Neues und Altbewährtes zur Frühkirmes • Kirmesvorstände glänzender Mittelpunkt • Höhepunkte: Großer Zapfenstreich, Serenade, Paraden und Prunkumzug • Altarparade mit musikalischer Extraklasse • Historische Königstänze in vollen Festzelten [seit dem 27.05.2015 auch mit Video]

Red. Neuwerk [ - Uhr]

Die Frühkirmes in Bettrath und Neuwerk glänzte wieder mit den bewährten traditionellen Höhepunkten, sorgte für einen besonderen musikalischen Genuss der Extra-Klasse und bringt nun in der Nachbereitung Diskussionsstoff bei den Neuerungen.

Die St. Johannes-Junggesellenbruderschaft und Maria-Männerbruderschaft informierten zeitig die Bevölkerung in Bettrath, Hoven und Lockhütte über geänderte Abläufe und Neuerungen. 

  • Antrittszeiten verschoben sich
  • Die große Parade mit den beiden Neuwerker Bruderschaften fand erstmalig am Montag um 17 Uhr in Neuwerk statt.
  • Am Sonntag begann um 11.45 Uhr die Parade der  St. Barbara-Bruderschaft und St. Maria-Junggesellenbruderschaft auf der Liebfrauenstraße und um 13 Uhr die Parade der beiden Bettrather Bruderschaften auf der Hansastraße.
  • Der kleine Umzug der Bettrather Bruderschaften fand am Sonntagabend um 19.45 Uhr statt.

Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stehen natürlich die vier Königshäuser der Bruderschaften.

Angeführt wird die St. Johannes Junggesellenbruderschaft von ihrem König Dominik Gaden nebst seinen Brudermeistern Benedict Weuthen und Andre Faßbender. Die Drei wie auch die restlichen Mitglieder des Kirmesvorstandes entstammen dem Zug ,,Better Fohlen“.

Für den Zug ist es der erste Kirmesvorstand und schon lange ein großer Traum der Jungs“, so Nils Ingenhoven, 2. Präsident der Bettrather Junggesellen. „Bereits vor einigen Jahren stand für die Jungs fest, dass sie im Jahr 2015 den Kirmesvorstand stellen möchten. Dieser Plan ist vollends aufgegangen.“

Der Kirmeszug „Immertreu“ stellt um König Thomas Büschgens und den Brudermeistern Horst „Mucki“ Krause und Frank Klinken den diesjährigen Kirmesvorstand der St.-Maria Männerbruderschaft.

„Umso größer ist die Freude bei den Kielmänn, gab es doch im vergangenen Jahr keinen König und somit nur eine „unkomplette“ Frühkirmes, es fehlte halt etwas Entscheidendes“, meint Ingenhoven.

Bereits in den Jahren 1986, 1988 und 1990 stellten die Immertreuen, damals noch in den grün-weißen Farben der St.-Johannes-Junggesellenbruderschaft unterwegs, den Kirmesvorstand – zum 25-jährigen Jubiläum also der beste Zeitpunkt die Prunk bei den Männern auszurichten.

Für weite Wege sorgte in diesem Jahr der König der St. Barbara Bruderschaft, dessen Residenz idyllisch in der Donk liegt. Doch da es für alle hieß „Antreten in der Donk“ kamen keine besonderen Klagen auf und die Anwohner der Donk durften sich Dank Thomas Laurs endlich mal wieder über Marschmusik freuen.

„Mein Traum war es auf beiden Königssilbern zu stehen“, meinte er im Rückblick auf sein Amt als Jungkönig vor 10 Jahren. Auf seinen Schützenzug, die Blauen Husaren, kann er sich dabei verlassen und mit seinen beiden Brudermeistern Stefan Hippler und Norbert Thivessen meisterte er auch den Königstanz zum „Fluch der Karibik“.

Auch der König der Junggesellen, Daniel Schmitz, fand großen Beifall, gleich ob bei der Parade oder beim Königstanz. Mit seinen Brudermeistern Patrick Hainsch und Jens Lehnen an seiner Seite liefen die Feierlichkeiten tadellos. Mit den Neuwerker Burschen haben Neuwerks Junggesellen einen sicheren Posten.

Als kulturelles Highlight darf durchaus die Serenade im Garten des Neuwerker Krankenhauses bezeichnet werden, mit der die beiden Neuwerker Bruderschaften am Kirmessamstag in dieses alljährliche Ausnahmewochenende starten.

