E-Mail 'Leben am Abgrund'

Von Willi Büschgens [ - Uhr]

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3 Kommentare zu “Leben am Abgrund”
  1. Einfach nur entsetzlich. Wer schon einmal direkt am Grubenrand gestanden hat, dem wird klar welch weitreichender Eingriff in die Natur und das Leben der „Verbliebenen am Grubenrand“ das bedeutet.

    Mag sein, dass diese riesige Wunde in der Landschaft und die Braunkohlebagger eine gewisse Faszination ausüben. Aktuell, da längst die Energiewende diskutiert wird, kann man darüber nur noch den Kopf schütteln.

    Warum baut man auf den zum Abbaggern vorgesehenen Flächen keine Photovoltaik- und Windenergieanlagen? Das wäre mit Sicherheit nachhaltiger. Menschen, Natur, Boden und Grundwasser würden geschont. Diese Anlagen könnte man sogar, wenn man irgendwann will, wieder entfernen.

    Das, was RWE und in den neuen Bundesländern andere Energieversorger, verursachen, wird für Generationen negative Auswirkungen haben. Zählt das eigentlich alles nichts?

    Warum wurde dem Braunkohleplan für Garzweiler II (1993 oder 1995?) überhaupt noch zugestimmt? Politisch meine ich. Auch damals waren längst die Möglichkeiten der Erneuerbaren Energien bekannt. Waren die Lobbyisten stärker? Wer kann oder will uns die Frage nach diesem „Warum“ beantworten?

    Warum wird dieser Wahnsinn weiterhin betrieben? Weil es Verträge gibt und sich „Investitionen“ (z.B. mehr als 50 Jahre alte Kohlekraftwerks-Dreckschleudern) „lohnen“ müssen? Vermutlich könnte RWE bei einem politisch gewollten Stopp dieses Wahnsinns genauso klagen wie aktuell gegen die Abschaltung ihrer Schrott-Reaktoren, die uns alle sogar noch gefährden bis sie endlich abgekühlt sind.

    Was ist das für ein Konzern, der nur auf Dinosaurier-Technologien wie AKW und Braunkohle setzt? Der die Zukunft ganz offensichtlich verschlafen hat oder gar nicht wahrnehmen wollte und nur ans Geld scheffeln denkt?

    Was sind das für Politiker, die dem zugestimmt haben und es auch heute noch ganz toll finden? Ja, noch einen draufsetzen und der CCS-Technologie-Erprobung zugestimmt haben! Sind wir Menschen/Bürger denen vollkommen egal?

    Beide Technologien beinhalten gesundheitliche Gefahren. AKWs die Remission (Brennstäbewechsel, bei dem regelmäßig das bis zu 160-fache der zugelassenen Werte freigesetzt wird), Braunkohletagebau die Feinstaubbelastungen (ab PM 2,5, mit Folgen wie Krebs, Bronchialerkrankungen, Asthma, Allergien), Dreck, Lärm und Umwelt- und Grundwasserzerstörung.

    Nicht nur bei uns nimmt „Garzweiler II“ den Menschen Lebensqualität. In den neuen Bundesländern sieht es genauso aus:

    http://www.lr-online.de/regionen/hoyerswerda/Leben-nahe-der-Tagebaukante;art1060,3418697

    „Leben nahe der Tagebaukante: Neupetershain Einwohner der Gemeinde Neupetershain sowie der Nachbarkommunen Welzow und Proschim wollen Beeinträchtigungen, die durch den angrenzenden Tagebau Welzow-Süd verursacht werden, nicht widerspruchslos hinnehmen.“

    Elsdorf, Hambach, Niederzier, Grevenbroich, Neupetershain, Welzow, Proschin. Alles nur Wutbürger?

    Das Grauen hat mindestens zwei Namen: RWE und Braunkohletagebau. Demnächst auch für die Bewohner in Wanlo.

  2. Wer „am Ende der Welt“, also am Tagebaurand leben muss wurde bzw. wird enteignet. Das darf man so nennen.

    Es ist absolut unbegreiflich und bis auf den heutigen Tag nicht nachvollziehbar, dass es Poltik(er) zugelassen haben, dass Menschen zugemutet wird wenige hundert Meter vom Tagebaurand leben zu müssen.

    Auch das ein Geschenk an RWE. Hätte man entschieden, dass rund um den Tagebau alle Ortschaften einen Mindestabstand von 1,5 bis 2 km zum Grubenrand haben müssen, wäre das für RWE richtig teuer geworden.

