Ob im Land, kommunal oder innerparteilich: Mit Hans-Willi Körfges ist weiter zu rechnen [mit Video]

Bernhard Wilms [ - Uhr]

Hans-Willi Körfges scheint momentan einer der wenigen, wenn nicht gar der einzige zu sein, der den Mönchengladbacher Genos­sen Wege aufzeigt, wie Politik funktioniert.

Vielfach dürfte das hinter verschlossenen Türen geschehen, manchmal scheint es aber auch notwendig zu sein, dies öffentlich zu tun.

So beispielsweise beim Unterbezirksparteitag am 13.09.2014, als er dem Fraktionsvorsitzenden Felix Heinrichs den „förderlichen Hinweis“ gab, dass der Beschluss eines SPD-Parteitages für die SPD-Fraktion bindend sei. Dass es dabei „nur“ um das Kfz-Zeichen „RY“ ging, war wohl eher zufällig.

Dass Körfges es war, der versuchte, die latente innerparteiliche Diskussion um nicht oder nicht vollumfänglich gezahlte Abgaben an die Partei möglichst auf dem Parteitag nicht weiter diskutieren zu lassen, lag nicht nur daran, dass er den Unterbezirksparteitag leitete, sondern daran, dass er Erklärungen zum SPD-Abgabensystem auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene zu geben vermochte.

Damit hat er zwar den parteiinternen Aufarbeitungsprozess nicht gestoppt, wohl aber eine weitergehende öffentliche Diskussion auf dem Parteitag verhindert.

Körfges mag es nicht, wenn man ihn als „graue Eminenz“ tituliert, obwohl in der Mönchengladbacher SPD nur wenig geschieht, von dem er nicht mindestens etwas weiß.

Er würde nie auf den Gedanken kommen, den Ausspruch abzuwandeln, den 1975 der SPIEGEL Franz Josef Strauß zuschrieb: „Es ist mir egal, wer unter mir Bundeskanzler wird.“

So gratulierte er betont herzlich Gülistan Yüksel zu ihrer Wahl zur Vorsitzenden des SPD Unterbezirks Mönchengladbach.

Auf Grund seiner langjährigen politischen Erfahrung auch in Führungspositionen des Unterbezirks, weiß Körfges was Solidarität bedeutet, und die stellte er besonders in den nicht wenigen kritischen Situationen in den Mittelpunkt seiner Reden und Ansprachen an seine Genossen.

Während andere SPD-Parteigrößen sich aus gesundheitlichen oder persönlichen Gründen aus der aktiven SPD-Politik zurückgezogen, andere sich, durch für viele Genossen schwer nachvollziehbare Verhaltensweisen, selbst ins parteiliche und politische Abseits manövriert haben, wird Hans-Willi Körfges der SPD als Politiker noch länger erhalten bleiben, als bislang angenommen wurde.

Seine diesbezügliche Erklärung begann Körfges mit der Nachricht, dass die Hannelore Kraft 2017 wieder als Spitzenkandidatin der SPD in NRW antreten werde, weiterhin Ministerpräsidentin zu bleiben.

Er stellte heraus, wie wichtig es sei, in Düsseldorf „gut vernetzt“ zu sein, was sich aktuell als vorteilhaft erwiesen habe, weil hinsichtlich der geplanten Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber im JHQ kurzfristig ein Termin mit Innenminister Jäger und den zuständigen Abteilungsleitern für Liegenschaften und für Flüchtlinge zustande gekommen sei.

Das Ergebnis sei gewesen, dass das Land großen Wert darauf lege, dauerhaft eine „menschengerechte und angemessene Erstaufnahme“ in Mönchengladbach zu errichten.

Dies auch, wenn die Stadt Mönchengladbach Mieter oder Eigentümer „des Objektes“ sei.

„Eins geht nicht …,“ so Körfges wörtlich, „… man kann nicht so tun, als sei das Flüchtlingsproblem Teil der Lösung eines anderen Problems.“ Man müsse die Dinge nebeneinander sehen.

Nachdem er auf weitere aktuelle Probleme zu sprechen gekommen war, räumte Körfges mit „Spekulationen“ auf und erklärte, dass er gewillt sei, 2017 erneut für den Landtag zu kandidieren.

Winfried Kroll, frisch gewählter stellvertretender Unterbezirksvorsitzender, kommentierte diese Erklärung vieldeutig so: „… Das sind je gute Aussichten für uns alle.“

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