Ina Menzer aus Mönchengladbach ist nun dreifach Weltmeisterin

Red. Wickrath [ - Uhr]

ina_menzer_mm2009Boxen live im Zweiten hieß es am 10. Oktober 2009 in der Rostocker StadtHalle. Die besten Frauen standen sich im Box-Ring gegenüber. Der Hauptkampf: Ina Menzer gegen Esther Schouten (live vom ZDF um 22:00 Uhr) Reporter am Ring war Günter-Peter Ploog (Hat das ZDF keinen besseren?), die Sendung moderierte Alexander von der Groeben, wie gewohnt sehr souverän.

Mit der Doppelweltmeisterin im Federgewicht Ina Menzer kam die ungeschlagene „Grande Dame“ des Frauenboxens zum zweiten Mal in die Ostsee-Stadt.

Die Mönchengladbacherin traf in der Pflichtverteidigung ihres WBC-Titels und der Verteidigung des WIBF-Gürtels auf die frisch gekürte Weltmeisterin im Jr. Federgewicht, Esther Schouten aus den Niederlanden.

Dieser zweite Kampf der beiden attraktiven Boxerinnen ist das Rematch zum „Kampf des Jahres“, den Ina Menzer im Januar in Düsseldorf für sich entscheiden konnte. Zu dem Rückkampf Menzer : Schouten kam es, weil die Niederländerin sich mit zwei Siegen in der Zwischenzeit bei der WBC zur Pflicht-Herausforderin angeboten hat.

„Jeder Kampf ist eine Herausforderung. Egal, ob ich jemanden schon mal geboxt habe oder nicht“, sagte Ina Menzer vor dem Kampf. „Es wird wohl darauf ankommen, ob die Herausforderin sich steigern kann“.

„Die Fehler im letzten Kampf gegen Ina habe ich im Kopf gemacht und sollen sich nicht wiederholen“, sagte die Niederländerin Esther Schouten.

Jean-Marcel Nartz war 33 Jahre Technischer Leiter bei Universum Box-Promotion. Daher kennt er alle Boxer/innen sehr genau. Vor dem Kampf meinte er: „Ina ist als Titelverteidigerin leichte Favoritin. Ich denke, sie wird es auch schaffen, weil sie clever genug ist, nicht in eine von Schoutens harten Händen hineinzulaufen. Darum tippe ich auf einen ganz knappen Punktsieg für Ina“.

Ina Menzer hat es geschafft und bleibt Weltmeisterin. Aber es war ein hartes Stück Arbeit! Der Punktsieg (96:94, 95:95, 96:94) über Esther Schouten war hart erkämpft.

Die Bewertung der Kampfrichter Jason Garcia aus den USA und Manuel Oliver aus Spanien, beide 96:94, gingen ja noch in Ordnung.

Aber wo war denn der deutsche Werner Kasimir? Der gab den Kampf Unentschieden!

Hat der diesen Kampf nicht gesehen? Oder braucht er eine Brille? Nun ja, das Ergebnis war knapp, aber zumindest von zwei Richtern zufriedenstellend bewertet.

Da der Weltverband WBO nun auch einen WM-Gürtel ausgelobt hat, ist Ina Menzer nun dreifache Weltmeisterin.

Im Revanche-Kampf in Rostock überrumpelt Esther Schouten ihre Gegnerin mit einer aggressiven Taktik. Die hatte sich ihr Trainer Dirk Dzemski ausgedacht. Ina Menzer gab hinterher zu: „Die hatten eine gute Taktik und mich damit etwas aus dem Konzept gebracht. Esther war viel stärker als im Januar.“

ina_timmy_claudia_marlDie Gladbacherin setzte insgesamt die klareren Treffer. Davon konnten sich die 4500 Besucher in der Rostocker StadtHalle überzeugen. Einige waren sogar aus Mönchengladbach angereist. Allen voran Claudia Thiel, Inas Freundin und Friseuse. Sie macht Ina immer die „Kampffrisur“.

Natürlich auch Paul-Uwe Thiel, Inas „Gute Seele“ (Manager) von den „Faustkämpfer Mönchengladbach“ sowie einige Boxerinnen und Boxer aus Inas „altem“ Boxverein.

Hier ist besonders zu erwähnen die „Deutsche Meisterin“ im Bantamgewicht der Amateure Lisa Kempin. Natürlich auch Marlene und Josef Katz (der-Chronist) aus Mönchengladbach-Wickrath (Ina’s Heimat).

Quote: Den großartigen und spannenden Weltmeisterschaftskampf von Ina Menzer gegen ihre Herausforderin Esther Schouten haben am Samstagabend über 4,7 Millionen Zuschauer (Marktanteil 20,7 %) live im ZDF verfolgt.

ina_rostock_ringKommentare aus der Pressekonferenz in Rostock: Ina Menzer: „Der Kampf lief nicht so wie ich mir ihn vorgestellt habe. Die Woche war sehr anstrengend und es gab viele Termine wahrzunehmen, denn das Interesse an diesem Kampf war groß. Ich bin mit meiner Leistung nicht so zufrieden und ich konnte nicht alles umsetzen, was wir im Sparring und im Training ausgearbeitet hatten. Ich habe aber die klareren Treffer gesetzt.“

Michael Timm: „Esther ist sicherlich am Erfolg der letzten Kämpfe gewachsen und es war ein nicht so deutlicher Kampf wie im Januar. Im Kampf hat Ina sich umgestellt und den Sieg so an sich gerissen.“

Esther Schouten: „Der Kampf war viel knapper als im Januar. Ich dachte, ich hätte den Punktvorteil. Hab mich von meiner besten Seite gezeigt (bis auf die Siegerehrung, da hat sie sich vom Ringrichter losgerissen!) und sehe mich als Siegerin – für mich steht es nun 1:1. Meine Zukunft liegt im Super-Bantamgewicht, da bin ich ungeschlagen und Weltmeisterin.“

Mehr über Ina Menzer bei: www.der-chronist.de

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