Landesentwicklungsplan NRW: Positiv für Wanlo?

Huber, aktion Durchblick MG [ - Uhr]

logo-durchblick-orangeDie Änderung des Landesentwicklungs­planes (LEP) für NRW steht kurz bevor. Könnte es sein, dass die Wanloer hiervon Unterstützung in der Abwehr einer Biogasanlage erhalten? Im Umweltbericht zum LEP gibt es Ansätze.

Unter Punkt 2.1.1 „Schutzgut Menschen, einschließlich der menschlichen Gesundheit“ wird ausdrücklich auf den „Schutz vor gesundheitsschädigenden Lärmimmissionen“ hingewiesen

Zitat: „Schutzansprüche bestehen also neben grundlegenden Versorgungsansprüchen in erster Linie in Bezug auf Wohn und Wohnumfeldqualitäten in Bezug auf den Schutz vor Immissionen z.B. Lärm, Luftverunreinigung.“

Beides trifft in Wanlo breites dank näher rückendem Braunkohletagebau zu.

Nun noch Lärmbelastung durch zusätzlichen Verkehr wegen der Biogasanlage. Ggf. sogar noch Geruchsbelästigung bei „anderen Substraten“, wie z.B. Bio-Müll. Nicht „Bio“ im Sinne dessen, was man damit assoziiert, sondern biologischem Müll wie z.B. Speisereste, Grünabfälle etc.

Es heißt weiter im zukünftigen LEP: „Biogasanlagen sind vorrangig in Bereichen für gewerbliche und industrielle Nutzung (GIB) anzusiedeln.“

„Für Biogasanlagen sind neben Aspekten der Emissionsbelastungen (auch bei An- und Abtransporten) mögliche Konsequenzen für die großräumige Entwicklung von Landnutzungsmustern (landwirtschaftliche Intensivierung) besonders zu beachten.“

Der Problembereich zusätzlicher Verkehr wird hier explizit ausgeführt.

Das Wanloer Problem. Viel zu enge, zu wenige Straßen für zu große und zu viele Schlepper und LKWs.

Weiter steht unter 2.1.2 „Schutzgut Tiere und Pflanzen, Biologische Vielfalt“

Zitat: „Erhalt der biologischen Vielfalt, der Biodiversität der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten gehört in NRW zu den größten Herausforderungen des Naturschutzes.“

„Der Erhalt der Artenvielfalt steht im Zentrum der Naturschutzpolitik des Landes NRW.“

Gerade der Maisanbau (NawaRos = Nachwachsende Rohstoffe) für Biogasanlagen widerspricht dem eindeutig. Umweltverbände wie Greenpeace und BUND warnen davor, da Schadstoffeinträge durch Dünger und Pestizide die Böden noch mehr belasten. Mais benötigt viel Wasser, das trocknet ihn aus.

Die Ausdehnung von Monokulturen führt zu einem Artensterben.

2 Kommentare zu “Landesentwicklungsplan NRW: Positiv für Wanlo?”
  1. Der LEP zeigt doch deutlich auf, dass die Wanloer und Hochneukircher Probleme nicht von einer Gruppe Unruhestifter; so ja eine Aussage von NRW-Wirtschaftsministerin Frau Thoben zum Thema Tagebauabrisse.

    Nein, Leute, die Wanlo und Hochneukirch bestimmt nicht einmal kennen, sagen genau das, was die betroffene Bevölkerung seit langen zum Thema macht.

    Umweltbelastung
    Biogasanlagen in Industriegebiete
    höheres Verkehrsaufkommen
    sinkendes Lebensniveau für die Bevölkerung
    nicht geeignete Zufahrtswege
    sinkende Immobilienwerte

    (das meinte, denk ich mal, blue, mit der Grundstückssteuer. Was soll besteuert werden? Immobilien sind ja nicht mehr wert. Oder besteuern wir den Wertausgleich den uns NVV und Mönchengladbach zahlen sollte?

    Jetzt stellt sich mir natürlich die Frage: Wird der Landesentwicklungsplan auch in Mönchengladbach gelesen? Oder sperrt die NVV der Stadt die Gelder, um sich Kopien hiervon zu besorgen?

    Das natürlich wäre fatal, denn die Erfahrung zeigt ja, dass, wenn es einmal im Schub ist, eine solche Angelegenheit wie es die geplante Biogasanlage ja ist, ein solches Vorhaben nicht mehr aufzuhalten ist.

    Mit dem LEP im Rücken machen wir natürlich weiter.

  2. Für die Wanloer Bürger wäre die Änderung des Landesentwicklungsplanes besonderst wünschenswert, haben sie doch genügend Belastungen vor ihrer Haustür.

    Zum einen die Feinstaubbelastung durch Rheinbraun, dem hohen Verkehrsaufkommen der A 61. Den gestank der Kompostierungsanlage und den flug von Schimmelsporen. Die Geräusche und die Schatten der Windräder.

    Durch den geplanten Bau der Biogasanlage würde die Belastung rapide zunehmen. Anlieferung von Mais und Gülle, damit mehr Luftverschmutzung und Lärmbelästigung durch die Transporter. Zum anderes, was für Substanzen würden noch angefahren?

    Vielleicht kommt dann doch die Müllverbrennungsanlage! Nennt sich dann bestimmt Biologische Verbrennung des Restmülls.

    Selbst wenn die Anlage nicht stinken soll, sondern nach Sauerkraut riecht, hier sei mir eine Frage erlaubt. Wer riecht schon gerne täglich Sauerkraut? Der Standort WAnlo/Hochneukrich ist denkbar die schlechte Wahl. Diese Anlagen gehören nicht in die Nähe von Wohngebieten.

    Die Stadt Mönchengladbach sollte andere Wege finden, die Kassen zu füllen. Zum Beispiel eine Aussetzung der Diäten, aber dies ist eine andere Geschichte.

    Eine Erhöhung der Grundstückssteuer, wie schon überlegt, dürfte dann ja wohl für die Immobilienbesitzer in Wanlo nicht zum tragen kommen.

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