-Museum“.

    Was will uns der ehemalige sicherheitspolitische Redakteur bei der RP damit eigentlich sagen?

    Für mich liest sich das wie „Umrüsten, Nachrüsten, Aufrüsten“. Wenn das unter Friedenssicherung fällt, will ich nicht wissen wie der Krieg aussieht.

    Entlastend für Herrn Michelis könnte man, wenn man mittlerweile auch schon an wartende Jungfrauen im Paradies glauben will, sagen, dass Aufrüstung, man spricht ja vor FDPlern, eigentlich Wirtschaftsförderung ist.

    Und das ist doch was Gutes.

    Dann kann man, bevor man totgeschossen wird noch ordentlich rein klotzen. Frei nach dem FDP-Slogan: „German Mut“.

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