    Also müssen die, deren Orte bleiben, MÜSSEN Enteignung, Lärm, Dreck, Feinstaub und alle damit einhergehenden Belastungen (auch gesundheitliche und oft die schlimmsten) aushalten und hinnehmen. Ohne jeden finanziellen Ausgleich.

    Schon für Bergschäden, die im Umkreis von 3.000 qkm um den Tagebau nicht ungewöhnlich und üblich sind, eine Entschädigung einzufordern ist nahezu unmöglich. Der Geschädigte muss nachweisen, dass der Tagebau die Ursache ist! Mehr braucht man dazu nicht zu sagen.

    RWE hat es immer verstanden Politik(er) und Verwaltungen für sich zu vereinnahmen. Zu viele aus der Politik und den Verwaltungen sitzen/saßen (gutdotiert) in Aufsichtsräten und Beiräten. Das hat Tradition seit Jahrzehnten.

    Umsiedlung in Reißbrettwohnsiedlungen? Heimatverlust? Alles kein Thema für RWE Power (früher Rheinbraun). Aus dem Braunkohleplan zu Umsiedlungen:

    Eigentümer: Im übrigen werden ggf. Finanzierungshilfen und ein Härteausgleich gewährt.

    Umsiedlungen, Mieter: Im übrigen wird auch Mietern ggf. ein Härteausgleich gewährt.

    Zu achten ist auf das „ggf.“! Denn, was „ggf.“ gezahlt wird oder besser was alles nicht, das entscheidet RWE.

    Der Heimatverlust älterer Menschen wird kleingeredet.

    Verluste von Arbeitsplätzen ebenfalls. Das „mögliche Ausmaß solcher Arbeisplatzverluste ist allerdings gering“.

    Die Bewohner im Territorium des Braunkohlegiganten sind dessen Plänen unterworfen. Für ihr ganzes Leben. Per Gesetz wurde das alles ermöglicht. Das privatwirtschaftliche Unternehmen wurde per Gesetz mit höchster Legitimation ausgestattet, weil es Braunkohle und Rendite(!) „zum Wohl der Allgemeinheit“ gewinnnt …

    Zur Verdeutlichung RWE denkt nicht kurzfristig. Schon 1982 wurden fünf Modelle der Tagebaue „durchgespielt“. Modell V denkt bis ins Jahr 2.250 (!!). Auswirkung: Bergheim, Kerpen und Bedburg wären umzusiedeln. 175.000 Menschen! Allein über solche Ideen kann man nur noch sprachlos vor Entsetzen sein.

    In ökologischer, sozialer und vor allem auch wirtschaftlicher Hinsicht wird eine ganze Region zerstört. Dauerhaft. Da helfen auch keine Rekultivierungs- und Aufforstungsprogramme – der Boden bringt und hält nicht was RWE vollmundig verspricht. Kann er auch gar nicht. Das Zeug aus der Verkippung mit ein wenig Mutterboden oben drauf taugt nichts. Bis auf diesen „Äckern“ genug Humus eingearbeitet ist vergehen Jahrzehnte.

    Die Erträge sind mies und die „Wälder“ kleinwüchsig und mickrig. Das Holz von schlechter Qualität.

    Das Grundwasser (ehemals eines der besten, reinsten und größten Vorkommen Deutschlands!) auf Jahrhunderte zerstört.

    Das alles will in der Politik niemand wahrhaben.

    Der frühere Regierungspräsident Antwerpes (SPD) prophezeite sogar eine Klimaverbesserung durch den Tagebau!

  3. Meine Güte! Ihnen, Herr Büschgens, und allen, die in unmittelbarer Nähe dieser ökologischen Katastrophe leben müssen, gehört mein vollstes Mitgefühl!

    Angesichts dieser immensen Belastungen für die Menschen, denen Lärm, Staub und Dreck ohne jeglichen Schadenersatz zugemutet werden, die quasi indirekt enteignet werden, da ja ihre Immobilien keinerlei Wert mehr besitzen, und natürlich angesichts der unsäglichen, irreversiblen Umweltzerstörung, die mit dieser Form der Koheförderung einhergeht, drängt sich doch wirklich die Frage auf, ob wir das wirklich alles noch brauchen??

    Oder braucht das nur RWE, um seine extra für diesen Zweck errichteten Kohlekraftwerke weiterhin zu füttern und am Laufen zu halten?

    Die Wanloer, denen dieses fragwürdige Spektakel nun wohl auch in absehbarer Zukunft vor der Haustüre geboten werden wird, tun mir jetzt schon Leid.

    Es ist unerträglich, dass RWE (u. a.) geradezu über uneingeschränkte (Macht-)befugnisse verfügt …!!

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