Großer Zapfenstreich, beeindruckende Paraden und die einzigartigen Altarparaden sind in Bettrath und Neuwerk beliebte Höhepunkte auch bei den Bürgern, die ansonsten eigentlich „nicht viel am Hut haben“ mit dem Schützenwesen.

Eine, besser gesagt zwei, Darbietungen einer Musikkapelle ragt allerdings wie ein musikalischer Leuchtturm aus den Marschklängen heraus: Eine musikalische Vorführung der Extraklasse bot, wie im vergangenen Jahr auch schon, der Musikverein Lichtenberg e.V.

Neuwerks Junggesellen hatten bei der Buchung dieses Musikvereins den „richtigen Riecher“ und man kann sich nur für dieses Engagement bedanken. Das im Vorfeld gesammelte Trommelgeld ist hier Gold wert.

 Das von den Lichtenbergern im Rahmen der Altarparade vorgetragene Stück läßt sich nur mit einem Wort beschreiben: ERGREIFEND! Diese Altarparade klingt in den Herzen der Kirchenbesucher noch lange nach.

Und auch bei der Großen Musikparade aller Musikkapellen vor Neuwerks Königen und Ehrengästen als Einstieg zur Parade am Sonntag glänzte diese Musikkapelle mit einem Vortrag, der die Menschen, die das Glück hatten nahe bei der Tribüne zu stehen, in Staunen und Raunen versetzte.

Die dabei im Mittelpunkt stehenden Orchesterpauken wurden, anders kann man es als Laie nicht beschreiben, dabei von ihrem Musiker liebevoll gestreichelt. Ein Genuss im Freien und mitten auf der Straße – was für ein Auftakt zur anschließenden Parade.

Erfreulich die Vermeldungen der Bruderschaften: Sowohl in Bettrath als auch in Neuwerk hieß es in den Festzelten „Ausverkauft“.

Das Festzelt in Bettrath ist wie allgemein üblich barrierefrei, doch besonders komfortabel im Gegensatz zu den zu solchen Veranstaltungen meist gemieteten mobilen Kunststofftoiletten ist hier jedoch die Behindertentoilette, die sich in dem unmittelbar neben dem Festzelt gelegenen Pfarrheim befindet. 

Seit einigen Jahren besucht uns zu unseren Kirmesfeierlichkeiten auch eine Gruppe der Neuwerker Lebenshilfe,“ erzählt Nils Ingenhoven.

Bei Bettraths Bruderschaftlern gilt im übrigen wie beim „Tanz in den Mai“: Die Begleiter von schwer behinderten Menschen, die auf Begleitung angewiesen sind (Merkzeichen „B“ im Schwerbehindertenausweis) haben auch hier kostenlosen Eintritt.

Vorbildlich und ganz im Sinne der ansonsten oftmals nur beschriebenen Inklusion.

Eine schönere Pflege von Nachbarschaft und Miteinander in einem Ort, die das ganze Jahr über trägt, kann es eigentlich nicht geben als die gelebten Traditionen rund um das Bruderschaftswesen. Wie schön also, dass in Bettrath und Neuwerk zweimal im Jahr Kirmes gefeiert wird: Im Herbst geht es in beiden Ortsteilen zum Klompenball in die Zelte.

Und wieder fragt sich jeder mit Spannung: Wer holt den Vogel von der Stange und sichert damit den Fortbestand dieser Tradition, den Fortbestand von Nachbarschaft und Bruderschaft.

UPDATE:

Willi Schmitz sandte mit seinem Kommentar den Link zu einem Video, das wir gerne hier zusätzlich veröffentlichen:


2 Kommentare zu “
Neues und Altbewährtes zur Frühkirmes • Kirmesvorstände glänzender Mittelpunkt • Höhepunkte: Großer Zapfenstreich, Serenade, Paraden und Prunkumzug • Altarparade mit musikalischer Extraklasse • Historische Königstänze in vollen Festzelten [seit dem 27.05.2015 auch mit Video]”
  1. Hier das Video zur Musikparade zur Neuwerker Frühkirmes!

    http://youtu.be/2pIVX4pIw_o

  2. Wow sehr schöner Artikel über die Neuwerker Frühkirmes und Ihre Highlights!
    Hier der Link zum Video des Großen Zapfenstreichs im Krankenhaus Garten Neuwerk!

    http://youtu.be/fbyW-JV6dIU

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