Ausstellung „Der Niederrhein – Schauplatz europäischer Geschichte“ • „Viersener Salon“ • Eröffnung am 13. Juni 2014

Red. Kunst & Kultur [ - Uhr]

„Glücklich die Stadt, die solche Bürger hat!“ Wenn sich Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, verdienstvoller und bahnbrechender NRW-Staatssekretär für Kultur a. D., zu solchen Lobeshymnen veranlasst sieht, muss das Gründe haben. Aktueller Anlass für diese Eloge ist das neueste Projekt des Vereins für Heimatpflege Viersen.

Der Verein, dem mit der ebenso zukunftsorientierten wie prominenten Skulpturensammlung Viersen nach seiner Beurteilung schon ein Meisterstück gelungen ist, eröffnet in der ehemaligen Villa Marx jetzt den „Viersener Salon“, um einen eigenen Ausstellungs- und Veranstaltungsort in Viersen zu etablieren.

Und tritt damit wiederum den Beweis an, dass sich ein „Heimatverein“ weit über die reine Brauchtumspflege hinaus als aktiver, kreativer, meinungsfreudiger und öffentlichkeitswirksamer Träger der Kultur einer Stadt, einer Region, eines Landes begreifen und bemerkbar machen kann.

So etabliert der Verein für Heimatpflege Viersen ein Forum für historische Ausstellungen, musikalische Ereignisse, literarische Begegnungen und wissenschaftliche Diskurse.

Am Freitag, 13. Juni 2014, 17:00 Uhr fällt mit der musikalisch umrahmten Eröffnung der Ausstellung „Der Niederrhein – Schauplatz europäischer Geschichte“ der Startschuss für ein ehrgeiziges Unterfangen mit langer Vorgeschichte.

Auf der Suche nach einer eigenen Heimat stieß der Verein vor mittlerweile fast drei Jahren auf die Tönisvorster Firma TectoRent, die rund um die neubarocke Villa Marx an der Gerberstraße in Viersen, als Fabrikantenhaus erbaut und lange als Exerzitienhaus des Bistums Aachen genutzt, eine repräsentative Wohnanlage mit Hotelcharakter für ältere Mitbürger plante, wobei die Villa und ihre Anbauten im Sinne des Denkmalschutzes als Mittelpunkt und Servicezentrum erhalten bleiben sollten.

Man kam ins Gespräch – und der Investor stellte dem Verein für Heimatpflege die Anmietung eines Ausstellungsraums im 1960 entstandenen Seitentrakt der Villa zu Sonderkonditionen in Aussicht.

Außerdem lockte die Möglichkeit einer Mitbenutzung von Hauptgebäude, Park (von 10.000 qm) und Café, um über das reine „Ausstellungsgeschäft“ hinaus ein Forum für Vorträge, Diskurse, Filmvorführungen, Konzerte, Lesungen, Education-Projekte und vieles mehr zu schaffen.

Kurzum: Um in Viersen einen Treffpunkt zu installieren, der sich im besten und aktuellsten Sinn an den Salon-Gedanken des 17.-19. Jahrhunderts anlehnt.

Und der deswegen mit dem Blick auf alle Generationen selbstverständlich auch inzwischen einen Schulkoffer mit Materialien für den Unterricht im Handgepäck hat.

Damit stand die Grundmauer – die Wände hochzuziehen, und zwar buchstäblich, gelang nur mit Hilfe zahlreicher Sponsoren und Unterstützer aus Wirtschaft und Gesellschaft, die sich nicht zuletzt aufgrund eines innovativen Raum- und Programmkonzepts bemüßigt fühlten, das Projekt mitzutragen.

Nun ist es soweit: Der „Viersener Salon“ öffnet seine Türen. Die erste, von René Franken kuratierte Ausstellung weist dabei weit über Viersen hinaus und möchte dem Besucher den Niederrhein als „Schauplatz europäischer Geschichte“ nahebringen.

Begleitend erscheint dazu unter demselben Titel in der „Heimat-Edition“ der Rheinischen Post eine umfangreiche Publikation.

Autor ist Professor Dr. Leo Peters, ehemaliger Kulturdezernent des Kreises Viersen und unermüdlicher Erforscher und Publizist der Geschichte von Stadt, Kreis und Region.

Und natürlich wird aus der Eröffnung des „Viersener Salons“ ein langes publikumswirksames Wochenende.

Am Samstag, 14. Juni sowie am Sonntag, 15. Juni hat der Verein für Heimatpflege Viersen jeweils von 11:00 bis 20:00 Uhr ein facettenreiches Programm zusammengestellt.

<Bei Filmen zwischen Heimat und weiter Welt im „Cinema Villa Marx“, bei Musik zwischen Klassik und Tango und bei literarischen Begegnungen beispielsweise mit Vivant Denon, dem Kunsträuber Napoleons bzw. mit Johann Peter Hebel und Kurt Tucholsky dürften alle Besucher auf ihre Kosten kommen.

Im Übrigen denkt der Verein für Heimatpflege Viersen schon jetzt an die Zukunft und gewährt einen Ausblick bis ins Jahr 2016. „Fotografie der Gründerzeit am Niederrhein“, „Exerzitien und Wallfahrten“ und „Kaiser´s Kaffee und Kommerzienrat Josef Kaiser aus Viersen“ lauten die Arbeitstitel für die nächsten Ausstellungen im „Viersener Salon“.

Weitere Informationen unter www.viersener-salon.de

Adresse:

„Viersener Salon“ in der Villa Marx

Gerberstraße 20

41748 Viersen

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