Reisebericht Drachenfels

Andreas Rüdig [ - Uhr]

[02.06.2019] „Warum ist es am Rhein so schön?“ fragt Willi Ostermann in einem seiner Lieder. In Königswinter hätte er eine Antwort gefunden.

Erste Anlaufstelle ist die örtliche Rheinpromenade.

Direkt am Rande der Innenstadt gelegen, lädt sie auf einer Länge von etwa 1 Kilometer zum Flanieren ein, wozu auch die alleeartig angeordneten Baumreihen und Sitzbänke beitragen.

Wer möchte, kann hier auch zu einer Schiffstour auf dem Rhein starten – die Anlegestelle ist direkt vor Ort.

Am nahegelegenen Rathaus und Teilen der Stadtverwaltung vorbei (sehenswert: Haus Bahlem) führt der Weg durch die Innenstadt mit ihren sehenswerten stuckverzierten Häusern. Ziel ist hier das Siebengebirgsmuseum.

Neben seinen Wechselausstellungen bietet es in seiner Dauerausstellung Informationen über das Siebengebirge. Erdgeschichte / Geologie, Wirtschaft und Ortsgeschichte seien als thematische Schwerpunkte genannt.

Touristischer Höhepunkt ist der Drachenfels. Die nach eigenen Angaben „Deutschlands älteste Zahnradbahn“ überwindet die 321 Höhenmeter alle halbe Stunde und bringt den Besucher in die Nähe der Burgruine.

Die letzten rund 10 Meter Höhenunterschied muß der Besucher allerdings zu Fuß zurücklegen. Wer gut zu Fuß ist, erklimmt den doch sehr steilen Fußweg zur Burgruine.

Das Wort Ruine ist hier wörtlich zu nehmen. Außer Gebäuderesten gibt es auf dem Gipfel wenig zu sehen.

Ein Blick herunter ins Tal ist – zumindest für Menschen ohne Höhenangst – durchaus empfehlenswert. Die Landschaft mit ihrem Grün der Wälder und dem Blau des Rheins ist sehenswert.

Auf dem Weg zurück legt man als Besucher dann einen Zwischenstopp in Schloß Drachenfels ein. Das Schloß wurde 1882 – 1884 für den Bonner Gastwirtssohn Stephan von Sarter gebaut.

Der Bauherr war als Börsenanalyst zu Wohlstand gekommen und 1881 in den Freiherrenstand erhoben worden. Das Schloß ist heute ein Museum und für die Öffentlichkeit geöffnet.

Es mag Museen geben, die auf größerer Fläche mit mehr Exponaten adeliges Leben zeigen. Ein Besuch lohnt sich allein schon wegen der Architektur und Präsentation bürgerlicher Wohnkultur. Wobei der Unterschied zu adeligem Leben für den Laien kaum spürbar ist.

Königswinter und damit der Drachenfels sind verkehrstechnisch gut erschlossen. Auch wer ohne eigenem PKW ist, kann beides von Bonn aus mit Bus und Bahn erreichen.

Foto: Frank Rosskoss | pixelio.de

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